Dietikon
Pächter Stefan Schmucki: «Ich muss mich für meine Bar wehren»

Die Stadt verweigerte die Bewilligung für das Fumoir-Zelt vor dem «Zeus» – der Pächter Stefan Schmucki rekurriert. Der Wirt kämpfte seit der Einführung des Rauchverbots während den Wintermonaten mit Umsatzeinbussen.

Florian Niedermann
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Der Stein des Anstosses: Das Fumoir-Zelt vor der «Zeus» Music Bar an der Löwenstrasse.

Der Stein des Anstosses: Das Fumoir-Zelt vor der «Zeus» Music Bar an der Löwenstrasse.

fni

Drei mal vier Meter misst das Zelt, das Stefan Schmucki, Geschäftsführer der Zeus Gastro GmbH, im letzten Herbst auf der Gartenterrasse vor seiner Music Bar «Zeus» aufstellte. Darin sollten während der kalten Wintermonate die rauchenden Gäste ihrem Laster frönen dürfen. Im Dezember erreichte ihn ein Brief der Stadtverwaltung, die ihn darauf hinwies, dass er das Zelt entweder abräumen, oder dann um eine Baubewilligung ersuchen müsse.

«Ich war mir gar nicht bewusst, dass ich für ein solches Zelt auf dem Boden des Gartenlokals eine Baubewilligung brauche», erklärt Schmucki. Er reichte das Gesuch umgehend ein, und lud den Stadtrat dazu ein, sich die Situation im «Zeus» gemeinsam anzusehen. «Auf diese Einladung habe ich aber nie eine Antwort erhalten», so Schmucki.

Raucher wechseln das Lokal

Der Wirt kämpfte seit der Einführung des Rauchverbots während der Wintermonate mit Umsatzeinbussen. «Unsere Stammkunden sind zwar geblieben. Aber sie gingen oft schon nach ein paar Gläsern in ein Lokal, wo sie - ob legal oder illegal - rauchen durften», erklärt Schmucki. Seit er das Zelt installiert habe, seien die Gäste wieder länger geblieben. Das Problem, das sich dem «Zeus»-Betreiber stellt, ist, dass er im Lokal selbst nicht über ausreichend Platz verfügt, um ein bedientes Fumoir abtrennen zu können.

Der Stadtrat lehnte Schmuckis Baugesuch ab mit der Begründung, dass das Zelt im öffentlichen Raum «störend und deplatziert» wirke. Ferner werde der vorgeschriebene Gebäudeabstand von 3,5 Metern nicht eingehalten. Und schliesslich liege bisher kein Nachweis dafür vor, dass die Fläche des Fumoirs den gesetzlich festgelegten Maximalanteil von einem Drittel der gesamten Lokalfläche nicht überschreite.

Keine Alternativen

«Diese Argumente sind an den Haaren herbeigezogen», sagt Schmucki. Er geht davon aus, dass sein Baugesuch von vornherein wenig Chancen auf eine Bewilligung hatte: «Mir kam zu Ohren, dass die Stadt schon früher einen Grundsatzentscheid gefällt hat, wonach solche Zelte vor Restaurants nicht toleriert würden.» Er verstehe, dass man solche Lösungen auf dem Kirchplatz nicht wolle, so Schmucki. Aber einerseits würden sich in seinem Fall keine Alternativen anbieten, und andererseits gebe es im Quartier einige Gebäude, die kurz vor dem Verfall stünden, und ihn optisch mehr störten als ein Fumoir-Zelt.

Am meisten enttäuscht zeigt sich Schmucki ob der Tatsache, dass die Stadt keine Bereitschaft zum Dialog gezeigt habe. Er sehe sich gezwungen Rekurs gegen ihren Entscheid einzulegen, so Schmucki: «Jetzt muss ich mich für meine Bar wehren.» Solange dieser Rekurs hängig ist, wird das Zelt vor der «Zeus» Music Bar stehen bleiben. Aufseiten der Stadt war gestern für eine Stellungnahme niemand erreichbar.

Schützenhilfe von Gastro Zürich

Das Problem der Fumoir-Zelte ist auch beim kantonalen Wirteverband Gastro Zürich bekannt. Präsident Ernst Bachmann weiss, dass mit diesem Thema jede Gemeinde wieder anders umgehe. Der Verband helfe aber Wirten gerne, um zu einer Lösung mit der zuständigen Behörde zu gelangen, erklärt Bachmann: «Unsere Juristen versuchen, zwischen Gastronomen und Gemeinden zu vermitteln. So konnte in einigen Fällen ein Fumoir-Zelt am Ende doch installiert werden.»