Kultur

Orchestermusik trifft auf Tanz: Collegium Musicum Urdorf bietet ein Spektakel für die Sinne

Das Collegium Musicum Urdorf zelebrierte sein 30-jähriges Bestehen mit einem speziellen Konzert.

Ein kurzes Trommeln ertönt aus den oberen Reihen in der katholischen Kirche Bruder Klaus in Urdorf, bevor die Klänge der Streichmusik einsetzen und die Tänzerin Graciela Martinez Arribas graziös auftaucht. Beinahe schwebend bewegt sie sich durch die Zuschauerreihen zum Altar, um sich nach einer ersten kurzen Begegnung in den Armen von Tänzer und Lebenspartner Neel Jansen wiederzufinden und schliesslich im Seiteneingang zu verschwinden. So beginnt das Konzert, das im Zeichen des 30-jährige Bestehens des Collegium Musicum Urdorf steht. Die Darbietung an diesem Sonntagnachmittag ist geprägt von einem einzigartigen Ambiente und klassischer Musik.

«Zum Feiern gehört das Tanzen», fasst Dirigent Pascal Druey, der das Ensemble seit 2006 leitet, das Jubiläumsprogramm zusammen. Es sollen verschiedene Zeiten und Stile präsentiert werden und die Musik würde durch die beiden professionellen Tänzer visualisiert.

Graciela Martinez Arribas und Neel Jansen tanzen zu Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky.

Graciela Martinez Arribas und Neel Jansen tanzen zu Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky.

In der Tat gelingt das Zusammenspiel zwischen dem Orchester und dem Tänzerpaar aus Schlieren, welches auch dem Pizzi Dance Art Company (Pidarco) in Schlieren angehört, auf ganz besondere Weise. So verschwindet die Tänzerin bisweilen hinter dem Orchester, wodurch je nach Perspektive nur ein perfekt gestrecktes Bein in der Horizontale auftaucht oder die Haltung der Arme ihre professionelle Tanzkunst beweist.

Über 400 Jahre alt

Das älteste Stück, welches an diesem Anlass präsentiert wird und von zupfenden Tönen durchzogen ist, stammt aus dem Jahr 1598 von August Nörmiger. Mit dem Werk «Todentanz» wird somit die Grundidee vermittelt, dass, egal ob Bauer oder Edelmann, alle vor dem Tod gleich sind: «Das Werk ‹Todentanz› hat etwas Archaisches, aber zum musikalischen Highlight gehört für mich ‹Danse sacrée et danse profane› von Claude Debussy, welches gemeinsam mit der Harfe musiziert wird und Tschaikowsky’s ‹Valse› aus der Streicherserenade C-Dur», so Druey weiter. Als Dirigent kann er bereits auf viele schöne Engagements zurückblicken: Besonders in Erinnerungen seien ihm gemeinsame und einmalige Auftritte mit speziellen Gästen geblieben, wie beispielsweise mit Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart.

30 Jahre Jubiläumskonzert CMU Urdorf

30 Jahre Jubiläumskonzert CMU Urdorf.

Für besondere Momente sorgt auch Corinne Kappeler mit ihrer Harfe, als weiterer Gast, wobei das Klangfarbenspektrum in ihrem Solo zur Geltung kommt und es entsprechend grossen Applaus gibt. Es sei auch für sie ein spezieller Anlass mit viel Publikum und die Freude sei spürbar, so Kappeler nach dem Auftritt.

Bereits kurz nach der Gründung 1989 und somit vor rund dreissig Jahren mit der Violine in das Streichorchester eingestiegen, ist Silvan Meier: «Es ist diese Musik auf gewissem Niveau, die uns verbindet und das langjährige Bestehen feiern wir auch intern nur mit diesem einen Konzert», erzählt er. Es sei ein abwechslungsreiches Programm mit Musik aus vier Jahrhunderten geboten worden, ergänzt schliesslich Pia Murer, Präsidentin des CMU, zufrieden. Rückblickend sei ihr persönlich schönstes Erlebnis immer das letzte gegebene Konzert.

«Programm hat gut gepasst»

Beim anschliessenden Apéro kann sich das Publikum mit den Tänzern und den Aktiven des Orchesters weiter unterhalten und auf das Jubiläum anstossen. «Das Programm hat sehr zum Jubiläum des Collegium Musicum Urdorf gepasst und es war richtig schön», sagt Erika Rüdisühli aus Urdorf. «Wunderbar war es und wir hatten sehr gute Plätze, sodass wir alles gesehen haben», meint auch ihr Ehepartner Arthur Rüdisühli. Und so gibt es auf die Frage, ob man etwas verpasst habe, wenn man nicht anwesend war, auch eine sehr schnelle und einstimmige Antwort der beiden: «Ja, sicher!».

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