Die Birmensdorfer schlugen die Hände über den Kopf zusammen. Die Würenloser hingegen bildeten eine Jubeltraube. Im Final der Kategorie D2 beim Bolliger-Cup hatte der FC Birmensdorf b gegen den SV Würenlos soeben im Penaltyschiessen verloren. Eine bittere Niederlage aus Birmensdorfer Sicht, zumal die Limmattaler während der zehnminütigen Partie die besseren Chancen gehabt hatten. 

Die Zuschauer auf den gut besetzten Rängen der Stadthalle Dietikon bekamen also ein dramatisches Endspiel zu sehen; und zwischendurch Claudia Stüssi, die am Rand des Spielfeldes vorbeihuschte. Stüssi bereitete noch vor dem Ende der Partie die anschliessende Siegerehrung vor. Sie war beim Bolliger-Cup erstmals OK-Chefin. Ein Job, der einem viel abverlangt: Stüssi war bereits seit dem frühen Morgen in der Halle, obwohl sie am Vorabend, als die B-Juniorinnen spielten, erst weit nach Mitternacht nach Hause kam. «Wir brauchen nach der Siegerehrung etwa noch eine Stunde, um aufzuräumen», sagte sie. «Aber bisher hat alles gut funktioniert. Man merkt, dass es ein eingespieltes Team ist.» 

In dieses sind alte Bekannte zurückgekehrt, die sich eigentlich zurückgezogen hatten, unter anderem Adrian Matt und Peter Ardielli. 

Dass Stüssi OK-Chefin geworden ist, hat auch mit ihrem Mann zu tun. Pascal Stüssi ist Juniorenobmann des FC Dietikon und hat seine Frau angefragt, ob sie nicht Lust habe, das Amt zu übernehmen. Da die neunjährige Tochter und der vierjährige Sohn der beiden beim FC Dietikon Fussball spielen, sei sie ohnehin schon in den Verein involviert. «Da hat sie sich überzeugen lassen», sagte Pascal Stüssi und lachte. 

Der gemeinsame Sohn durfte dieses Jahr denn auch beim Bolliger-Cup mitspiele. In der Kategorie G, die auf dieses Jahr hin neu eingeführt wurde. Dafür liess man die Kategorie C fallen. «Das war auch eine strategische Überlegung», sagte Pascal Stüssi. «Bei den C-Junioren haben wir gemerkt, dass deren Eltern und Verwandten nicht mehr in die Halle kommen.» Zudem habe man eine Standortbestimmung gemacht und festgestellt, dass es nur ganz wenige Turniere gäbe, die diese Kategorie anböten. 

Zwölf G-Teams 

Zur Premiere wurde in der Kategorie G mit zwölf Mannschaften gespielt. Gleichzeitig hatte man in anderen Kategorien die Anzahl der teilnehmenden Teams gesenkt. So spielten in der Kategorie D2 neu acht statt zwölf Mannschaften. Und bei den B-Juniorinnen waren es in diesem Jahr zehn statt wie bisher zwölf. Alle Teams stammten aus der Schweiz. Mannschaften aus dem Ausland gab es nach wie vor keine. 

«Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier Breitenfussball spielen», sagte Stüssi. «Daher sollen bei uns auch Teams Platz finden, die nicht auf höchstem Niveau spielen.» Ausserdem wolle man keine Antrittsgelder bezahlen. Mit YF Juventus in der Kategorie E1, den beiden Teams der Swiss Football School in der Kategorie G oder den Grasshoppers in mehreren Kategorien habe man jedoch auch sehr attraktive inländische Mannschaften. «Und wenn ein Team aus dem Ausland kommt», so Stüssi, «soll es wegen des Turniers kommen und nicht wegen dem Antrittsgeld. Aber das ist noch Zukunftsmusik.» 

Schon umgesetzt war dagegen das Rahmenprogramm, das man auf dieses Jahr hin eingeführt hat. So konnte man sich an einem Stand temporär tätowieren lassen, an einem anderen gab es für die Spieler die Möglichkeit, ein Teamfoto zu machen. Am Sonntag hat man zudem einen Behördenapéro organisiert, zu dem alle Gemeine- und Stadträte sowie Parteipräsidenten eingeladen waren. Warum das alles? «Es gibt ein Überangebot an Hallenturnieren», sagte Pascal Stüssi. «Da muss man ein vernünftiges Rahmenprogramm finden. Es reicht heutzutage nicht mehr, einfach nur ein Hallenturnier durchzuführen.» 

Positive Bilanz 

Und eine solche Durchführung benötigt natürlich auch zahlreiche Helferinnen und Helfer. Am diesjährigen Bolliger-Cup, schätzte Stüssi, waren es etwa 80, darunter auch Eltern, die spontan eingesprungen sind. «Sie haben Sensationelles geleistet», sagte Stüssi. Und dennoch bereitet das Thema Freiwillige nach wie vor Sorgenfalten. 

«Wir müssten viel mehr Helfer haben, etwa 110», sagte Claudia Stüssi. Und Pascal Stüssi ergänzte: «Wir müssen ständig kämpfen, um genug Eltern zu finden, die mithelfen.» Daher will er im nächsten Jahr einführen, dass jedes teilnehmende Team des FC Dietikon mindestens sechs Helfer stellen muss. 

Und was ist mit den Kategorien, die in diesem Jahr durchgeführt wurden? Werden diese beibehalten? «Wir analysieren die Situation jeweils nach dem Turnier», sagte Pascal Stüssi. An der neu eingeführten Kategorie G wolle man aber festhalten. «Die Kategorie G kommt sehr gut an», sagte er. «Wir hatten am Sonntag viele Besucher.»