Öffentlicher Verkehr
Ohne Gegenvorschlag: Zürcher Regierungsrat lehnt Volksinitiative gegen Limmattalbahn ab

Der Regierungsrat lehnt die Volksinitiative "Stoppt die Limmattalbahn - ab Schlieren" ohne Gegenvorschlag ab: Ein Verzicht auf die zweite Etappe würde dazu führen, dass die grundlegenden Verkehrsprobleme in der Region und über die Kantonsgrenzen hinweg nicht gelöst würden.

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Die Volksinitiative "Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren" verlangt, dass auf die zweite Bau-Etappe von Schlieren über Dietikon nach Killwangen-Spreitenbach verzichtet wird.

Die Volksinitiative "Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren" verlangt, dass auf die zweite Bau-Etappe von Schlieren über Dietikon nach Killwangen-Spreitenbach verzichtet wird.

David Egger

Zwischen dem Farbhof in Zürich und Schlieren wird derzeit intensiv gebaut: Die erste kurze Etappe der Limmattalbahn, die Verlängerung der Zürcher Tramlinie 2, wird erstellt.

Dabei soll es bleiben, verlangt ein Komitee: Auf die zweite Etappe, die von Schlieren über Dietikon nach Killwangen-Spreitenbach in den Aargau führt, soll verzichtet werden. Das Komitee begründet seine Volksinitiative damit, dass die Stimmberechtigten im betroffenen Bezirk die "umstrittene Limmattalbahn" abgelehnt hätten.

Der Regierungsrat spricht sich - nicht überraschend - gegen diese Initiative aus. Das Gesamtprojekt, das die kantonale Stimmbevölkerung im November 2015 mit einem Ja-Stimmenanteil von 64,5 Prozent angenommen hat, löse "die dringenden Verkehrsprobleme im Limmattal langfristig und nachhaltig".

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.
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Die zweite Etappe erstreckt sich von Schlieren bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.
Weitere Visualisierungen der Limmattalbahn: Bahnhof Altstetten
Zürich Micafil.
Kesslerplatz in Schlieren.
Spitalstrasse Schlieren.
Bahnhofplatz Dietikon.
Bahnhof Dietikon.
Die Haltestelle Badenerstrasse in Dietikon.
Die Haltestelle Furttalstrasse in Spreitenbach.
Der Endbahnhof Killwangen-Spreitenbach.
So sieht der Plan der Linienführung aus.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Schlieren.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Dietikon.
Plan der gesamten Linienführung.

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.

Architron Gmbh, Zürich

Langfristige Stärkung des öffentlichen Verkehrs

Es enthalte nicht nur die neue Stadtbahn, sondern auch diverse Massnahmen am Strassennetz. "Nur gemeinsam ermöglichen sie die langfristige Stärkung des öffentlichen Verkehrs, die Beruhigung der Zentren vom Durchgangsverkehr und eine geordnete Planung der künftigen Siedlungsentwicklung", hält der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Donnerstag fest.

Bei einem Verzicht auf die zweite Etappe müsste der Kanton "trotz der klaren Zustimmung durch das Stimmvolk" angelaufene Planungskosten von 30 bis 35 Millionen Franken abschreiben - und dies ohne jeden Gegenwert.

Die Bevölkerung des Kantons Zürich habe dem Projekt im Jahr 2015 "im Wissen um die Argumente der Gegner und die punktuelle Ablehnung der Bahn im Sinne einer zukunftsgerichteten Planung für die nachfolgenden Generationen" zugestimmt. Daran habe sich nichts geändert, schreibt der Regierungsrat.

Baustelle Limmattalbahn Schlieren Zürcherstrasse 20. August 2017
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So wurden bereits einige Mittelinseln in der Zürcherstrasse zertrümmert.
So richtig los ging es am 11. September. Dann starteten die Hauptarbeiten und das Verkehrsregime änderte sich. Man kann mit dem Auto aber weiterhin in beide Richtungen fahren.
Besonders spüren wird man die Bauarbeiten vor allem in den Sommerferien 2018. Dann wird nämlich das Schlieremer Zentrum für fünf Wochen zur Intensivbaustelle mit Schichtbetrieb von 5 bis 22 Uhr.
In den Sommerferien 2019 wird dann der Farbhof zur Intensivbaustelle.
Nach den Sommerferien 2019 ist dann das Schlimmste überstanden: Das 2er-Tram verkehrt dann bis nach Schlieren. Und zwar im 7,5-Minuten-Takt.
Ab 2022 kommt dann die Limmattalbahn im 15-Minuten-Takt hinzu.
Zum Bauverlauf: Ab jetzt bis Sommer 2019 wird die Strecke vom Zürcher Farbhof bis nach Schlieren Geissweid gebaut. Die Abschnitte Altstetten bis Farbhof und Schlieren bis Killwangen folgen dann ab 2019.
Etwa so wird es dereinst aussehen, wenn die Limmattalbahn in Schlieren am Kesslerplatz vorbeifährt.
Am Bahnhof Dietikon wird sich die Limmattalbahn neben die bereits bestehende Bremgarten-Dietikon-Bahn der BDWM gesellen. Die BDWM wird auch die Limmattalbahn betreiben.
Eine weitere Haltestelle wird unter anderem die Haltestelle SCS/Tivoli in Spreitenbach sein, die dereinst in etwa so aussehen könnte.
Am Bahnhof Killwangen-Spreitenbach heisst es dann: "Endstation, bitte alle aussteigen".
Doch bis es so weit ist, muss noch viel gebaut werden.

Baustelle Limmattalbahn Schlieren Zürcherstrasse 20. August 2017

David Egger