Nach Corona-Pause

Nur in Dietikon und Urdorf können die Ortsmuseen wieder besucht werden

Das Ortsmuseum Urdorf kann im September wieder öffnen.

Das Ortsmuseum Urdorf kann im September wieder öffnen.

Nur zwei Ortsmuseen im Limmattal können bald wieder besucht werden. Die geltenden Corona-Schutzmassnahmen lassen in den restlichen Limmattaler Ausstellungsräumen keinen geregelten Besuch zu.

Die Ortsmuseen im Limmattal hoffen, dass sie bald wieder öffnen können. Derzeit befinden sie sich noch in der Zwangs- oder Sommerpause. Wegen der unsicheren Situation ist noch nicht klar, wann alle Museen wieder für Besucher zugänglich sein werden. Die freie Zeit wird für Projekte und Restaurationen genutzt.

Frühe Wiedereröffnung in Dietikon

Das Ortsmuseum in Dietikon ist das einzige, das bereits seit dem 17. Mai wieder geöffnet hat. Aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen hatte man Nummern bereitgelegt, um bei grossem Besucherandrang eine Warteliste führen zu können. Am 1. August wurde dieses System bei der Bunkerführung ebenfalls angewandt. Am 23. August wird das Ortsmuseum Dietikon wieder regulär öffnen. Dann ist die Sommerpause beendet. «Im Ortsmuseum verteilen sich die Besucher gut, da wir vier Etagen zur Verfügung haben», gibt sich Leiterin Regula Stauber zuversichtlich. Desinfektionsmittel und Masken stünden wie schon vor der Sommerpause bereit.

In den meisten Ortsmuseen sind die Platzverhältnisse nicht so komfortabel wie in Dietikon. Beim Ortsmuseum Schlieren hat man sich darum entschlossen, auch im September noch nicht zu öffnen. Schon zu Beginn der Pandemie war man vorsichtig und hatte das Museum bereits am 14. März geschlossen. «Aufgrund der Einschätzungen der möglichen Massnahmen, welche der Bundesrat ergreifen wird, haben wir uns dazu entschlossen», sagt Rolf Wild, Präsident der Vereinigung Heimatkunde Schlieren. Während der Schliessung habe man sich mit verschiedenen Projekten befasst. So seien Renovationen am Museum geplant. Ausserdem soll eine neue Inventarisierungs-Software eingesetzt werden. Bis auf weiteres wird das Ortsmuseum geschlossen bleiben. «Die jetzt geltenden Schutzmassnahmen lassen keinen vernünftigen Besuch des Museums zu», sagt Wild.

Ein Scheunenrundgang und ein verschobenes Jubiläum

Beim Ortsmuseum Birmensdorf ist die Situation ähnlich. Die Platzverhältnisse lassen derzeit keinen Besuch zu. Es bleibt geschlossen. Allerdings ist ein Rundgang durch die grosse Museumsscheune für den 5. September geplant. «Dort kann eine Ausstellung zu altem Handwerk angeschaut werden», sagt Käthi Keller von der Heimatkundlichen Vereinigung. Der Rundgang sei möglich, weil die Scheune über zwei Treppen verfüge und die Besucher deshalb auf der einen Seite hinauf und auf der anderen wieder hinunter geleitet werden könnten. Ob der Anlass wirklich durchgeführt werden kann, wird Ende August entschieden. Auch in Birmensdorf wird fleissig gearbeitet. Im Museum wird das alte Wasserrad von 1878 restauriert. Ausserdem wird an einer Umstellung auf eine modernere Software gearbeitet und bald soll eine neue Schrift zum Thema «Birmensdorf gestern und heute» erscheinen.

Das Ortsmuseum Urdorf musste verschiedene Ausstellungen um ein Jahr verschieben. Ausserdem hätte die Stiftung Ortsmuseum dieses Jahr ihr 25-Jahre-Jubiläum feiern wollen. Die Feierlichkeiten mussten ebenfalls um ein Jahr verschoben werden. «Wir möchten Leute einladen, Beteiligte, Personen aus der Politik, Sponsoren und Freunde. Aber die Platzverhältnisse lassen das im Moment nicht zu», bedauert Hans Wicki, ­Präsident der Heimatkundlichen Vereinigung Urdorf, den Entscheid.

Die Ausstellung «Rares und Kurioses aus dem Fundus» wurde aber wie geplant erweitert. Sie wird unter dem Titel «Milch, Kaffee und Zucker» Anfang September eröffnet. Ab dann wird das Museum jeweils am ersten und dritten Sonntag im Monat wieder von 14 bis 16 Uhr geöffnet sein. Ausserdem können weiterhin Räume für Anlässe gemietet werden. Die Informationen werden laufend auf der Website des Ortsmuseums aufgeschaltet. «Auf Anfrage können wir auch nach wie vor geführte Besuche im Museum durchführen», sagt er.

Es herrscht noch Unsicherheit

Auch beim Ortsmuseum in Unterengstringen ist man noch nicht sicher, ab wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Dass der normale Museumsbetrieb schnell zurückkehren wird, glaubt Museumsleiter Oscar Bamert nicht. Führungen von kleinen Gruppen kann er sich aber gut vorstellen, auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten.

Geschlossen ist auch das Ortsmuseum Bergdietikon. Die neue Ausstellung «Trari, trara, die Post ist da» soll im Mai 2021 eröffnet werden, wie Urs Spörri, Präsident der Museumskommission, sagt. Eigentlich war die Vernissage im Mai 2020 geplant, doch mussten die Vorbereitungen für die Ausstellung wegen Corona unterbrochen werden.

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