Gesundheit

Nur 10 Prozent arbeiten kostendeckend: Schweizer Spitäler sorgen sich um ihre Substanz

Thomas Brack, Direktor im Spital Limmattal, amtet als Präsident des Vereins Spital-Benchmark.

Eine Datenerhebung der Spitäler weist hohe ungedeckte Kosten aus.

Die Kostendeckung in den Schweizer Spitälern beträgt durchschnittlich 92 Prozent. Nur 10 Prozent arbeiten kostendeckend. Diese Zahlen präsentierte gestern der Verein Spital-Benchmark. Gegründet wurde er 2007. Inzwischen umfasst er 155 Mitglieder; dazu gehören Akutspitäler sowie Einrichtungen der Psychiatrie und Rehabilitation. Der Verein sammelt ihre Daten, verifiziert sie und verarbeitet sie zu einer jährlichen Statistik.

Es geht um die «Herstellerkosten» (Löhne, Infrastruktur, Sachaufwendungen). Rund 16 Milliarden Franken aus 7 Millionen stationären Patientenfällen wurden für 2018 erfasst. Hinzu kamen rund 11 Milliarden Franken aus ambulanten Fällen. Das sei ein sehr grosses, repräsentatives Datenvolumen von hoher Qualität, betonte Thomas Brack, Direktor im Spital Limmattal und Präsident von «SpitalBenchmark». Die Vereinsmitglieder erbrächten zusammen 90 Prozent aller stationären Leistungen.

Man würde die Daten gerne auch den anderen Akteuren im Gesundheitswesen zur Verfügung stellen, sagte Brack. Zu ihnen gehören Krankenkassen, Kantone, Preisüberwacher. Anders als in deren Statistiken gebe es bei «SpitalBenchmark» keine Zahlen, die basierend auf Aufnahmen hochgerechnet wurden, erklärte Thomas Straumann, CFO im Merian Iselin Spital. «Wir geben den Ist-Zustand wieder.»

Insofern betrachtet man die eigenen Zahlen auch als aussagekräftig. 600 Millionen fehlten demnach 2018. Die Unterdeckung bedeute, dass man im Spitalwesen teils auf Kosten der Privatversicherten, vor allem aber auf Kosten künftiger Generationen lebe, sagte Straumann. Brack erinnerte daran, dass Spitäler Gewinn machen müssen. Daraus finanzieren sie ihre Infrastruktur. Die Forderungen von Kassen und Preisüberwacher, die Latte noch höher zu legen für die Spitäler, hält man denn auch für unangemessen. Umso mehr als die Spitäler ihre Kosten laut Statistik über die letzen Jahre gehalten bis gesenkt haben.

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