Gesundheitswesen

Noch kein Geld für «Hopp Zurich»: Kantonsrat spart Beitrag an Langzeitstudie ein

In der Langzeitstudie der Universität Zürich sollen 20'000 Menschen 25 Jahre lang beobachtet werden. Die Forscher wollen den Lebensstil und den Gesundheitszustand untersuchen.

In der Langzeitstudie der Universität Zürich sollen 20'000 Menschen 25 Jahre lang beobachtet werden. Die Forscher wollen den Lebensstil und den Gesundheitszustand untersuchen.

Die Langzeitstudie «Health of Population Project Zurich» bekommt 2018 noch kein Geld. Die Diskussion im Kantonsrat über die Untersuchung der Universität Zürich steht noch aus und der Regierungsrat ist am Montag in der Budgetdebatte mit einem neuen Vorschlag zur Finanzierung gescheitert.

20'000 Zürcherinnen und Zürcher sollen 25 Jahre lang beobachtet werden. Untersucht werden sollen Lebensstil und Gesundheitszustand. Der Regierungsrat möchte das Projekt unterstützen, das vom Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich (EBPI) aufgebaut und geleitet wird - dem früheren Institut für Sozial- und Präventivmedizin.

Dafür stellte er zwei Millionen Franken im Budget 2018 ein und zwar im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung. Über zehn Jahre will der Regierungsrat insgesamt 20 Millionen Franken beitragen. Zuvor hatte der Kantonsrat eine Finanzierung aus dem Lotteriefonds abgelehnt und verlangt, dass das Geld über das ordentliche Staatsbudget fliessen müsse.

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit sowie die Finanzkommission des Kantonsrats beantragten nun eine Streichung der zwei Millionen Franken aus dem Budget 2018. Der Kantonsrat folgte mit 105 zu 65 Stimmen diesem Antrag.

Mit Forschungsgeldern bezahlen

Die SVP verlangte, dass der Betrag nicht aus der Kantonskasse fliessen, sondern mit nationalen Forschungsgeldern gedeckt werden soll. Die GLP war auch der Meinung, dass es sich um ein Forschungsprojekt handle. Die Millionen seien deshalb bei der Prävention am falschen Ort eingestellt worden.

Die Grünen erklärten, die zwei Millionen seien zu früh budgetiert worden. Das Geschäft sei erst in der vorberatenden Kommission und im Kantonsrat seien lange Diskussionen zu erwarten. Die CVP rechnete vor, dass frühestens in einem Jahr die zwei Millionen zu budgetieren seien. Die FDP hingegen erklärte den Kürzungsvorschlag für unseriös: In der Budgetdebatte solle nicht über das Projekt entschieden werden.

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) sagte, wenn das Projekt zustande komme, müsse es auch finanziert werden und dafür habe man die zwei Millionen eingestellt. Könne HoPP Zürich 2018 beginnen, werde der Beitrag anteilsmässig verbraucht.

Zukunftsträchtige Untersuchung

Hopp Zürich soll Aufschluss über die Gesundheit der Bevölkerung geben aber auch über den Verlauf von Krankheiten. 70 Prozent aller Todesfälle in der Schweiz gehen auf Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten, COPD, Demenz und Diabetes zurück.

Die Erkenntnisse sollen unter anderem durch die personalisierte Medizin in Zukunft zu besseren Behandlungsmöglichkeiten führen.

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