Birmensdorf
Neues Parkplatzkonzept: «400 Franken sind ein durchaus fairer Preis»

Im Frühling soll die Gemeindeversammlung über ein Parkplatzkonzept befinden. Der Birmensdorfer Sicherheitsvorsteher Paul Gähler präsentiert am kommenden Montag mögliche Lösungen im Rahmen einer Informationsveranstaltung.

Alex Rudolf
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Die Parkplätze auf öffentlichem Grund sollen künftig nicht mehr kostenlos zur Verfügung stehen. So will es das neue Parkier-Regime der Gemeinde.

Die Parkplätze auf öffentlichem Grund sollen künftig nicht mehr kostenlos zur Verfügung stehen. So will es das neue Parkier-Regime der Gemeinde.

Alex Spichale

Parkieren erhitzt die Gemüter. Dies ist in Birmensdorf nicht anders. «Wir haben dieselben Probleme wie alle Gemeinden in der Agglomeration der Stadt Zürich, die hervorragend mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sind und noch immer die Möglichkeit des kostenlosen Parkierens bieten», sagt Paul Gähler (CVP). Damit meint der Birmensdorfer Sicherheitsvorsteher, dass tagsüber die öffentlichen Parkplätze besetzt sind von auswertigen Arbeitnehmern, die in die Stadt Zürich pendeln.

Am kommenden Montag präsentiert Gähler die Lösung zu diesem Problem im Rahmen einer Informationsveranstaltung. Ein Parkplatzkonzept soll klären, wer wo parkieren darf. Dass Parkplätze politischen Zündstoff bieten können, wurde zuletzt im Schlieremer Stadtparlament ersichtlich. Dort brachte die Geschäftsprüfungskommission zahlreiche Änderungsanträge am vom Stadtrat vorgeschlagenen Parkier-Regime an, sodass die Vorlage zurückgezogen wurde, da die Einheitlichkeit erst überprüft werden sollte.

Oberengstringen und Weiningen als Vorbild

Zwar haben die Städte Dietikon und Schlieren nicht die identischen Probleme wie andere Agglomerationsgemeinden, da sie in Bahnhofsnähe keine Gratisparkplätze zur Verfügung stellen. Oberengstringen und Weiningen hingegen kennen den Parkplatz-Verschleiss der auswertigen Dauerparkierer. Die Parkierverordnung von Birmensdorf wurde daher vom selben Planungsbüro erstellt wie jene von Oberengstringen und Weiningen.

Wie auch in der Nachbargemeinde Urdorf soll die maximale, unentgeltliche Parkierzeit mit Parkscheibe in Birmensdorf auf fünf Stunden beschränkt werden. Entlang der Zürcherstrasse sollen es aber weiterhin zwei Stunden sein. Diese Beschränkung gilt nur wochentags. Wer jedoch weiterhin mit dem Auto nach Birmensdorf und danach mit der S-Bahn oder dem Bus in die Zürcher Innenstadt pendeln will, kann dies weiterhin tun. Dafür sind drei Parkierungsanlagen vorgesehen, auf denen pro Tag für acht Franken parkiert werden darf. Diese Anlagen befinden sich auf dem Kiesplatz beim Gemeindezentrum, beim Schwimmbad Geren und beim Fussballplatz.

Positives Echo auf Verordnung

Für die dauerhafte Benutzung der öffentlichen Parkplätze können die Birmensdorfer Einwohner Monatskarten für 40 Franken oder Jahreskarten für 400 Franken erwerben. Eine Gebühr, die es aktuell nicht gibt. «Dies ist ein durchaus fairer Preis für die einjährige Nutzung eines Parkplatzes», so Gähler. Trotzdem erwartet er Opposition einiger Anwohner. «Manche sind prinzipiell gegen die Erhebung von Gebühren. Andere finden, dass länger oder weniger lang kostenlos parkiert werden solle», sagt er. Gähler betont jedoch, dass mit den Einnahmen kein Gewinn erzielt werde, sondern lediglich die Ausgaben für Beschilderung, Markierung und Kontrolle finanziert werden soll. Zudem wurde die Nachricht, dass man ein Konzept erarbeite, mit viel Wohlwollen aufgenommen: «Mich haben viele Mails mit positivem Echo erreicht.»

Weil Parkplätze ein derart umstrittenes Thema sind, lässt sich Gähler genügend Zeit mit seiner Vorlage. Nach der Präsentation von kommendem Montag haben Parteien und Vereine zwei Monate Zeit, Anmerkungen abzugeben. Diese werden dann anschliessend bearbeitet und finden Einfluss in die Vorlage, die im kommenden Juni an der Gemeindeversammlung behandelt werden soll. «Ziel ist es, dass das Parkplatzkonzept im April 2019 in Kraft tritt.»