Urdorf

Neuerdings gibt es bei der Kleiderbörse eine Schnäppchenrunde

Die Urdorfer Kleiderbörse im Embrisaal gibt es schon lange. Um ihr neuen Schwung zu verleihen, haben die Organisatorinnen das Programm angepasst: In der letzten Stunde werden die Preise stark reduziert.

«Schenk den Kleidern ein zweites Leben»: So lautet das Motto der Urdorfer Kleiderbörse «Secondhand ist Trend». Am 1. und 2. Oktober geben Rita Gruber und Renate Kritzer vom Frauenverein Urdorf Kleidern wieder eine zweite Chance, bevor die Textilien in der Kleidersammlung landen. So finden Hosen, Blusen, T-Shirts und andere Kleidungsstücke neue Trägerinnen und Träger im Limmattal, anstatt in Form von Lappen zu enden oder ans andere Ende der Welt verschifft zu werden.

Das Konzept ist simpel: Am Montagabend, Dienstag sowie Mittwochmorgen können saubere alte Kleider in den Embrisaal gebracht werden. Dort werden sie sortiert und am Dienstagabend und am Mittwoch verkauft. Aufgrund einer Baustelle ist die Zufahrt zum Embrisaal allerdings nur über die Strasse Im Moos möglich.

Schon am Vorabend kann man Kleider bringen

Zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern des Frauenvereins Urdorf organisieren Kritzer und Gruber jeweils im Frühling und im Herbst die Kleiderbörse. Dieses Mal wurde das Programm leicht angepasst. «Bisher haben wir am Vorabend der Börse nur den Saal eingerichtet. Da einige Leute dann jeweils ihre Kleider brachten, haben wir uns dazu entschieden, schon am Montagabend Kleider entgegenzunehmen.», sagt Kritzer. Und am Mittwoch wird in der letzten Stunde bei der sogenannten Schnäppchenrunde alles noch einmal günstiger verkauft.
Der humanitäre Aspekt darf bei der Kleiderbörse natürlich nicht fehlen: Mit dem Erlös werden grosse Teile der Altersweihnacht und der Altersreise finanziert – Anlässe für ältere Menschen, die der Urdorfer Frauenverein seit Jahren organisiert.

«Bevor ich dem Frauenverein beigetreten bin, habe ich bloss alte Kleider hergebracht. Erst später habe ich gemerkt, was für tolle Stücke man hier kaufen kann», sagt Gruber. So stöbere sie jeweils gerne selbst durch die Kleider. Kritzer, die seit bald drei Jahren Mitglied des Frauenvereins Urdorf ist, kannte die Kleiderbörse vorher nicht. Doch sie war sofort begeistert: «Seit ich im Verein bin, habe ich die Hauptleitung über die Börse.»

«Dieser Anlass ist eine super Sache», sagt Gruber. Es mache ihr Freude, wenn die Kundinnen und Kunden passende Kleider finden. Ausserdem gibt es keine fixen Preise. Stattdessen wird der Preis anhand einer groben Preisliste von der jeweiligen Verkäuferin evaluiert. Die Verkäuferinnen lassen gemäss Gruber aber auch gerne mit sich reden: «Es macht viel Spass, mit den Leuten zu verhandeln.»

Die übrigen Kleider holt Texaid ab

Gruber ist seit sechs Jahren im Frauenverein. Seither ist sie in die Organisation der Kleiderbörse involviert. Firmen wie Texaid, die Textilien sammeln und ins Ausland transportieren, steht sie kritisch gegenüber: «Grundsätzlich finde ich die Idee dahinter nicht schlecht. Doch man hört immer wieder, dass die gespendeten Kleider die lokalen Textilindustrien zerstören.»

Doch ohne Texaid kommt auch die Kleiderbörse nicht aus. Denn was übrig bleibt, wird von ihnen abgeholt. «Wir haben keinen Platz, um all die Kleider zu lagern», sagt Kritzer. Die beiden Urdorferinnen begrüssen daher, dass durch die Börse immerhin einem Teil der Altkleider zu einer neuen Verwendung in der Region verholfen wird.

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Autor

Manuel Reisinger

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