Einmal trainieren die Schlieremer Fussballer heute Abend noch, bevor es in die Winterpause geht. Locker dürfte die letzte Einheit des Jahres allerdings nicht werden. «Wir müssen extrem viel arbeiten», sagt Besnik Ramadani.

Ramadani ist der neue Trainer bei den Schlieremern, die in der Vorrunde nach sieben sieglosen Spielen in die Abstiegszone gerutscht sind. Die Folge: Sie trennten sich Anfang November vom damaligen Trainer Gianni Petrone. Daraufhin übernahm Carmelo Trande die Mannschaft als Interimstrainer bis zum Ende der Vorrunde und holte im letzten Vorrundenspiel gegen Affoltern einen Sieg. Drei Punkte, dank denen die Schlieremer als Tabellenvorletzte klassiert sind und nicht das Schlusslicht in ihrer Gruppe bilden.

Nun versuchen die Schlieremer also, mit Ramadani die Wende zu schaffen. Der Sprung über den Strich soll gelingen. Ramadani konnte bereits Erfahrung als 2.-Liga-Trainer sammeln. Drei Jahre lang hatte er den FC Schwamendingen trainiert, bevor sein Engagement im Sommer 2016 endete. Ramadani kennt aber auch den Profifussball. Er ist Konditionstrainer in der Academy des FC Zürich und betreut dort auch eine Jugendmannschaft. «Ich bin zu 100 Prozent vom FC Zürich angestellt», sagt er, «aber das war ich auch schon, als ich den FC Schwamendingen trainierte.» Gibt es da keine Terminüberschneidungen? «Nein», sagt Ramadani, gibt aber zu, dass die Doppelfunktion anspruchsvoll sei: «Man arbeitet jeden Tag, und man braucht eine Partnerin, die dafür Verständnis hat.»

Ansonsten sei der Unterschied zwischen dem Profi- und dem Amateurfussball gross. Das fiel Ramadani auf, als er seinerzeit den FC Schwamendingen übernahm. «Die Amateurfussballer verdienen halt kein Geld mit dem Fussballspielen, das muss man berücksichtigen», sagt der 34-Jährige, der seit 21 Jahren beim FC Zürich tätig ist, davon zehn Jahre als Profi. Daher könne man die Erfahrung, die man bei einem Profiverein gesammelt habe, nur bedingt im Amateurclub verwenden. «Aber ich nehme beide Aufgaben sehr ernst», versichert Ramadani.

Über Spieler kontaktiert

Dass der Stadtzürcher überhaupt zum FC Schlieren gekommen ist, haben die Limmattaler Ramadanis Kontakt zu einem Schlieremer Spieler zu verdanken, der ihn angefragt habe. «Ich war vor vielen Jahren schon einmal im Gespräch in Schlieren, aber leider klappte es damals nicht», sagt Ramadani. Nun wird er auf viele alte Bekannte treffen: «Ich kenne bereits drei Viertel der Spieler, weil sie als Junioren beim FC Zürich gespielt haben», sagt er.

Auch den FC Schlieren kennt er bereits - noch aus seiner Zeit als Schwamendingen-Trainer. «Ich habe damals mit Schwamendingen auf dem Zelgli gespielt», erinnert er sich. «Der Club hat hervorragende Leute, eine tolle Infrastruktur mit dem Kunstrasenplatz und ist ein Traditionsverein – einer, der in die 2. Liga gehört.» Daher sei der Klassenerhalt auch das oberste Ziel.

Schritt für Schritt

Um die Klasse zu erhalten, müssen die Schlieremer aber erst den Sprung über den Strich schaffen. «Wir müssen Schritt für Schritt gehen», sagt Ramadani. Dann bemüht er eine Floskel: «Wir schauen von Spiel zu Spiel.»

Und wie sieht das neue Schlieremer Spiel aus? Steht Ramadani eher für eine offensive oder eine defensive Ausrichtung? Wie würde er sich selber beurteilen? Ramadini zögert mit der Antwort. «Eigentlich ist das nicht so wichtig», meint er. «Wir müssen einfach unsere Spiele zu gewinnen.» Die Chance dazu, die Mannschaft auf die Rückrunde vorzubereiten, bekommt Ramadani dann im Februar, wenn die Schlieremer ein Trainingslager in Portugal absolvieren.