Urdorf
Neuer Schirmherr wünscht: «Wieder e schöni Fasnacht!»

Auch dieses Jahr war wieder der «Muulaffeplatz» in Urdorf Schau- und Spielplatz der Fasnächtler. Der Schirmherr 2012 kam als Zirkusdirektor,ist aber eigentlich Jäger und heisst Adrian Stutz.

Mojan Salehipour
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Fasnacht Urdorf
13 Bilder
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Fasnacht Urdorf

Kurz vor 15 Uhr sah man die Fasnächtler aus allen Ecken, auf den bereits gefüllten Platz herbeiströmen. Mit bunten Hüten auf dem Kopf, Kuhglocken im Arm oder Konfetti in der Hand waren Gross und Klein gekommen, um mit der Clique Schäflibach die Urdorfer Fasnacht zu eröffnen und gespannt der Ernennung des diesjährigen Schirmherrn entgegenzufiebern.

Während man auf die Bekanntgabe des neuen obersten Fasnächtlers noch eine Weile warten musste, gab es die traditionellen drei Kanonenschüsse, welche die Fasnacht offiziell eröffneten, gleich zu Beginn, nämlich um Punkt 15 Uhr. Gezündet von den Mitgliedern der Knabengesellschaft Urdorf, donnerten sie mit ohrenbetäubendem Lärm und viel Konfetti. Versöhnt wurden die Ohren der Fasnächtler durch die vier anwesenden Guggenmusiken.

Letzter Auftritt des Hippies

Nach der Ansprache von Doris Grob, der Präsidentin der Clique Schäflibach, und den einleitenden Worten des Zeremonienmeisters Peter Leuzinger spielten als Erstes die «Loschtmölche Chriens» auf und sorgten für gehörige Feierlaune.

Für weitere Stimmung sorgten «Gugelfuer» aus Gersau, die «Stauseehüüler Kleindöttingen» und nicht zuletzt die «Flüüge Tätscher» aus Birmensdorf. Auf dem Wagen der Clique Schäflibach», von dem aus die Ansprachen gehalten wurden, fiel an diesem Tag einer ganz besonders auf: ein blond gelockter Hippie mit langer Haarpracht und Sonnenbrille im John-Lennon-Stil.

Wer ihn kennt, weiss, es ist Urs Rimensberger, der im letzten Jahr ernannte Schirmherr. «Für etwa zehn Minuten noch», so der Zeremonienmeister, dürfe sich Rimensberger oberster Fasnächtler nennen, bis das Zepter übergeben wird. Davor aber kam Rimensberger noch selber zu Wort und zog Bilanz. Er erinnerte sich an bedeutende Erfolge in seinem Jahr als Schirmherr und bedankte sich bei den vielen Menschen, die ihn durch «diese verrückte Zeit» begleitet hatten.

Schirmherr kam auf Hochsitz

Dann war es auch endlich so weit. Zeremonienmeister Leuzinger ergriff das Wort, um den Schirmherrn 2012 vorzustellen. Der sei ein waschechter Urdorfer und jeder kenne ihn. Auf einem Hochsitz, in Anlehnung an seine Tätigkeit als Jagdaufseher und Obmann der Jagdgesellschaft Urdorf, kam er angefahren: Adrian Stutz, wahrhaft ein Urdorfer Kind.

In Urdorf aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat er seine Frau, wie es sich für das Oberhaupt der Urdorfer Fasnacht gehört, in Urdorf auf der Fasnacht kennen gelernt. Er kam passend zum Motto «Zirkus» in roter Uniform und mit Zylinder bekleidet. Auf dem Wagen der Schäflibacher wurde er dann herzlich begrüsst und bekam sogleich vom scheidenden Schirmherrn das Zepter überreicht.

Der neue Schirmherr, dessen Vater der letzte Schuhmacher Urdorfs war, nahm sein Amt an und ist von nun an für die Dauer eines Jahres oberster Fasnächtler und Schirmherr der Urdorfer Fasnacht. Was bedeutet das für Adrian Stutz persönlich? «Es ist eine Ehre, für dieses Amt ausgewählt worden zu sein.» Er wünscht sich eine «tolle Fasnacht ohne Zwischenfälle». Und den Rest? «Werde ich dann sehen», sagt er schmunzelnd. Auch Leuzinger wünscht sich: «Wieder e schöni Fasnacht!»