Getoar Sallauka sitzt im Clubhaus des FC Schlieren. Draussen liegt Schnee auf den Fussballplätzen des Zelgli, trainiert wird nicht mehr. Auch die Frauen des FC Schlieren stehen erst am 8. Januar wieder auf dem Fussballplatz. Dann wird Sallauka sein erstes Training des Nationalliga-B-Teams leiten. «Aber ich bin den Spielerinnen schon vorgestellt worden», so der Trainer.

Der 29-Jährige, der in seiner Karriere als Aktivfussballer unter anderem bei den Grasshoppers Zürich spielte, hat vor kurzem den Trainerposten der Frauen übernommen. Dafür gab er sein Amt als Assistenztrainer bei den Blue Stars Zürich auf. «Schnelle Wechsel gehören zum Tagesgeschäft», sagt Sallauka, der bisher als Cheftrainer Teams in der 3. Liga trainiert hat, dafür aber als Assistenztrainer schon 1.-Liga-Erfahrung sammeln konnte. «Mir gefiel der Gedanke, ein Team in der Nationalliga B zu trainieren. Daher musste ich nicht lange überlegen.»

Beeindruckt vom technischen Niveau

Erfahrung mit dem Trainieren eines Frauenteams hat Sallauka, der auch hauptberuflich in Schlieren arbeitet, noch nicht. Das sieht er aber nicht als Manko. Schliesslich seien die Frauen genauso ambitioniert im Sport und wollen Erfolg haben. «Zudem habe ich mich mit dem Frauenfussball beschäftigt», sagt er. «Ich habe die Frauen-WM mitverfolgt und auch die Schlieremerinnen beobachtet, bevor ich zugesagt habe. Und das, was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen.» Besonders das hohe technische Niveau habe ihn beeindruckt.

Sallauka wird das Frauenteam zusammen mit Zoran Perak betreuen, der unter Ex-Trainer Aziz Aniba einst die Torhüterinnen trainierte und dann zum Assistenztrainer befördert wurde. «Für mich war es wichtig, dass er bleibt», so Sallauka, «denn er kennt das Team.» Und Perak fügt an: «Wir haben beide auf hohem Niveau Fussball gespielt. Wir ticken ganz ähnlich.»

Fan von Offensiv-Fussball

Sallauka sagt von sich selbst, er stehe für einen offensiv ausgerichteten Fussball. «Ich bin grosser Fan von Manchester City», sagt er, «auch von dessen Trainer Pep Guardiola. Egal, welchen Verein er bisher trainiert hat: Er war mit jeder Mannschaft erfolgreich, eben auch, weil er viel rotiert hat.» Rotieren möchte Sallauka bei den Schlieremerinnen auch. Am liebsten wäre es ihm, wenn jede Position doppelt besetzt wäre. «Dann entsteht auch ein Konkurrenzkampf», sagt er. «Ich bin kein Fan davon, dass man Spielerinnen von ihrer angestammten Rolle in eine andere drängt.»

Genau das kam bei den Schlieremerinnen in der Vergangenheit jedoch immer wieder vor – bedingt auch durch das Verletzungspech, das der Verein seit Jahren durchlebt. Daher hofft Sallauka, dass er noch neue Spielerinnen verpflichten kann – oder nur schon, dass jene Spielerinnen genesen, die derzeit noch verletzt sind. «Denn wenn alle an Bord wären, bräuchten wir keine Verstärkungen», ist er überzeugt. «Das Team hat genug Qualität.»

Mühe gegen schwächere Gegnerinnen

Diese Qualität wird in der Rückrunde mehr denn je gefragt sein. Denn die Schlieremerinnen stehen nach einer bisher schwierigen Saison mit nur einem Sieg aus acht Spielen mit einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze da. Woran hakt es in dieser Spielzeit? «Wir haben gegen starke Gegnerinnen wie Amriswil oder Worb gute Spiele gezeigt», sagt sich Perak. «Aber wir hatten Mühe gegen die vermeintlich schwächeren Gegnerinnen, gegen die wir das Spiel hätten machen sollen.»

Daher lautet die oberste Devise, erst einmal den Ligaerhalt sicherzustellen. «Aber wir müssen auch ein Team bilden, den Spielerinnen die Freude zurückbringen», so Perak. «Dazu gehört auch, dass man jungen Spielerinnen Fehler zugesteht.» Dem pflichtet Sallauka bei: «Wichtig ist, dass man Respekt zeigt.» Und fügt hinzu: «Wir müssen einander alle erst einmal finden.»
Viel Zeit bleibt ihnen dafür nicht. Im Februar geht es schon weiter mit der Meisterschaft. Dennoch verbreitet das Trainerduo Zuversicht. «Absteigen», so Sallauka, «werden wir auf keinen Fall.»