Altstetten
Neue ZSC-Arena: Knatsch um Parkplätze in Schlieren war ein Missverständnis

Die Verantwortlichen der ZSC Lions verzichten auf die Nutzung von Parkplätzen auf Schlieremer Stadtgebiet – diese hätten sie ohnehin nicht benötigt. Um Suchverkehr zu verhindern, wurde eine spezielle Massnahme beschlossen.

Alex Rudolf
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So sieht das Theatre of Dreams der ZSC Lions dereinst aus.
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So sieht die Eishockey-Arena aus, wenn sie voraussichtlich 2022 fertiggestellt ist.
Wer im Zug an der Arena vorbeifährt, dem bietet sich dieser Anblick.
Sicht von der Autobahn in Richtung Zürich.
Die Terrasse vor dem Theatre of Dreams.

So sieht das Theatre of Dreams der ZSC Lions dereinst aus.

ZVG / ZSC Lions

Im neuen Zuhause des Zürcher Eishockeyclub ZSC Lions soll im Spätsommer 2022 der erste Puck über das Eis gleiten. Das Theatre of Dreams – so der Name der neuen Sportstätte beim Bahnhof Altstetten – kam der Realisierung vergangene Woche einen grossen Schritt näher. Der Zürcher Stadtrat hiess den privaten Gestaltungsplan «ZSC Lions Arena» sowie die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) gut und überwies sie dem Gemeinderat. Eine der fünf Einwendungen, die gegen den Gestaltungsplan eingingen, stammte vom Schlieremer Stadtrat. Sie wurde im Rahmen der Überarbeitung berücksichtigt.

Zwar habe der Schlieremer Stadtrat die neue Version des Gestaltungsplans sowie die revidierte BZO wegen Ferienabwesenheiten noch nicht gesehen, sagt Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP) auf Anfrage. «Mit Vertretern des Eishockeyclubs fand jedoch ein Treffen statt.» In einem anschliessenden Schriftwechsel sei versichert worden, auf die Bedenken des Stadtrates einzugehen.

Plätze für 12'000 Zuschauer

Bei den Einwendungen ging es primär um Parkplätze. So sind die Betreiber des Theatre of Dreams dazu verpflichtet, im Rahmen eines Verkehrsberichts aufzuzeigen, wo die Besucher dereinst parkieren werden. Ist die Arena voll besetzt, finden immerhin 12'000 Zuschauer darin Platz. Von den externen Parkierungsmöglichkeiten, auf die im Gestaltungsplan verwiesen wurde, befanden sich nicht weniger als elf auf dem Gebiet der Stadt Schlieren. Dies sorgte für Irritation.
Neben jenen beim Aligro-Markt, dem Conforama, dem Gaswerk-Areal, dem Bauhaus-Baumarkt und dem Parkside waren auch jene der Migros und der Sika Bau AG aufgeführt. Die Besitzer dieser Parkplätze, darunter auch die Stadt Schlieren, wussten jedoch teils nichts davon. Zudem handle es sich bei vielen dieser Parkfelder um Pflichtparkplätze, die nicht anderweitig vergeben werden dürfen, so Bärtschiger damals. Weiter monierte der Stadtrat, dass viele der Parkiermöglichkeiten über keine ausreichende öV-Anbindung verfügen, mit welcher die Eishockey-Fans zum Stadion gelangen würden.

Nächster Entscheid fällt 2018

Im Gespräch mit den Verantwortlichen des ZSC habe sich gezeigt, dass nun doch ausreichend Parkiermöglichkeiten auf Zürcher Stadtgebiet zur Verfügung gestellt werden können. Bärtschiger verweist auch darauf, dass man sich weiterhin mit dem Sportclub austauschen werde. «Insbesondere, wenn das Detailprojekt vorliegt und es um die Klärung von weiteren Verkehrsfragen geht», sagt er. So befinde sich das Stadion sehr nahe an der Stadtgrenze zu Schlieren. «Es wurde beim Gestaltungsplan und der BZO-Revision anfänglich versäumt, Schlieren ins Boot zu holen. Dies konnten die Verantwortlichen jedoch nachholen», sagt er.

Nun wird sich der Zürcher Gemeinderat voraussichtlich bereits Anfang 2018 mit den privaten Gestaltungsplan und der BZO-Teilrevision auseinandersetzen. Parallel dazu arbeite man intensiv am Baugesuch und an der Baueingabe, heisst es vonseiten des Eishockeyclubs. Allein der Umstand, dass lediglich fünf Einwendungen gegen das geplante Projekt eingegangen sind, habe gezeigt, dass es breit abgestützt sei, sagt Peter Zahner, CEO der ZSC Lions.
Bezüglich der Einwendung der Stadt Schlieren habe es sich ein Stück weit um ein Missverständnis gehandelt. «So vermerkten wir im Gestaltungsplan mögliche Parkierungsmöglichkeiten ausserhalb der Stadt Zürich, ohne dass wir dies überhaupt mussten», sagt Zahner. Die 1100 Parkplätze, welche den Besuchern geboten werden müssen, seien per Absichtserklärung in Aussicht gestellt – auf Gebiet der Stadt Zürich.

Suchverkehr soll verhindert werden

Einzig könne es dazu kommen, dass Eishockey-Fans aus dem Aargau oder aus dem Limmattal, die mit dem Auto anreisen, dereinst in Schlieren parkieren werden. «Wir haben uns daher mit der Stadt darauf geeinigt, dass man gemeinsam später nach einer Lösung sucht», sagt Zahner. Denn man wolle Suchverkehr verhindern. Dies könne darin münden, dass eine offizielle Parkfläche in Schlieren angeboten wird, die dann mit dem öV gut mit der neuen Arena angeschlossen ist.

Im Rahmen des Einwendungsverfahrens äusserte sich der Schlieremer Stadtrat auch bezüglich der Velo-Autobahn, die das Limmattal dereinst mit der Stadt Zürich verbinden soll. So führe dieses weit fortgeschrittene Projekt direkt an der Arena vorbei und verursache Konflikte zwischen Fussgängern, Velofahrern und Autos. «Der ZSC zeigte auf, dass es nur zu Zeiten, in denen wenig Velofahrer die Fahrrad-Autobahn nutzen, zu solchen Konflikten kommt», sagt Bärtschiger. Zudem handle es sich um ein Projekt des Kantons. «Wir von der Stadt halten uns raus.» Da die Veloschnellstrasse den Gestaltungsplan nicht tangiert, kann Zahner dazu nichts sagen.