Schlieren

Neue Fahrspur gesperrt – SVP spricht von Schildbürgerstreich

Die Gaswerkbrücke hat eine dritte Fahrspur erhalten. Doch ist diese seit Monaten abgetrennt und nicht zu befahren.

Die Gaswerkbrücke hat eine dritte Fahrspur erhalten. Doch ist diese seit Monaten abgetrennt und nicht zu befahren.

Das Tempo- und Fahrregime wechselte auf der Gaswerkbrücke in Schlieren mehrmals. Die SVP gelangt nun an den Regierungsrat.

Im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn gestaltet der Kanton Zürich zahlreiche Brücken, Strassen und Kreuzungen in Dietikon, Schlieren und Urdorf um. Das Ziel: Der Durchgangsverkehr soll sich aus den Stadtzentren von Schlieren und Dietikon auf die Achse Bern- und Überlandstrasse verlagern.

Die Gaswerkbrücke, über welche die Bernstrasse von Zürich Altstetten nach Schlieren führt und die bereits heute von täglich rund 15 000 Fahrzeugen passiert wird, wurde von Juni 2017 bis Juli 2018 entsprechend saniert und verstärkt. Sie ist seither so ausgelegt, dass sie von grossen Schwertransporten benutzt werden kann. Und die Fussgänger und Velofahrer wurden von der Brücke verbannt, damit für Lastwagen, Autos und Vespas eine dritte Fahrspur erstellt werden konnte.

War diese neue Fahrspur in Richtung Dietikon/Urdorf kurz nach Abschluss der Sanierungsarbeiten noch zu befahren, wurde sie vor einigen Monaten mit einer Art Leitplanke abgetrennt und somit für den Verkehr wieder gesperrt.

«Situation schlechter und Kapazität geringer»

Drei SVP-Kantonsräte sprechen nun von einem «Schildbürgerstreich». Denn Pierre Dalcher (Schlieren), Hans-Peter Amrein (Küsnacht) und Lorenz Habicher (Zürich) befürchten, dass die gerade eben neu geschaffene dritte Fahrspur offenbar dauerhaft gesperrt bleibe. In einer Anfrage, die sie gestern beim Regierungsrat eingereicht haben, erkundigen sie sich, weshalb die Sperrung erfolgt sei und ob die Gründe dafür nicht hätten vorausgesehen werden können.

Zudem kritisieren die drei Politiker, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Brücke von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde herabgesetzt worden ist. Der Limmattalbahnbau sei der Bevölkerung ja unter anderem gerade damit schmackhaft gemacht worden, dass gleichzeitig auch das lokale Strassennetz ausgebaut werde, schreiben Dalcher, Amrein und Habicher. Doch bei der Gaswerkbrücke seien nun mit dem Verzicht auf die dritte Fahrspur und die Temporeduktion «die Situation schlechter und die Kapazität tiefer als im Ursprungszustand».

Was es mit der Sperrung der dritten Fahrspur auf sich hat und ob sie, wie von den SVP-Politikern befürchtet, dauerhaft ist, wird sich in spätestens drei Monaten zeigen. So lange hat der Regierungsrat gemäss Kantonsratsgesetz Zeit, um den Vorstoss schriftlich zu behandeln.

Eine mehrmals wechselnde Höchstgeschwindigkeit

Seit die Gaswerkbrücke nach ihrer Sanierung und Erweiterung wieder befahrbar ist, hat die auf ihr geltende Höchstgeschwindigkeit mehrmals geändert. Zunächst wurde die Limite von den früher üblichen 80 auf 60 Kilometer pro Stunde gesenkt. Doch in diesem Frühling galt auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt der Bernstrasse wieder Tempo 80. Inzwischen ist wieder 60 signalisiert.

Dieses Hin und Her war auf einen kleinen Fehler zurückzuführen. Die Stadt Schlieren, welche die Temporeduktion verlangt hatte, hatte es im vergangenen Jahr versäumt, diese sogenannte «dauernde Verkehrsanordnung» zu publizieren.

Dies wurde in diesem Frühling nun nachgeholt. Es sei nicht sinnvoll, auf dem relativ kurzen Strassenstück Tempo 80 zuzulassen, begründete die Stadt ihren Antrag im April gegenüber der Limmattaler Zeitung. Sie verwies dabei unter anderem auf Sicherheits-, Lärm- und Umweltüberlegungen. Auf der Bernstrasse soll deshalb einheitlich Tempo 60 gelten.

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