Wädenswil

Neue Fachstelle: Der Weinbau wird für die Zukunft fit gemacht

Das Weinbauzentrum in Wädenswil forscht nach neuen Pilzwiderstandsfähigen Weinsorten und Schutzmitteln.

Das Weinbauzentrum in Wädenswil forscht nach neuen Pilzwiderstandsfähigen Weinsorten und Schutzmitteln.

Zur Unterstützung der regionalen Winzer und zur Förderung des Deutschschweizer Weinbaus gibt es in Wädenswil eine neue Fachstelle. Davon profitieren nicht zuletzt die Limmattaler Winzer.

Wo der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens. So der Aphorismus des griechischen Tragödiendichters Euripides. Damit diese Worte nicht Realität werden, nimmt ab Januar 2018 das Weinbauzentrum Wädenswil offiziell seine Tätigkeit auf. Dadurch erhalten Rebleute und die Weinbranche in der Region respektive der gesamten Deutschschweiz eine Anlaufstelle für Fragen zum Weinbau.

Das Weinbauzentrum konzentriert sich dabei auf die nachhaltige Weinproduktion, den Strukturwandel in der Branche sowie das Weinmarketing. Im Zentrum der Dienstleistungen der neuen Fachstelle stehen die angewandte Forschung, die Beratung, die Aus- und Weiterbildung von Fachleuten sowie die Kulturpflege.

Wieder eine Fachstelle für Weinfragen

Rund anderthalb Jahre hat der Vorstand des Branchenverbandes Deutschschweizer Weine an den Vorbereitungen gearbeitet, bis das Weinbauzentrum nun seine Türen öffnen konnte. Die Branche wie auch die Eidgenössische Forschungsanstalt für Obst-, Wein-, und Gartenbau – heute Agroscope – in Wädenswil waren in der Vergangenheit von Reorganisationen im Hochschulbereich, Sparmassnahmen und von wiederholten Umstrukturierungen der weinbaulichen Forschung des Bundes konfrontiert. Ab 2017 reduzierten weitere Sparmassnahmen die Weinbauforschung in Wädenswil auf ein Minimum.

Damit ist nun Schluss. Dank der Unterstützung und Zusammenarbeit mit dem Branchenverband, Mitgliedern von Agroscope, dem Strickhof und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften hat die Grossregion Zürich wieder eine Fachstelle für Weinfragen.

Geschäftsführer Peter Märki wird sich mit seinem zehnköpfigen Team vorerst auf die Prüfung von neuen pilzwiderstandsfähigen Sorten sowie neuen Pflanzenschutzmitteln kümmern. «Beides sind wichtige Projekte die dazu beitragen sollen, die Ökologisierung und Nachhaltigkeit des Deutschschweizer Weinbaus langfristig sicherzustellen», sagt Märki. Aber auch die Verbesserung der Abwehr der Reben gegen die Kirschessigfliege oder gegen Stiellähme und die Verrieselung seien wichtige Themen des Weinbauzentrums in Wädenswil.

Das hiesige Klima ist anders

Das Kompetenzzentrum gehört damit zum Zweiten in der Schweiz; das andere befindet sich in Changins in der Romandie. «Sowohl die dort angebauten Sorten wie auch die klimatischen Bedingungen sind sehr unterschiedlich zur Deutschschweiz», erklärt der Geschäftsführer die Bedeutung des neuen Weinbauzentrums.

Von der neuen Fachstelle profitieren nicht nur die Deutschschweizer Winzer, sondern besonders auch jene im Limmattal, wie Märki sagt: «Im Bereich der angewandten Forschung sind die Resultate wegen der klimatisch ähnlichen Bedingungen im Schweizer Mittelland gut auf das Limmattal übertragbar. Daneben profitieren die Limmattaler Winzer auch von den Dienstleistungen des Weinbauzentrums im Bereich Weinanalytik und Wissenstransfer.» Zumal die angehenden Winzer aus der Region auch die Schule in Wädenswil besuchen würden.

Reben bereits gepflanzt

Die für die Forschung benötigten Reben sind bereits weitestgehend angepflanzt. So konnte das neue Kompetenzzentrum die Versuchsbetriebe von Agroscope und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften übernehmen. «Das Weinbauzentrum forscht in diesen Bereich, bringt Know-how zusammen und schafft Netzwerke», sagt Märki. Ein Beispiel dafür sei ein Event im November gewesen, der über die Drohnenunterstützung im Rebbau informierte (die Limmattaler Zeitung berichtete). «An diesem Thema bleiben wir auch in Zukunft dran», sagt Märki.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1