Zürich

Neue CO2-Studie: Wieso das «Züri-Fäscht» klimafreundlicher ist als ein normales Wochenende in der Stadt

Feuerwerke am «Züri-Fäscht»: Schön anzuschauen – doch wie steht es um ihren Co2-Ausstoss?

Die Umweltstiftung «myclimate» hat die Klimafreundlichkeit des «Züri-Fäscht» untersucht und Überraschendes herausgefunden.

Das «Züri-Fäscht» lockt alle drei Jahre eine riesige Schar an Besucherinnen und Besuchern ans untere Zürcher Seebecken. Rund zwei Millionen Menschen strömten gemäss Veranstalter 2016 in die Limmatstadt, um den zahlreichen Festaktivitäten zu frönen; ein Ausnahmezustand für Zürich. In Zeiten rege geführter Klimadebatten stellen sich jedoch die Fragen: Wie steht es eigentlich um den ökologischen Fussabdruck des grössten Schweizer Volksfestes? Ist es noch verantwortbar, Feuerwerke in den Zürcher Nachthimmel zu schiessen?

Ja, sagt eine von der Umweltstiftung «myclimate» durchgeführte Studie. Hinsichtlich des CO2-Ausstosses sei der Anteil der Feuerwerke am Gesamtvolumen des Fests gering. Nicht einmal 2 Prozent mache er aus, berichtet die «Neue Zürcher Zeitung», welcher die Resultate der Studie vorliegen. Und auch die vielkritisierte Flugshow komme auf einen Wert von weniger als 2 Prozent am Gesamtvolumen. Der grösste Teil der Emissionen entfalle auf die An- und Abreise der Besucher (42 Prozent), gefolgt von den Mahlzeiten (40 Prozent), wobei der Fleischkonsum hauptverantwortlich für diesen Wert sei. Das Festprogramm, welches gemäss Protokoll des Stadtrates Zürich vor drei Jahren noch einen Anteil von 12 Prozent am Gesamtausstoss hatte, wird durch Zahlungen an «myclimate» kompensiert.

Der gesamte Ausstoss an einem «Züri-Fäscht»-Wochenende sei heute bereits kleiner als während eines normalen Wochenendes ohne Fest, meint Andreas Hugi, Sprecher des Organisationskomitees, zur «NZZ». «Der Grund dafür ist der Individualverkehr, der in diesen Tagen unter anderem wegen der Sperrung der Innenstadt fast vollständig wegfällt», erklärt er. Knapp 90 Prozent der Festbesucher würden mit dem öV anreisen, statt das Auto zu benutzen.

Drohnen-Show über dem Zürichsee

Das diesjährige «Züri-Fäscht» wartet mit einem neuen Spektakel auf, wie Hugi verkündet: Während einer «Drohnen-Show» sollen rund 150 Drohnen spektakuläre 3-D-Bilder über den Zürichsee projizieren. Die Energie dafür stamme aus 100 Prozent Naturstrom. «Wenn die Show gut ankommt und der gesellschaftliche Wandel weiter voranschreitet, dann kann ich mir vorstellen, dass sich die klassischen Feuerwerke irgendwann einmal überleben werden.»

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