Bergdietikon
Neue Bauordnung: Bergdietiker Gemeinderat muss zweite Offerte einholen

Die Gemeinde Bergdietikon kann mit der Überarbeitung ihrer Bau- und Nutzungsordnung nicht wie geplant dieses Jahr beginnen. Die Gemeindeversammlung hat ihn am Montagabend angewiesen, eine zweite Offerte einzuholen. Das Geschäft wurde zurückgewiesen.

Bettina Hamilton-Irvine
Merken
Drucken
Teilen
Die Gemeinde Bergdietikon kann ihre Bau- und Nutzungsordnung noch nicht wie geplant dieses Jahr überarbeiten.

Die Gemeinde Bergdietikon kann ihre Bau- und Nutzungsordnung noch nicht wie geplant dieses Jahr überarbeiten.

Flavio Fuoli

Er finde es einfach «wahnsinnig», für dieses Projekt 200 000 Franken auszugeben, sagte ein Votant an der Bergdietiker Gemeindeversammlung am Montagabend. Er bezog sich damit auf den Kredit, den der Gemeinderat der Versammlung zur Genehmigung unterbreitet hatte, damit die Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde überarbeitet werden kann. Knapp 120 000 Franken davon würden dem Ingenieurbüro Senn aus Nussbaumen bezahlt, das die Gemeinde schon bei der letzten Überarbeitung der Nutzungsordnung unterstützte.

Dass der Gemeinderat keine zweite Offerte eingeholt hatte, störte den Votanten. «Ich bin erstaunt, dass man für 120 000 Franken keine Ausschreibung gemacht hat», sagte er. Er verlangte, dass man das Geschäft bis zur nächsten Gemeindeversammlung zurückstelle und der Gemeinderat dann weitere Offerten präsentiere.

Überarbeitung alle 15 Jahre

Ein weiterer Stimmbürger wollte wissen, wie oft die Nutzungsplanung überarbeitet werden müsse und ob man dafür jedes Mal so viel Geld hinlegen müsse. Gemeinderat Martin Kaufmann erklärte, die Bau- und Nutzungsordnung, die zuletzt 1997 überarbeitet worden ist, müsse ungefähr alle 15 Jahre revidiert werden. Bei der letzten Totalrevision habe man mit 340 000 Franken jedoch noch einiges mehr bezahlt.

Trotzdem liessen sich viele der 111 anwesenden Stimmbürger von der Notwendigkeit einer weiteren Offerte überzeugen: 74 davon stimmten für die Rückweisung des Geschäfts. Es wird somit an der Gemeindeversammlung im November wieder zur Sprache kommen.

Kommission bereits gebildet

Eigentlich hätte der Gemeinderat noch dieses Jahr mit den Arbeiten beginnen wollen. Deshalb hat er bereits die ersten Schritte eingeleitet und für die Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung eine Kommission eingesetzt. Nebst Gemeindeammann Gerhart Isler und Gemeinderat Martin Kaufmann gehören ihr auch Vertreter der Baukommission, der Landwirtschaftskommission sowie der FDP, SVP und des Bürgerforums an. Auch die entsprechenden Kosten sind im Finanzplan für dieses und nächstes Jahr bereits enthalten.

Jahresrechnung einstimmig genehmigt

Die Jahresrechnung 2011 wurde von den 111 anwesenden Stimmberechtigten an der Bergdietiker Gemeindeversammlung am Montagabend einstimmig und diskussionslos genehmigt. Kein Wunder: Sie schliesst mit einem Plus von 1,8 Millionen Franken, und um fast 1,1 Millionen Franken besser als budgetiert. Ebenfalls einstimmig gutgeheissen wurden der Rechenschaftsbericht und die Kreditabrechnung über die Sanierung des Gemeindehauses. Auch diese ist erfreulich: Von dem im Jahr 2008 gewährten Kredit über 700 000 Franken waren effektiv nur knapp 436 000 Franken gebraucht worden. Zudem genehmigten die Stimmberechtigten einstimmig einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 125 000 Franken für die Sanierung der Bachleitung Raibach. Zugestimmt wurde auch der Revision der Satzungen des Regionalplanungsverbandes Mutschellen-Reusstal-Kelleramt. Der Verband koordiniert und vertritt die planerischen Interessen der Vertragsgemeinden gegenüber dem Kanton und der Öffentlichkeit. Eine Anpassung der Satzungen wurde nötig, da der Grosse Rat das Massnahmepaket Gemeindereform Aargau 2 angenommen hat. Dies hat unter anderem eine Demokratisierung der Gemeindeverbände zur Folge. (bhi)