Natelantenne
Natelantenne bringt Anwohner von Bergdietikon in Rage

In Bergdietikon regt sich Widerstand gegen die Natelantenne der Swisscom. Die Gemeinde will aufgrund des Widerstands eine andere Lösung. Die Swisscom wehrt sich: das Projekt sei mit der Gemeinde besprochen worden.

Bettina Hamilton-Irvine
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Aussciht mit Einschnitt in die Topographie: Swisscom Antenne in Bergdietikon

Aussciht mit Einschnitt in die Topographie: Swisscom Antenne in Bergdietikon

Katja Landolt

Elisabeth Bollier ist empört. Der Grund für ihre Aufregung: Wenn sie aus dem Fenster ihres Hauses in Kindhausen schaut, blickt sie direkt auf das Baugespann für eine 35 Meter hohe Natelantenne. «Das sieht katastrophal aus», findet sie.

«Der Anblick ist mir fast unerträglich.» Doch nicht nur das Optische stört die Bergdietikerin, die vor allem für ihren Naturgarten und ihren Einsatz als Naturschützerin bekannt ist. Sie fürchtet sich auch vor der Strahlung: «Nur schon zu wissen, dass es dort eine Antenne geben könnte, macht mich ganz krank.»

Mit ihrer Opposition ist Bollier nicht alleine. Eine Gruppe von Anwohnern hat sich zusammengeschlossen, um die Antenne zu bekämpfen. Man habe bereits gegen 300 Unterschriften gesammelt, so Bollier. «Die Bergdietiker wollen diese Antenne nicht», ist sie überzeugt. «Es haben alle Angst.»

Einschnitt in das Landschaftsbild

Der grosse Widerstand hat nun auch die Gemeinde aufgeschreckt. Diese hat das Thema vor eineinhalb Jahren selber aufgegriffen, da man immer wieder Reklamationen über den schlechten Natelempfang in Bergdietikon bekommen habe, wie Gemeindeschreiber Patrick Geissmann auf Anfrage sagt.

Auch in der Ausgabe der «Bergdietiker Ziitig» vom Herbst 2012 thematisierte der Gemeinderat das Problem und teilte mit, man suche gemeinsam mit der Swisscom nach einem geeigneten Standort.

Bei den Abklärungen hat sich ergeben, dass aus technischen Gründen nur der Standort an der Alten Kindhauserstrasse infrage kommt und dass die Antenne dort nicht nur freistehend, sondern auch 35 Meter hoch gebaut werden muss.

Es sei dem Gemeinderat durchaus bewusst gewesen, dass es sich um eine grosse Anlage handelt, sagt Geissmann. Er habe aber die Ausschreibung abwarten wollen, damit die Dimensionen der Anlage allen ersichtlich würden.

Darüber, wie die Anlage real wirkt, seien aber sowohl Gemeinderat als auch Bevölkerung überrascht gewesen. «Es hat verständlicherweise regen Widerstand gegeben», so Geissmann.

Zu grosser Einschnitt ins Landschaftsbild

Auch für den Gemeinderat war klar, dass die Antenne in dieser Form keine Lösung ist. Auf der Gemeindewebsite teilt er nun mit, es habe sich gezeigt, dass «die wegen der topografischen Verhältnisse notwendige Grösse der Antenne ein zu grosser Einschnitt in das Landschaftsbild ist».

Der Gemeinderat hat denn auch bereits das Gespräch mit der Swisscom gesucht. Diese habe zumindest Bereitschaft signalisiert, nach einer anderen Lösung zu suchen, sagt Geissmann.

Swisscom hält am Projekt fest

Auf Anfrage der Limmattaler Zeitung erklärt die Swisscom jedoch, sie sei von der Gemeinde gebeten worden, ein Projekt auszuarbeiten, um die Versorgung zu verbessern. Die Vorgaben seien mit der Gemeinde abgesprochen und als Folge ein Baugesuch eingereicht worden, so Mediensprecher Christian Neuhaus.

Nun sei Opposition seitens der Bevölkerung eingetreten. Doch: «Wir möchten das eingereichte Projekt so beibehalten.»

Die Einsprachefrist läuft am Montag ab. Ihre Gruppe von direkt betroffenen Nachbarn habe sich einen Anwalt genommen, sagt Bollier, und insgesamt elf Einsprachen eingereicht. Man werde alles tun, um die Antenne zu bekämpfen, sagt Bollier: «Falls wir keinen Erfolg haben, ziehen wir den Fall weiter.»

Direkt neben einer Antenne zu wohnen, sei für sie keine Option: «Ich glaube, ich müsste von hier wegziehen.»