Dietikon
Nachtarbeit und Strassensperre ab April: So laufen die Vorbereitungen für die Limmattalbahn-Intensivbaustelle

Wie weit sind die Bauarbeiten? Und worauf müssen sich die Anwohnerinnen und Anwohner in nächster Zeit gefasst machen? Gesamtprojektleiter Daniel Issler und Chefbauleiter Peter Kern haben uns vor Ort Auskunft gegeben.

Sven Hoti
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Die Arbeiten sind in vollem Gange: Bauarbeiter legen das Fundament für die neue Schiene der Limmattalbahn auf dem Bahnhofplatz in Dietikon.

Die Arbeiten sind in vollem Gange: Bauarbeiter legen das Fundament für die neue Schiene der Limmattalbahn auf dem Bahnhofplatz in Dietikon.

Severin Bigler

Es wird gehämmert, geschliffen, gebohrt und ausgehoben. Ein Bauarbeiter trägt ein geschätzt drei Meter langes Kunststoffrohr an den Fussgängern vorbei. Auf der Limmattalbahn-Baustelle im Dietiker Zentrum herrscht geschäftiges Treiben. Und der Höhepunkt der Bauarbeiten ist noch lange nicht erreicht (weitere Artikel zur Limmattalbahn finden Sie hier).

Die Vorbereitungen für die Intensivbaustelle im Bereich zwischen Bahnhofplatz und Stadthaus laufen auf Hochtouren. Vom 9. April bis am 10. Mai sollen die Arbeiten dauern. Man sei gut im Zeitplan, versichert Gesamtprojektleiter Daniel Issler bei einem Rundgang am Donnerstag. «Es gibt keine Anzeichen für eine Verzögerung.» Der viele Schnee der letzten Tage – er habe nur bedingt Auswirkungen auf die Bauarbeiten gehabt. «Am Donnerstag und Freitag wurde nicht gearbeitet. Jetzt sind wir wieder voll dran», sagt Peter Kern. Er ist der Chefbauleiter von Los 5, dem Baubereich zwischen der Grenze Urdorf/Dietikon und der Reppischbrücke.

Zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten: Chefbauleiter Peter Kern und Daniel Issler, Gesamtprojektleiter und Geschäftsführer der Limmattalbahn AG.

Zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten: Chefbauleiter Peter Kern und Daniel Issler, Gesamtprojektleiter und Geschäftsführer der Limmattalbahn AG.

Severin Bigler

«Voll dran»: Für die Bauarbeiter heisst das im Ein-Schicht-Betrieb von sieben Uhr in der Früh bis um 17 Uhr. Mit einem Aufgebot von etwa 80 Mann – und ein paar wenigen Frauen. Speziell ist der Posten des Sicherheitswächters. Er steht beim Bahnhofplatz und warnt die Bauarbeiter an den Gleisen, wenn die Bremgarten-Dietikon-Bahn passieren will. Das ist etwa alle 15 Minuten der Fall. Kommt ein Zug, hornt er los – ein Laut, den man noch bis zum Kirchplatz vernehmen kann.

Die restlichen Arbeiter heben Strassen aus, legen Werkleitungen ein und schütten alles wieder zu. Beim Kirchplatz und am Bahnhof wird so ein Extra-Gleis geschaffen, auf dem dereinst sowohl die Bremgarten-Dietikon-Bahn als auch die Limmattalbahn verkehren. Bis zur Intensivbauphase soll der ganze Tiefbau abgeschlossen sein, sagt Chefbauleiter Kern. «Die Gleisbauunternehmung arbeitet dann im Drei-Schicht-Betrieb durch.» Ab 9. April heisst das somit: Nachtschicht. Und das wohl regelmässig während der vier Wochen, wie Kern sagt.

Anwohner sollen Geschenk für Nachtarbeiten erhalten

Die Bremgartnerstrasse wird während der ganzen Zeit für den Autoverkehr gesperrt sein. Das Gleis der Bremgarten-Dietikon-Bahn soll nämlich zweigleisig bis zum Stadthaus weitergeführt werden. Dies nicht als Teil des Limmattalbahn-Vorhabens – diese biegt an der Kreuzung nach rechts in die Zentralstrasse ab –, sondern um die Leistungsfähigkeit des Kirchplatz-Knotenpunktes zu erhöhen, so Issler. «Normalerweise musste man hier wegen der Bremgarten-Dietikon-Bahn immer zwei Minuten warten. Neu wird das nicht mehr so sein.»

Momentan noch einspurig: Die Bremgarten-Dietikon-Bahn soll bald auf zwei Gleisen Richtung Stadthaus verkehren.

Momentan noch einspurig: Die Bremgarten-Dietikon-Bahn soll bald auf zwei Gleisen Richtung Stadthaus verkehren.

Severin Bigler

Unruhige Zeiten für die Anwohner also? «Man wird es schon hören», sagt Gesamtprojektleiter Issler. Dies sei allerdings der Kompromiss gewesen, den man mit den Gemeinden und Kantonen eingegangen sei. «Wenn man eine Intensivbaustelle hat, dann muss man das Zeitfenster auch ausnutzen. Das kommt besser an, als wenn man hier über einen längeren Zeitraum eine Baustelle hat.»

Als Dankeschön werde die Limmattalbahn AG den Anwohnerinnen und Anwohnern im Umkreis ein kleines Geschenk machen, kündet Issler an. Schon bei der Baustelle rund um die Reppischbrücke hätten die Quartierbewohner jeweils 20-Franken-Gutscheine für das Gewerbe im Umkreis erhalten. «Für den Frühling und Sommer werden wir sicher auch wieder so etwas machen.»

Hälfte der neuen Unterführung öffnet am 1. Februar

Zusätzlich zur Geschenkaktion dürfen sich die Dietikerinnen und Dietiker schon bald auch auf eine neue, behindertengerechte Unterführung beim Bahnhof freuen. Die erste Hälfte soll bereits am 1. Februar eröffnet werden. «Noch fehlen die Lampen», meint Chefbauleiter Kern mit prüfendem Blick an die Decke.

Nur noch die Lampen fehlen: Die neue Personenunterführung beim Dietiker Bahnhof nimmt Gestalt an.

Nur noch die Lampen fehlen: Die neue Personenunterführung beim Dietiker Bahnhof nimmt Gestalt an.

Severin Bigler

Beim Betreten fällt auf, dass die neue Unterführung um einiges geräumiger ist als ihre Schwester nebenan. Mit neun Metern Breite misst sie laut Gesamtprojektleiter Issler mehr als das Doppelte der alten Unterführung Dietikon Ost. Die neue Bahnhofsunterführung ist zudem komplett in Grau gehalten. Der Boden, die Wände, die Decke – alles besteht aus Beton. Bis zur Fertigstellung im Oktober bleibt die erste Hälfte der Unterführung mit der alten Unterführung über eine provisorische Treppe verbunden. Später, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird die alte Unterführung zugeschüttet. Damit geht am Dietiker Bahnhof eine Ära zu Ende. Eine neue wird bald eingeläutet.

Nachtarbeiten im Dietiker Zentrum

Die Intensivbauphase startet am 9. April und dauert bis zum 10 Mai. Betroffen ist der Bereich vom Bahnhof bis zum Stadthaus. Während der Bauarbeiten müsse im ganzen Zentrum mit grösseren Behinderungen und Nachtarbeiten gerechnet werden, heisst es in einem Infoschreiben der Limmattalbahn AG. Die S17 (AVA) kann den Bahnhof während mehrerer Wochen nicht bedienen. Es verkehren Ersatzbusse. Zusätzlich werden die Linien 305, 306 und 325 umgeleitet. Weitere Informationen stellt die Limmattalbahn AG für Mitte März in Aussicht.

Im Bereich Bahnhofplatz und Kirchplatz kommt es bereits im Vorfeld zu Nachtarbeiten. Betroffen sind die Nächte vom 26. auf den 27. Januar, vom 5. auf den 6. Februar und vom 14. auf den 15. Februar. Dann werden Schienen und Weichen abgeladen sowie Betonierungsarbeiten durchgeführt. Um den Betrieb der Bremgarten-Dietikon-Bahn nicht zu stören, könnten diese Arbeiten nur in der Nacht stattfinden, schreibt die Limmattalbahn AG. (sho)

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