Dietikon
Nachbarn klagen, sie könnten nicht mehr schlafen

Anwohner der Bar B8 stören sich ab lauten Gästen, die bis in die frühen Morgenstunden draussen sitzen. Die provisorische Bewilligung für die verlängerte Bewirtschaftung läuft Ende Juni aus.

Gioia Lenggenhager
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Bar B8 an der Badenerstrasse

Bar B8 an der Badenerstrasse

GIL

Özgür Celik, Wirt der Bar B8 an der Badenerstrasse, muss sich Vorwürfe gefallen lassen. Seine Gäste sässen an warmen Wochenenden teilweise bis um 5 Uhr in der Früh draussen - telefonierten und diskutierten gut hörbar. Anwohner beklagen sich, sie könnten in warmen Nächten nicht mit offenem Fenster schlafen.

«Um 1 Uhr ist unser DJ im Bett, wir schicken ihn konsequent um 24 Uhr nach Hause», sagt Özgür Celik, der Betriebsleiter der Bar B8. «90 Prozent unserer Gäste kommen jedes Wochenende. Wir kennen sie gut und wissen, dass sie niemals böswillig Lärm machen würden.» Dass es in der Vergangenheit trotzdem zu Ruhestörungen gekommen ist, will der Wirt nicht leugnen. In den letzten drei Monaten habe er darum 15 Personen Hausverbot erteilt, sagt Celik.

Die provisorische Bewilligung der Bar B8 für die verlängerte Bewirtschaftung bis 2 Uhr werktags und bis 4 Uhr am Wochenende läuft am 30. Juni aus. Ob sie dem Wirt wieder erteilt wird, entscheidet der Stadtrat.

«Laut dem kantonalen Gastgewerbegesetz müssen wir dem Betrieb beweisen, dass er die Nachtruhe mehrfach gestört hat», sagt Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung der Stadt Dietikon. Damit meint er wiederholte, dokumentierte Beschwerden bei der Polizei. Solche seien seit der Bewilligung für verlängerte Öffnungszeiten im Herbst 2011 «von unterschiedlichen Anwohnern vereinzelt eingegangen».

Betreiber der Bar hat Angst

Barbetreiber Celik fürchtet sich ob der blossen Frage, was er tun würde, wenn ihm die Bewilligung, am Wochenende bis um 4 Uhr geöffnet zu haben, nicht erneuert würde. «Das wäre existenzbedrohend. Heute beginnt der Ausgang um 23 Uhr. Erst nach Mitternacht läuft bei uns der Laden wirklich», sagt Celik, der Angestellte entlassen würde, falls er in Zukunft um Mitternacht schliessen müsste.

«Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen der Nachtruhe und der Wirtschaftlichkeit der Gastronomiebetriebe», sagt Winkelmann seinerseits. Das Problem ist altbekannt. Doch die Fronten sind nicht festgefahren. Celik ist zum Dialog bereit und möchte gestörte Nachbarn zur Pizza einladen.