Schlieren

Nach zweieinhalb Wochen sind die Geissweid-Unterschriften zusammen

Ob auf dem Geissweidplatz ein Hochbau realisiert wird, darüber soll das Schlieremer Stimmvolk befinden. Daniel Diriwächter

Ob auf dem Geissweidplatz ein Hochbau realisiert wird, darüber soll das Schlieremer Stimmvolk befinden. Daniel Diriwächter

Über 400 Signaturen seien in knapp zweieinhalb Wochen zusammengekommen, wie es vom Initiativkomitee heisst. Nun sollen diese so rasch wie möglich dem Stadtrat überreicht werden.

Nur knapp zweieinhalb Wochen dauerte die Unterschriftensammlung des Initiativkomitees für eine attraktive Geissweid für alle. Am Mittwoch gab Präsident und Gemeinderat Andreas Kriesi (GLP) bekannt, dass sie beendet wird. Die für ein Zustandekommen der Initiative notwendigen 200 Unterschriften seien zusammen. «Damit die Initiative schnellstmöglich an die Urne kommt, haben wir uns dazu entschieden, die eingegangenen Unterschriften bereits fünfeinhalb Monate vor Ablauf der Frist einzureichen», sagt er.

Wie viele genau zusammengekommen sind, kann er noch nicht sagen. Denn noch bis zum kommenden Montag können ausgefüllte Bögen den Mitgliedern des Komitees überreicht werden. «Ich rechne damit, dass zwischen 400 und 500 Signaturen zusammengekommen sind», so Kriesi. Dies sei eine stolze Zahl in Anbetracht der Anzahl Stimmberechtigten, die in Schlieren jeweils an die Urne gehen.

Andreas Kriesi vor dem Schlieremer Chilbiplatz

Andreas Kriesi vor dem Schlieremer Chilbiplatz

Was auf dem Chilbiplatz, wie die Geissweid auch genannt wird, entstehen soll, darüber entfachte Ende Dezember im Gemeinderat eine hitzige Debatte. In der künftigen Tramwendeschlaufe, wo dereinst das 2er-Tram und die Limmattalbahn verkehren werden, wollte der Stadtrat eine grüne Oase mit 89 einheimischen Bäumen für 992 000 Franken erstellen lassen. Mit 19 zu 11 Stimmen wurde dies im Parlament abgelehnt.

Nur wenige Tage später präsentierte die Liberale Baugenossenschaft einen Projektvorschlag, wie der Platz genutzt werden könnte. Ein sechsgeschossiges Wohngebäude würde sich demnach zwischen Geissweid und benachbartem Kohler-Areal erstrecken. Auf diese Weise könnte die Stadt von Baurechtszinsen profitieren und es würde zudem günstiger Wohnraum an bester Lage entstehen. Die Tramwendeschlaufe würde unter dem Wohnhaus durchgeführt, erklärte ein Sprecher der Baugenossenschaft Ende Dezember.

Kein gangbarer Weg für Exponenten von SP, GLP und Gründen, die sich im Initiativkomitee «Für eine attraktive Geissweid für alle» formierten und Unterschriften sammelten.

Man fährt doppelspurig

Bereits im kommenden Herbst soll der Baustart für die Verlängerung der Linie 2 von Zürich Farbhof bis Schlieren Geissweid erfolgen. Das Komitee argumentiert damit, dass beim Bau des Geissweid-Platzes auch Geld eingespart werden könnte, wenn die Arbeiten gleichzeitig wie jene zur Tramverlängerung ausgeführt werden könnten. Ob dies gelingt, ist jedoch trotz der früheren Eingabe der Unterschriften fraglich, so Kriesi. Denn erst müssten diese geprüft werden, vom Stadtrat und anschliessend vom Parlament wird die Vorlage zudem beraten. «Die nächsten beiden Abstimmungstermine im Frühling und Herbst dieses Jahres sind wohl zu zeitnah.» Ganz gibt er die Hoffnung jedoch nicht auf: So sei denkbar, dass die Strassen-, Gleis- und Haltestellenarbeiten auf der Geissweid erst später als Herbst 2017 durchgeführt werden, was eine zeitgleiche Realisierung wieder möglich machen würde.

«Wir fahren derzeit doppelspurig», sagt Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP) über das derzeitige Vorgehen. So habe man erste Gespräche mit Exponenten der Liberalen Baugenossenschaft geführt, überlege aber auch, wie mit der Volksinitiative umgegangen werden könnte. «Bringen wir das Projekt, das vom Parlament zurückgewiesen wurde an die Urne oder braucht es allenfalls ein neues?» Die knappen personellen und finanziellen Ressourcen im Baudepartement würden jedoch verhindern, dass man gleichzeitig mit Volldampf auf einen Hochbau und auf eine grüne Oase hinarbeiten könne. Auch er zweifelt daran, ob sich die Projekte zusammen mit den Arbeiten rund um die Bahn erledigen lassen. Nachdem die Initiative eingereicht wurde, werde der Stadtrat jedoch eine Strategiesitzung abhalten. «Dann werden wir festlegen, wie die nächsten Schritte aussehen», so Bärtschiger.

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