Dietikon
Nach Streichung am Bildungszentrum: Volkshochschule setzt Sprachkurse fort

Die Volkshochschule Dietikon bietet jetzt die Kurse an, die das Bildungszentrum Limmattal Anfang Jahr gestrichen hat. Problematisch gestaltet sich nun jedoch deren Finanzierung. Der Kanton und die Gemeinde unterstützen das Vorhaben nicht.

Manuel Reisinger
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Wenn die Sprachkurse gut ankommen, könnte das Angebot ausgebaut werden.

Wenn die Sprachkurse gut ankommen, könnte das Angebot ausgebaut werden.

Keystone

Obwohl das Bildungszentrum Limmattal zu Beginn des Jahres diverse Sprachkurse aus dem Programm strich, stufte der Dietiker Stadtrat das Bildungsangebot der Stadt als «sehr gut» ein. Dies geht aus der Antwort des Stadtrats auf eine Interpellation von AL-Gemeinderat Ernst Joss hervor. Mit dieser Antwort ist Joss allerdings nicht zufrieden. Als Präsident der Volkshochschule Dietikon entschied er gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen, die Sprachkurse an der Volkshochschule durchzuführen. Damit will er nicht nur das Bildungsangebot aufwerten, sondern auch verhindern, dass Dietikon an Attraktivität verliert.

«Zwei ehemalige Lehrpersonen des Bildungszentrums setzten ihre Kurse auf eigene Kosten fort», erklärt Joss. «Ihnen fehlte allerdings die institutionelle Plattform, um neue Kursteilnehmer zu finden, weshalb sie sich an uns wendeten.» Die Volkshochschule Dietikon willigte ein, die Sprachkurse zu organisieren. Zurzeit sind Spanisch-, Englisch-, Deutsch- und Französischkurse ausgeschrieben, die im Herbst erstmals stattfinden werden.

Keine Unterstützung von Kanton und Gemeinde

Für Joss ist klar: Finanziell lohnen sich die Kurse nicht. «Die Sprachkurse müssen selbsttragend sein. Wenn sich nicht genug Leute anmelden, kann der Kurs nicht durchgeführt werden.» Die Volkshochschule habe nicht die Mittel, die Kurskosten querzufinanzieren. Da weder die Gemeinde noch der Kanton das Vorhaben finanziell unterstützen, müssen die Kursteilnehmer tiefer in die Tasche greifen. Denn ohne Subventionierung seien hohe Teilnahmekosten unumgänglich. «Der Kanton sollte einsehen, dass es dieses Angebot in Dietikon braucht.» Der Kanton Zürich verweise allerdings nur darauf, dass entsprechende Sprachkurse in Zürich angeboten werden, was Joss ebenfalls nicht gutheisst: «Alles wird nach Zürich verlagert. Aber ohne Sprachkurse würde in Dietikon etwas fehlen.» So sei es etwa wichtig, für Leute, die sich einbürgern lassen wollen, Deutschkurse anzubieten. Auch wer Spanisch für die Ferien lernen will, solle dies in Dietikon tun können. «Bei der Volkshochschule hören wir oft den Vorwurf, unsere Kurse hätten keinen wirtschaftlichen Mehrwert. Sprachkurse sind auf jeden Fall wirtschaftlich wertvoll.»

Ob die Sprachkurse an der Volkshochschule langfristig erfolgreich sein werden, lässt sich noch nicht sagen. «Es könnte sein, dass wir die Kurse nächstes Jahr nicht mehr anbieten», sagt Joss. «Es könnte aber auch sein, dass unser Angebot an Sprachkursen noch weiter ausgebaut wird.»