Urdorf

Nach Einigung über Fusion: Behörden sollen sofort handeln – aber sie bremsen

Beim Zentrum Spitzacker in Urdorf und im Hallenbad stehen teure Sanierungen an. Die neue Arbeitsgruppe regt an, dass die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde unverzüglich eine gemeinsame Immobilien-Strategie an die Hand nehmen.

Beim Zentrum Spitzacker in Urdorf und im Hallenbad stehen teure Sanierungen an. Die neue Arbeitsgruppe regt an, dass die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde unverzüglich eine gemeinsame Immobilien-Strategie an die Hand nehmen.

Eine neue Arbeitsgruppe macht beliebt, dass die Gemeinde und die Schule Urdorf unverzüglich zusammen ein Immobilien-Konzept erarbeiten. Sie befürchtet, dass die Behörden die Planung bis zur Bildung der Einheitsgemeinde aufschieben könnten.

Erneut fordert eine Gruppe aus Urdorfer Bürgerinnen und Bürgern, dass die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde in Sachen Liegenschaften zusammenarbeiten. Dabei handelt es sich um eine kürzlich gegründete Arbeitsgruppe.

Zur Vorgeschichte: Seitdem die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde im Frühsommer 2019 bekannt gaben, dass sie auf ein gemeinsames Liegenschaften-Konzept verzichten, meldeten sich mehrere Einwohner zu Wort. Eine private Planungsgruppe entwarf eine Immobilien-Strategie, um die beiden Behörden doch noch zu einem gemeinsamen Weg zu motivieren. Für eine aufeinander abgestimmte Planung sprachen sich auch alle Urdorfer Parteien aus. Und Alt-Gemeinderat Roland Stämpfli (parteilos, früher SVP) brachte das Thema Einheitsgemeinde wieder ins Rollen.

Ende 2019 machten die Stimmberechtigten den beiden Gütern ebenso klar, dass sie nichts von Alleingängen halten. Sie strichen der Schulpflege an der Schulgemeindeversammlung einen Kredit von 150'000 Franken für eine Machbarkeitsstudie für die Schulraumplanung aus dem Budget 2020. Dies bewegte die Schulpflege dazu, einzulenken. Sie beugte sich dem Fusionswunsch und gab Ende Januar bekannt, dass sie einer Zusammenlegung mit der Politischen Gemeinde zustimmt. Vorgesehen ist nun, dass beide Güter eine gemeinsame Gemeindeordnung erarbeiten, die dem Stimmvolk an der Urne zur Abstimmung vorgelegt wird. Spätestens auf die neue Legislaturperiode im Jahr 2022 könnte Urdorf damit zur Einheitsgemeinde werden.

Angst, dass Planung bis zur Fusion aufgeschoben wird

Die neusten Entwicklungen rufen nun die neue Arbeitsgruppe, bestehend aus der privaten Planungsgruppe sowie Vertretern der SP und der GLP Urdorf, auf den Plan. In einem offenen Brief an die beiden Behörden, die Rechnungsprüfungskommission, alle Urdorfer Parteipräsidenten sowie den Kartellverein der Ortsvereine Abteilung Sport macht sie beliebt, dass die gemeinsame Immobilien-Strategie noch in der laufenden Legislatur angegangen werden soll. «Es ist wichtig, dass umgehend mit der Planung begonnen wird, auch wenn der Investitionskredit für die Machbarkeitsstudie der Schule gestrichen wurde», sagt Ursula Baumgartner, Co-Präsidentin der SP Urdorf, im Namen der Gruppe. Das Geld sei für eine externe Stelle gedacht gewesen. Doch die Arbeit der Arbeitsgruppe der Schule und der Abteilung Liegenschaften der Gemeinde sei davon nicht tangiert. «Wir haben Angst, dass beide Behörden damit warten, bis Urdorf eine Einheitsgemeinde ist», sagt Baumgartner. «Die Projekte und Sanierungen für die Schulräume, die Turnhallen, das Zentrum Spitzacker und das Hallenbad können aber nicht noch um zwei Jahre verschoben werden.»

Es handle sich um ein grosses Gebiet im Zentrum von Urdorf und um hohe Investitionsbeträge für beide Güter. Für das Dorf sei die künftige Entwicklung deshalb entscheidend, so Baumgartner. Der Weg vom Gemeindehaus ins Zentrum, sei es zu Fuss, mit dem Velo, Kinderwagen oder dem Rollator, verlaufe durch das Schulgelände und sei ein Hürdenlauf. «Der Durchgang für den Langsamverkehr, die Aufenthaltsqualität für die Einwohner und die Nutzung der Sporthallen durch die Vereine sind ebenso Punkte, die es zu berücksichtigen gilt.» Deshalb regt die Arbeitsgruppe im offenen Brief auch an, dass die Bevölkerung in der Planungsphase ihre Wünsche und Ideen für die Immobilien-Strategie einbringen kann. Möglich seien zum Beispiel öffentliche Anlässe wie Podiumsdiskussionen oder Workshops mit externen Fachpersonen, sagt Baumgartner. «Wir sind überzeugt, dass eine gemeinsame Planung und Strategie zu sinnvollen Lösungen führt und von der Bevölkerung in Urdorf getragen wird.»

Lösungen finden, die mehrheitsfähig sind

Im Brief wird zudem erwähnt, dass die private Planungsgruppe unterdessen ihr Konzept nochmals überarbeitet und die Thematik der Denkmalpflege miteinbezogen hat. Die Architekten und Planer um Alt-Gemeinderat Christian Brandenberger (CVP) seien gerne bereit, den Behörden, Parteien und Vereinen die neue Strategie vorzustellen. Einer der Gründe, weshalb die Schule und die Gemeinde die Zusammenarbeit in Sachen Immobilien letztes Jahr beendeten, war die Absicht der kantonalen Denkmalpflege, unter anderem die Zentrumsanlage samt Hallenbad, Turnhalle, Liegewiese und Hartplatz sowie die Schulanlage Moosmatt zu inventarisieren. Mit ihrem Einsatz will die Arbeitsgruppe dazu beitragen, dass eine Debatte im Dorf entsteht. «Es geht uns um eine konstruktive Zusammenarbeit, die gute Lösungen und Varianten hervorbringt, die eine Chance bei den Stimmberechtigten haben», so Baumgartner. Das Ziel sei, dass die Einwohner die künftigen Projekte als lebensqualitätssteigernd erkennen.

Bis die Arbeitsgruppe eine konkrete Antwort erhält, braucht es wohl noch etwas Geduld. So nimmt die Schulpflege zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Anfrage keine Stellung zum Brief. Gleich hält es die Politische Gemeinde. «Am Montag wird man den Brief an der Gemeinderatsitzung zur Kenntnis nehmen», sagt Gemeindeschreiber Urs Keller auf Anfrage. Vorher könne man dazu keine Stellungnahme abgeben.

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