Bezirksgericht Dietikon

Nach Einbruchsversuchen: Koksender Balkon-Kletterer wird bis 2028 des Landes verwiesen

Der Dietiker Bezirksrichter Bruno Amacker verurteilte den Mann zu sieben Monaten unbedingt und verwies ihn für zehn Jahre des Landes.

Ein Mann versuchte nach seiner illegalen Einreise drei Einbrüche in Schlieren. Gestern stand er vor Gericht. Der in Tunesien geborene Mittzwanziger mit italienischem Pass wird für zehn Jahre des Landes verwiesen.

Es war früher Abend, als am 29. Juli 2017 im Garten eines Hauses in Schlieren ein junger Mann einen Stein in die Hand nahm. Diesen warf er durchs Fenster im ersten Obergeschoss. Danach kletterte er zum Fenster hinauf und öffnete es. Er wollte im Haus nach Wertgegenständen suchen. Doch machte er die Rechnung ohne die Nachbarin. Die aufmerksame Dame hörte den Lärm und schaute zum jungen Mann hinüber. Daraufhin brach dieser sein Vorhaben ab und machte sich von dannen. Vor Ort blieb das kaputte Fenster. Der Sachschaden belief sich gemäss den Ermittlungsbehörden auf 500 Franken.

Nur zwei Tage später und zwei Strassen weiter versuchte er die gleiche Masche erneut. Er brach den Versuch zwar ab, hinterliess aber einen Sachschaden von 1682.65 Franken. Doch nur Minuten später nahm er eine Strasse weiter das nächste Haus ins Visier. Diesmal warf er keinen Stein durchs Fenster, sondern zog sich am Balkon hoch, um nachzusehen, ob jemand daheim ist. Der Zufall wollte es, dass die Bewohnerin genau dann den Balkon betrat. Sie muss dann die Polizei benachrichtigt haben. Denn weniger als eine Stunde später wurde der Mann verhaftet.

Einreisesperre war wirkungslos

Wie die Ermittlungen zeigten, war der in Tunesien geborene Mittzwanziger mit italienischem Pass und drei verschiedenen Vor- und Nachnamen nicht nur Kletterkünstler, sondern auch täglicher Drogenkonsument. Sowohl Cannabis als auch Kokain und Heroin hatten es ihm angetan.

Der Blick in entsprechende Datenbanken offenbarte, dass der Mann gar nicht erst hätte in die Schweiz einreisen dürfen. Gegen ihn lief seit dem 7. März 2017 eine Einreisesperre, die das Bundesamt für Migration ausgesprochen hatte. Am 27. Juli reiste er über Genf in die Schweiz ein, dann verliess er sie wieder um am Tag danach via Chiasso ins Land zu kommen, ehe er sich auf den Weg nach Schlieren begab.

Sieben Monate unbedingt und ein Landesverweis

Gestern verurteilte ihn der Dietiker Bezirksrichter Bruno Amacker wegen versuchten Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, rechtswidriger Einreise, rechtswidrigen Aufenthalts und Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes – alles mehrfach – zu sieben Monaten unbedingt sowie zu einer Busse von 300 Franken. Hinzu kommen 3377.30 Franken Ermittlungskosten und 1200 Franken Gerichtsgebühr, die der Mann zahlen muss.

«Es sind wenige kleine Sachen gewesen, aber das ist nicht zu verharmlosen», sagte Amacker. So erwähnte er insbesondere auch den Ärger und den Aufwand, den solche Einbruchsversuche bei den Bewohnern verursachen. Zudem verwies ihn Amacker für zehn Jahre des Landes, was im Schengener Informationssystem eingetragen wird. «Sie müssen wissen, dass Sie die Schweiz in den nächsten zehn Jahren unter keinen Umständen betreten dürfen, nur damit das klar ist», sagte er. «Okay», antwortete der Straftäter. Dann ging es für ihn zurück nach Regensdorf ins Gefängnis. Dort bleibt er noch bis Juni, ehe er die Schweiz verlassen muss. 109 Gefängnistage hat er bereits hinter sich.

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