Überrascht? Nein, das sei er nicht, sagt Heinz Burla, Präsident des HC Dietikon-Urdorf. Auch die Enttäuschung halte sich in Grenzen. «Das Team ist eben noch nicht so routiniert, dass es mit solchen Situationen umgehen kann», sagt Burla.

Das Team, von dem Burla in diesem Zusammenhang spricht, ist die nominell erste Mannschaft des HC Dietikon-Urdorf. Jenes Team also, das nach dem Abstieg aus der 1. Liga in der vorletzten Saison nach diversen Abgängen verjüngt worden ist und das unter dem Namen SG Dietikon-Urdorf in dieser Saison in der 2. Liga spielt – oder besser: gespielt hat. Am Sonntag sind die Limmattaler nämlich in die 3. Liga abgestiegen, nachdem sie das letzte Spiel der Saison gegen Stäfa in der Dietiker Stadthalle deutlich mit 21:29 verloren haben und damit auf dem vorletzten Tabellenplatz verblieben sind.

Um in der 2. Liga zu verbleiben, hätten sie jedoch das drittletzte Uznach überholen müssen, das nur einen Punkt vor ihnen lag, jedoch das klar bessere Torverhältnis aufwies. Die SG Dietikon-Urdorf hätte also gegen Stäfa einen Sieg gebraucht, um sich in der 2. Liga zu halten. Ein Unterfangen, das neun Minuten vor dem Ende der Partie endgültig unmöglich schien, nachdem Stäfa seinen Vorsprung auf sechs Tore ausgebaut hatte.

Guter Start in den Sonntag

Dabei hatte der Sonntag eigentlich gut begonnen für den HC Dietikon-Urdorf. Das Frauenteam bestätigte mit seinem klaren 30:19-Sieg in der letzten Runde gegen Fides das, was schon vorher klar gewesen war: Die Limmattalerinnen steigen auf und bestreiten die nächste Saison in der 1. Liga. «Dieser Aufstieg war angestrebt», sagt Burla. «Aber es freut mich natürlich, dass die Frauen so stark aufgespielt haben.»

Nach den Frauen war die zweite Mannschaft der Herren an der Reihe, die ebenfalls in der 2. Liga spielt – ein Team aus Routiniers, das keine grossen sportlichen Ambitionen mehr hegt und bei dem unter anderem die Trainer der eben aufgestiegenen Frauen mitspielen. Auch bei dieser Mannschaft war das Saisonziel bereits erreicht, nämlich den Platz in der 2. Liga zu halten. Mit einem 29:28-Sieg gegen Tabellenführer Frick holte sie sich sogar noch den sechsten Schlussrang.

Zum Abschluss des Handballtages in der Dietiker Stadthalle folgte dann die kapitale Partie zwischen der SG Dietikon-Urdorf und Stäfa – mit dem bekannten Ausgang. Die Limmattaler Herren müssen nach der vorherigen Saison damit zum zweiten Mal in Folge einen Abstieg verkraften.

Vielversprechende Talente

Der Fall in die 3. Liga traf die Vereinsverantwortlichen jedoch nicht vollkommen unvorbereitet: Sie hatten den Abstieg schon vor der letzten Runde als mögliches Szenario einkalkuliert. «Wir mussten mit dieser Variante rechnen und haben uns natürlich auch einen Plan B überlegt», sagt Burla. Dieser Plan B sieht vor, mit dem einen oder anderen Zuzug und einer besseren Mischung aus jungen und routinierten Spielern wieder vorne in der Tabelle mitzuspielen. «Wir möchten einen guten Mix aus Jugend und Routine», so Burla. «Denn die Älteren sind auch wichtig.» Mittelfristig solle dieses neue Team dann in der Lage sein, wieder in die 1. Liga aufzusteigen.

Die Strategie, auf den Nachwuchs zu setzen, so wie man es mit der SG Dietikon-Urdorf in dieser Saison getan hat, soll aber nicht komplett über Bord geworfen werden. Der Verein bemüht sich weiterhin, junge Handballerinnen und Handballer zu rekrutieren. «Wir haben sehr viele Aktivitäten für die Jugend organisiert», sagt Burla. Damit möchte der Verein den Schülerinnen und Schülern den Handballsport wieder näher bringen. Bei den Knaben habe man schon einige Talente entdeckt, sagt Burla: «Das haben die Junioren gezeigt, die eine erfolgreiche Saison spielten.» Diese Spieler seien allerdings noch zu jung, als dass sie schon nächste Saison ein Thema für die erste Mannschaft werden könnten.

Trainer Polozani bleibt

Ebenfalls kein Thema ist ein Trainerwechsel. Die abgestiegenen Herren werden auch in der kommenden Saison von Cheftrainer Veton Polozani gecoacht werden. Polozanis Assistent Reto Caprani würde dagegen selbst gerne wieder auf dem Platz stehen. «Nun sind wir auf der Suche nach einem erfahrenen Trainer, der das Trainerteam ergänzt», sagt Burla.

Und was passiert mit dem Frauenteam, das in der 1. Liga spielen wird? Wird es auch umgekrempelt? «Nein», sagt Burla. «Wir möchten die Spielerinnen halten. Sie haben es sich auch verdient, in der 1. Liga zu spielen. Und ich glaube, sie werden dort gut mithalten können.»