Geroldswil
Mysteriös: 15 Katzen sind spurlos verschwunden

In den letzten Wochen häufen sich in der Gemeinde die Fälle von vermissten Tieren. Ein Fall, der an ähnlich gelagerte Vorkommnisse im Herbst 2009 erinnert und im Limmattal für Aufsehen sorgte. Damals verschwanden in der Region mindestens 14 Rassenkatzen spurlos.

Sandro Zimmerli
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Carmen Müller (links) und Sandra Felder vor den Vermisstenplakaten in der Geroldswiler Kleintierpraxis.zim

Carmen Müller (links) und Sandra Felder vor den Vermisstenplakaten in der Geroldswiler Kleintierpraxis.zim

«Das kann kein Zufall sein», sagt Sandra Felder. Seit Mitte April fehlt von ihrer Katze jede Spur. Damit ist die Geroldswilerin nicht alleine. In den letzten Wochen sind mindestens 14 weitere Katzen spurlos verschwunden. Die meisten von ihnen waren an der Dorfstrasse, an der Huebwiesenstrasse oder am Welbrigring zu Hause – also mitten in Geroldswil. Trotzdem gibt es niemanden, der etwas gesehen hat. «Ich bitte deshalb die Leute, dass sie aufmerksam sind, sich umhören und umschauen. Falls sie etwas beobachten, sollen sie sich melden», so Felder.

Kein ähnlicher Fall bekannt

Am besten setzt man sich mit Tierärztin Carmen Müller in Kontakt. Seit 16 Jahren ist sie mit ihrer Kleintierpraxis in Geroldswil präsent. An einen ähnlichen Fall wie den aktuellen kann aber auch sie sich nicht erinnern. «Es kommt immer wieder vor, dass Katzen verschwinden. Das ist ganz normal. Aber dass gleich so viele Tiere innerhalb weniger Wochen verschwinden, ist eigenartig», sagt Müller.

Im Eingangsbereich ihrer Praxis an der Limmattalstrasse sammeln sich mittlerweile die Plakate mit den vermissten Katzen. «Die meisten von ihnen trugen bei ihrem Verschwinden ein Halsband. Viele hatten zudem einen Chip implantiert», so Müller. Deshalb sei es merkwürdig, dass es von keinem einzigen Tier einen Hinweis auf dessen Verbleib gebe. «Durch das Halsband und den Chip lassen sich die Katzen ihrem Besitzer zuordnen», sagt die Tierärztin. Doch weder bei den umliegenden Tierärzten noch auf der Kadaverstelle sei eines der verschwundenen Tiere gemeldet worden.

Müller hat deshalb auch zwei Wildhüter kontaktiert. «Ich wollte wissen, ob möglicherweise ein Fuchs die Katzen getötet haben könnte», hält sie fest. Allerdings hätten dies beide Wildhüter ausgeschlossen. Füchse würden sich eher vor Katzen fürchten. Auch ein Dachs komme nicht infrage. «Es ist möglich, dass ein Dachs eine Katze tötet, wenn sie ihm in die Quere kommt. Doch dass er gleich so viele Katzen tötet, ist eher unwahrscheinlich», sagt Müller. Der Verdacht liege deshalb nahe, dass ein Mensch für das Verschwinden der Tiere verantwortlich sei.Die betroffenen Katzenbesitzer wollen jedenfalls Klarheit. Sie haben deshalb das Veterinäramt eingeschaltet. Dort habe man ihren Fall aufgenommen, sagt Felder.

Ganz normale Katzen betroffen

Ein Fall, der an ähnlich gelagerte Vorkommnisse im Herbst 2009 erinnert und im Limmattal für Aufsehen sorgte. Damals verschwanden in der Region mindestens 14 Rassenkatzen spurlos. In allen Fällen handelte es sich um Maine Coons, Norwegische Waldkatzen oder deren Mischlinge. Das machte die Dietiker Katzenbesitzerin Silvia Zihlmann stutzig. Sie vermutete, dass die Katzen abtransportiert und im Ausland verkauft wurden. Grund für ihren Verdacht: Eine Maine Coon mit Stammbaum kostet mehr als 1000 Franken. Geld scheint aber im Fall von Geroldswil kein ausreichendes Motiv zu sein. «Es sind ganz normale Katzen, die verschwunden sind», sagt Müller.

Für Hinweise können Sie sich an Carmen Müller wenden: Tel. 044 748 47 00.