Peter Daniels war fünf Jahre lang der National Executive Schweiz bei einem grossen Infrastruktur-, Finanz- und Industriekonzern. «Irgendwann merkte ich, dass der permanente Leistungsdruck und das Streben nach Gewinnoptimierung nicht alles sein können im Leben», sagt Daniels.

Er habe deshalb einen Weg gesucht, um seinem Leben einen anderen Sinn zu geben. Mit damals 38 Jahren trat er deshalb in den Ad-hoc-Chor in Schlieren ein. Den Zugang zur Musik hatte Daniels bereits seit seiner Kindheit über seinen Vater, Musikliebhaber war und in seiner Jugend ein Jugendorchester geleitet hat.

Er selbst konnte aber nicht einmal Noten lesen. Als er später ein erstes Mal im Laudate Chor Zürich mitsingen durfte, habe er gedacht, dass ihn der damalige Chorleiter, Michael Gohl, schon in der Pause rauswerfen würde. «Zu meinem Erstaunen durfte ich aber bleiben, und als der Chor als Verein organisiert wurde, bat mich Michael sogar, diesen zu präsidieren», erklärt Daniels. Die neue Aufgabe habe ihm die Möglichkeit gegeben, sein kaufmännisches Wissen auf eine sinnvolle Weise einsetzen zu können.

«Wichtig, Junge für Klassik zu begeistern»

In der Folge begann sich Daniels immer intensiver für Chormusik - und vor allem für die Förderung von Jugendchören - zu engagieren. 2003 organisierte er etwa die World Youth Choir Summer Session in Hasliberg mit. Seit 2007 ist er Mitglied im Vorstand des Vereins Schweizer Kinder- und Jugendchorförderung und der schweizerischen Föderation «Europa Cantat».

Für die eidgenössische Chorkultur sei es wichtig, dass man Junge für klassische Musik begeistern könne, so Daniels: «Chöre kämpfen in der Schweiz mit Nachwuchsproblemen. Es liegt an uns, sie für diese Musik zu gewinnen.»Dieser Vorsatz steht denn auch hinter dem neusten Projekt Daniels, das morgen in Schlieren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Beim Ortsmuseum haben der Verein Schweizer Mozartweg und die städtischen Behörden eine Mozartstele aufgerichtet.Diese informiert darüber, dass Wolfgang Amadeus Mozart 1766 als 10-Jähriger mit seiner Familie auf seinem Weg durch die Schweiz von Genf herkommend auch durch Schlieren gereist ist.

Morgen Abend um 16.30 Uhr wird die Stele beim Schlieremer Ortsmuseum nun feierlich enthüllt. Danach folgt ein Festkonzert in der reformierten Kirche, an dem der Laudate Chor Zürich, das Stadtorchester Schlieren und einige Jung-Solisten Stücke aus Mozarts Schaffen darbieten werden.

Geschichte als Zugang zur Musik

Der ehemalige Vizepräsident des Vereins Schweizer Mozartweg, Hans Martin Ulbrich, wies Daniels darauf hin, dass auch Schlieren eine der Stationen auf Mozarts Weg gewesen sei. Der begeisterte Chorsänger nutzte in der Folge sein Netzwerk, um dafür zu weibeln, dass auch hier ein Markstein zur Kennzeichnung installiert wird. Und tatsächlich erhält Schlieren als zehnte Schweizer Gemeinde eine Stele.

Der Mozartweg soll auch Kindern und Jugendlichen die klassische Musik näher bringen, wie Daniels erklärt: «Wir hoffen, dass wir über die Geschichte von Mozarts Reise eine Brücke zwischen jungen Menschen und seiner Musik schlagen können.» Er selbst sei von Mozarts Musik besonders angetan: «Seine Kompositionen sind genial. Da ist kein Ton zu viel.»