Weiningen
Monströse Bauwerke auf der Wiese: Einwohner stören sich an der Gubrist-Lüftung

Gegen die zwei Bauwerke im Siedlungsgebiet östlich der Chalofenstrasse kann laut Gemeinderat wohl nichts mehr unternommen werden.

Sibylle Egloff
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Die Lüftungswerke im Siedlungsgebiet bei der Chalofenstrasse irritieren die Anwohner.

Die Lüftungswerke im Siedlungsgebiet bei der Chalofenstrasse irritieren die Anwohner.

zvg/Werner Bösch

Die zwei Betonwerke, die wie Auspuffs aus der Wiese östlich der Chalofenstrasse ragen, sind einigen Weiningern ein Dorn im Auge. Dies veranlasste einen Stimmbürger, den Gemeinderat mit einer detaillierte Anfrage zu konfrontieren, um Klarheit zu schaffen.

Die Gemeinde habe sich doch jahrzehntelang dafür eingesetzt, dass mit dem Bau der dritten Gubriströhre eine Siedlungsreparatur erfolge und durch flankierende Massnahmen die Lebensqualität von Weiningen erhalten werde, wundert sich der Mann. Diese Bauten scheinen nun aber eine andere Sprache zu sprechen.

Bis anhin sei auf den ausgelegten Projektplänen des zuständigen Bundesamts für Strassen (Astra) nicht veröffentlicht worden, dass auf der Wiese zusätzliche, riesige Bauwerke erstellt werden sollten, schreibt der Stimmbürger. Es sei daher von einer fehlerhaften Planauflage und mit der Erstellung der Bauten von einer substanziellen Projektänderung auszugehen.

Dass der Gemeinderat nachträglich noch etwas gegen die Bauten unternehmen kann, scheint jedoch beinahe ausgeschlossen. Das zeigt seine ausführliche, schriftliche Antwort an der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend.

Lüftungswerke nicht mit Fahrbahnraum verbunden

Der Stimmbürger wollte vom Gemeinderat unter anderem wissen, was überhaupt der Sinn und Zweck dieser Bauwerke ist, wie der Gemeinderat das Astra auf Weininger Boden kontrollieren kann und welche Möglichkeiten für Private und die Gemeinde bestünden, den Rückbau der Bauten durchzusetzen.
Die beiden Objekte dienen gemäss Auskunft des Astra der Be- und Entlüftung der Betriebszentrale sowie des Werkleitungskanals des Tunnels, antwortete der Gemeinderat. An diesen Bauwerken seien somit ausschliesslich technische Betriebsräume, nicht aber der Fahrbahnraum des Gubristtunnels angeschlossen.

Eine Überwachung des Astra sei nicht möglich, da Bauvorhaben an Nationalstrassen alleine der bundesbehördlichen Aufsicht unterstünden, so der Gemeinderat. Laut Astra sei es zu keiner Projektänderung gekommen, betonte er.

Er sei über die definitive Realisierung dieser Lüftungsbauwerke nicht informiert worden und habe erst davon Kenntnis gehab, als diese bereits bewerkstelligt waren, so der Gemeinderat. Ihm würden keine Rechtsmittel offen stehen, um gegen die Bauwerke vorzugehen. Die zur Diskussion stehenden Bauwerke seien mit dem Ausführungsprojekt aufgelegt worden; es seien keine Einsprachen erfolgt, heisst es in einer Stellungnahme des Astra.

Einzig beim Eidgenössischen Departement Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) könne eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht werden, so der Gemeinderat. Dabei gelte es aber zu bedenken, dass es eben auch das UVEK selbst gewesen sei, welches gestützt auf die vom Astra eingereichten Planunterlagen die Plangenehmigungsverfügung erstellt habe.