Schlieren
Momos, Cevapcici, Paella und Wildschwein: Am Schlierefäscht fällt Schlemmen leicht

Auf einem kulinarischen Rundgang am Stadtfest trifft man auf Grossmutterrezepte, Hochprozentiges und viele tolle Gastgeberinnen und Gastgeber.

Sibylle Egloff
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Schlemmen am Schlierefäscht Der Meister der Paella: Manuel Varela vom Restaurant Sax in Schlieren tischt zum dritten Mal am Schlierefäscht seine spanischen Köstlichkeiten auf.
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Schlemmen am Schlierefäscht Zu den Spezialitäten von Manuel Varela gehören Tapas: Die Mejillones, also die Miesmuscheln im Tomaten-Weisswein-Sud, die Crevetten mit viel Knoblauch und die Fleischbällchen in Rotweinsauce schmecken hervorragend.
Schlemmen am Schlierefäscht Geborene Gastgeberin: Mirella Varela kümmert sich derweil um die Gäste in der Festwirtschaft. An den schön gedeckten Tischen und im spanisch dekorierten Zelt fühlt man sich fern von der Festmeile des Stadtfests. Besonders geeignet für ein gediegenes und romantisches Abendessen. Dann vielleicht einfach die Knoblauch-Crevetten weglassen.
Schlemmen am Schlierefäscht
Schlemmen am Schlierefäscht Thailändisches Streetfood: Aom Keller überzeugt mit Papaya-Salat, Klebreis und Pouletspiessli. Das Rezept für die Marinade des in Bambusholz eingeklemmten Poueltfleischs hat sie von ihrer Grossmutter.
Schlemmen am Schlierefäscht Das Poulet von Aom Keller wird über Kokoskohle grilliert.
Schlemmen am Schlierefäscht Servieren ihren Gästen portugiesische Spezialitäten: Pedro Pereira (von links), Rafael Sousa und Pedro Correia vom Restaurant Casa Dão Lafões.
Schlemmen am Schlierefäscht Wie in den Portugal-Ferien: Das grillierte Güggeli, Frango de Churrasco, der Familie Sousa weckt Erinnerungen. Zu empfehlen ist auch das Spanferkel mit Pommes frites und Salat.
Schlemmen am Schlierefäscht Aussergewöhnliches Softeis bietet Wins Waldimir von Label 7. Das Purple Yam besteht aus einem schwarzen Cornet und japanischem Süsskartoffel-Glacé.
Schlemmen am Schlierefäscht Armin Milanovic aus Geroldswil und und Mijo Dogas aus Schlieren (von links) sind Freunde und betreiben zum ersten Mal eine Festwirtschaft am Stadtfest. Sie servieren im "House of Balkan" nicht nur Cevapcici und Sliwowitz, sondern räumen auch mit Vorurteilen auf.
Schlemmen am Schlierefäscht Zu den Cevapcici gibt es Zwiebeln, Brot, Ajvar, Schnaps und das serbische Bier Zajecarsko.
Schlemmen am Schlierefäscht Tibetische Momos dürfen im kulinarischen Angebot nicht fehlen. Danchuk und Dege Lobsang servieren vegetarische Teigtaschen und solche mit Rindshackfleisch.
Schlemmen am Schlierefäscht Wer Lust auf Fisch hat, ist beim Flamm-Lachs-Stand genau richtig.
Schlemmen am Schlierefäscht Kanako Matsukawa serviert japanische Pouletknusperli mit Reisbällchen. Dazu wird eine herrliche Wasabi-Mayonnaise gereicht. Schmeckt toll!
Schlemmen am Schlierefäscht Kusprig und saftig: Die japanischen Pouletknusperli werden in einer Panade aus Kartoffelstärke frittiert.
Schlemmen am Schlierefäscht Im Smoker des Sportvereins Satus Schlieren garen Wildschwein- und Schweinshalsbraten.
Schlemmen am Schlierefäscht Vom Smoker auf den Teller: Olivier Bieri serviert den Wildschweinbraten mit Ofenkartoffeln.
Schlemmen am Schlierefäscht Die Kruste des saftigen Wildschweinbratens und die leckere Quarksauce auf den Folienkartoffeln überzeugen.

Schlemmen am Schlierefäscht Der Meister der Paella: Manuel Varela vom Restaurant Sax in Schlieren tischt zum dritten Mal am Schlierefäscht seine spanischen Köstlichkeiten auf.

Colin Frei

Bereits beim Betreten der Festmeile steigt einem ein angenehmer Duft von grilliertem Fleisch in die Nase. Es ist 17 Uhr und die Beizlibetreiber am Schlierefäscht heizen ihre Öfen und Grills ein. In den Pfannen tänzeln Fleischstücke und Teigtaschen im heissen Öl.

Auch Aom Keller, die zuvorderst beim Eingang neben dem Stadtplatz ihre Zelte aufgeschlagen hat und Spezialitäten aus ihrer Heimat Nordostthailand anbietet, bereitet alles für die hungrigen Besucherinnen und Besucher des Stadtfests vor. Glänzend schimmert das in Bambusspiesse eingeklemmte Pouletfleisch auf dem Grill. «Das Rezept für die Marinade habe ich von meiner Grossmutter. Sie besteht unter anderem aus Palmzucker und Korianderwurzeln, mehr verrate ich nicht», sagt Keller. Der Stand bietet eine willkommene Abwechslung zu den sonst erhältlichen thailändischen Menüs. Rotes Curry oder Pad Thai sucht man vergebens. Dafür warten Papaya-Salat, Klebreis und grilliertes Poulet. Der Salat aus der unreifen Frucht ist erfrischend, mit den Chilis wurde jedoch etwas gespart. Der Geschmack des Poulet-Spiesses überzeugt derart, dass man insgeheim das Gefühl hat, an einem Strand in Thailand zu weilen.

Weiter geht es auf der kulinarischen Entdeckungsreise ein paar Länder westlich. Danchuk und Dege Lobsang servieren an ihrem Stand Momos. Aus dem Deckel der grossen Pfanne steigt Wasserdampf und beschlägt Kameralinse und Brillengläser. Der leckere Duft der tibetischen Teigtaschen macht die kurzzeitige Mattscheibe aber wett. Wir probieren vegetarische Momos mit Frischkäse, Tofu, Erbsen, Spinat, Champignons und Schnittlauch und solche mit Rindshackfleischfüllung. Beide Varianten munden, vor allem mit der scharfen Chili-Öl-Sauce.
So ganz können wir uns nicht von Asien lösen, denn als Nächstes schlagen der Fotograf und ich uns die Bäuche mit Karaage, japanischen Pouletknusperli, voll. «Die Panade besteht aus Kartoffelstärke», verrät Mitarbeiterin Kanako Matsukawa. Die saftigen und knusprigen Pouletstücke werden von einem Onigiri, einem Reisbällchen, das mit einem Nori-Algen-Blatt umhüllt ist, begleitet. Begeistert sind wir von der dazu gereichten Wasabi-Mayonnaise, mit der das japanische Aroma so richtig zur Geltung kommt.

Mit einer Festbeiz gegen den schlechten Ruf

In der Festbeiz House of Balkan tauchen wir in die südosteuropäische Kultur ein und genehmigen uns Cevapcici mit Brot, rohen Zwiebeln und Ajvar, einer typischen Paprika-Paste vom Balkan. «Bevor man das isst, trinkt man einen Schluck Sliwowitz, um den Magen vorzubereiten», sagt Armin Milanovic und stellt ein Gläschen Pflaumenschnaps auf den Tisch. Der Geroldswiler und sein Kollege Mijo Dogas aus Schlieren betreiben die Festbeiz. «Unser Ziel ist es, den Leuten die Kultur des Balkans näherzubringen und zu zeigen, dass wir gesellige und gute Gastgeber sind», sagt Milanovic. So wolle man vom schlechten Ruf wegkommen, der an Menschen aus dem Balkan hafte.

Ein besonderer Leckerbissen kommt aus dem Smoker des Sportvereins Satus Schlieren. In der Beiz Talstation servieren die Turner und Gymnastiker Wildschweinbraten mit Ofenkartoffeln und Salat. Die Gewürzkruste ist vielversprechend und die Quarksauce zu den Baked Potatoes schmeckt. «Das Fleisch wird für gut eine Stunde bei 110 Grad im Ofen gegart», verrät Olivier Buchs. Auf Schwein setzt auch Familie Sousa vom Schlieremer Restaurant Casa Dão Lafões. Sie tischt den Gästen Spanferkel auf. Doch auch das portugiesische Güggeli vom Grill Frango de Churrasco mit Pommes frites und Salat lässt die letzten Portugal-Ferien aufleben.

Tomaten-Weissweinsud mit dem Brot auftunken

Wer sich ein gediegenes und romantisches Abendessen gönnen und nicht nur eine Wurst on-the-go reinziehen will, ist in der Festwirtschaft von Mirella und Manuel Varela goldrichtig. Das Ehepaar führt das Restaurant Sax in Schlieren und tischt den Gästen am Schlierefäscht schon zum dritten Mal spanische Köstlichkeiten auf. An den schön gedeckten Tischen sitzend, fühlt es sich nicht an als wären wir mitten auf der Festmeile des Stadtfests. Die Tapas von Meister Manuel, der gerade vor dem Festzelt seine Paella zubereitet, munden. Wir gönnen uns Miesmuscheln in einem Tomaten-Weissweinsud. Die Sauce ist so lecker, dass wir ganz viel Brot benötigen, um sie aufzutunken. Crevetten mit Knoblauch und Fleischbällchen in einer dicken Rotweinsauce verspeisen wir ebenso.

Zum Abschluss des kulinarischen Rundgangs wird es noch süss. Wir kosten von einer Bubble-Waffel mit Früchten und Glacé und schlecken zudem ein giftig violettes Softeis aus japanischer Süsskartoffel. Mit prall gefüllten Mägen verlassen wir das Schlierefäscht im Wissen, dass wir wieder kommen müssen, weil wir uns nicht einmal durch die Hälfte der Speisen durchfuttern konnten.

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