Birmensdorf

«Mittlerweile rund 80 tote Fische eingesammelt»: Schaden kann noch nicht abgeschätzt werden

Schaumteppich auf dem braunen Wasser: 80000 Liter Gülle waren  ins Hintere Steigbächli geflossen.

Schaumteppich auf dem braunen Wasser: 80000 Liter Gülle waren ins Hintere Steigbächli geflossen.

Kantonales Amt spricht zudem von «wesentlich höherer Dunkelziffer» nach Güllekatastrophe in Birmensdorf.

Das Ausmass der Gewässerverschmutzung wird klarer, nachdem am 14. März 80'000 Liter Gülle ins Hintere Steigbächli und die Reppisch geflossen waren. «Im Hinteren Steigbächli ist wohl alles Leben erloschen, was die Wasserlebewesen anbelangt», sagte gestern Wolfgang Bollack, Sprecher der kantonalen Baudirektion, der das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) angegliedert ist.

Darüber, wie gross die Schäden in der Reppisch sind, habe man noch keinen Überblick. Doch stehe man in Kontakt mit den Fischpächtern entlang der betroffenen Strecke der Reppisch. «Die Pächter der betroffenen Reviere haben mittlerweile rund 80 tote Fische eingesammelt respektive gezählt. Betroffen waren in erster Linie Bachforellen, wenige Alet sowie ein paar Gründlinge und ein Bachneunauge», sagt Bollack. Und: «Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen.» Damit gibt er den Fischern recht, die sich sicher sind, dass die Gülle viele Fische getötet hat, die man nicht mehr auffinden wird – weil sie weggespült wurden oder in Löchern im Bachbett liegen, wo sie erstickten

Es bestehe aber die Hoffnung, so Bollack, dass die Schäden in der Reppisch nicht so gravierend sind wie im Hinteren Steigbächli und dass sich die Population an Fischen und anderen Wasserlebewesen relativ rasch wieder erhole. «Auch für das Hintere Steigbächli sind wir zuversichtlich, dass es über kurz oder lang wieder besiedelt wird», sagt er. Zurzeit sind das aber erst Hoffnungen. So sagt Bollack: «Die Menge der ausgeflossenen Gülle ist ausserordentlich gross. Das Ausmass des Schadens können wir noch nicht abschliessend abschätzen.» Die Hoffnung erwächst daraus, dass sich Gewässer jeweils schneller von Verschmutzung durch Gülle erholen als von solchen mit Chemikalien.

Gegen den Landwirt, der schlief, während seine Güllegrube überlief, wird nach wie vor ermittelt.

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