Unterengstringen

Mittefasten ist auch das Ende der Hallensaison

Mittefasten ist mehr als Böögg und Bürgeraufnahme. Ein Rundgang durch die vielen weiteren Programmpunkte lohnte sich auch dieses Jahr.

Den Winter auszutreiben, indem man feiert und einen Böögg verbrennt, ist ein heidnischer Brauch. Die Kirche integrierte ihn in ihr Kirchenjahr und bestimmte die Mitte der Fastenzeit, also die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern als Mittefasten. Auch dieses Jahr frönte Unterengstringen seiner Tradition und vertrieb den Winter am vergangenen Wochenende. «Damit das Dorffest möglichst die ganze Gemeinde miteinbezieht, hat man auf ein Festprogramm gesetzt, das für jeden Geschmack etwas bietet», sagte Infor-
mationsmeister Willy Haderer.

Von der Zuschauergalerie der Sporthalle Büel aus rief Mutter Daniela Di Pasquale «Hopp Schliere» in die Turnhalle, in der ihr siebenjähriger Sohn Leandro für die Junioren des FC Schlieren-Junioren um das runde Leder kämpfte. Damit war sie nicht alleine, viele andere Eltern taten es ihr gleich, wie etwa Mutter Sandra Miulli. Sie feuerte ihren Sohn Adriano an, der für die Junioren des FC Engstringen kickte. Bereits zum 27. Mal organisierte der FC Engstringen das Junioren-Fussballturnier im Rahmen des Mittefastenfests. «Dieses Turnier ist für uns das letzte Hallenturnier, danach fängt die Rasensaison an», sagte Patrick Meier von FC Engstringen.

Der Trick mit den 350 Würsten

Ein paar Strassen weiter unten, am Limmatdamm, hievten am Sonntagmorgen ein paar Männer den Böögg Jünter Gürgens auf den hohen Holzscheit. Jünter Gürgens ahnte da noch nichts von seinem Schicksal und streckte keck seine Zunge der Brücke und den Besuchern entgegen, die ihre Bratwürste von der Wurstverteilung schlemmten. Damit die Wartezeiten kurz blieben, habe man die 350 Bratwürste vor dem Grillieren bereits in Wasser geschwellt, verriet Chefgrilleur Christian Meier.

Die gewonnene Zeit nutzten die Unterengstringer, um sich auszutauschen. «Im Winter sehe ich meine Nachbarn kaum. Das Mittefastenfest ist Auftakt zum Frühling und damit zu mehr Begegnung, wie zum Beispiel hier bei der Wurstverteilung», erzählte Susi Herter, die sich zusammen mit Ehemann Emanuel und den Nachbarn Willy und Jeannette Maier auf das Aufwachen der Natur freute.

Neue Ausstellung rund ums Holz

Auch das Ortsmuseum hat sich die Natur zum Thema gemacht. Es lud an Mittefasten zur Vernissage ihrer neuen Ausstellung rund ums Holz ein. In seiner Ansprache konnte Oscar Bamert, Obmann des Ortsmuseums, bei einigen das Feuer fürs Holz entfachen. Man erfuhr Erstaunliches wie etwa, dass nicht jedes Holz im Wasser schwimmt. In der Ausstellung konnten die Besucher den Machern des Ortsmuseums persönlich Fragen stellen. Im Rahmen der Vernissage informierte Bamert auch über seinen Plan, im nächsten Frühling mit Kindern und Schülern einige Apfelbäume auf der Naturwiese zu pflanzen.

Mittefasten: Über 300 Gäste nahmen an der Bürgeraufnahme teil.

Mittefasten: Der Sonntagabend mit Böller, Böögg und Feuerwerk in 13 Bildern.

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