Weiningen
Mitreissender Gospel-Abend in der Kirche von Weiningen

80 Sängerinnen und Sänger gaben inder reformierten Kirche unter der Leitung von Rita Sidlerein packendes Gospelkonzert.

Christian Murer
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Davon können Pfarrerinnen und Pfarrer nur träumen – von einer proppenvollen Kirche nämlich, bei der noch viele Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem Stehplatz vorliebnehmen müssen. Dies schaffte der Ad-hoc-Gospelchor mit ihrer jungen Leiterin Rita Sidler am Sonntagabend locker: «Es ist wunderschön, in einer solch vollen Kirche zu singen. Dies motiviert uns alle gleich doppelt so stark.»

Für viele im Chor sei es ein Heimspiel und für sie selber sowieso, weil «es meine Kirche ist». In diesem Zusammenhang dankte die Klavierpädagogin allen Helferinnen und Helfern ausserhalb des Projekts. Sie erwähnte dabei auch den Sigristen Karl Suter, der sich die Mühe nahm, sämtliche Weihnachtskerzen nochmals auszupacken, um die entsprechende Stimmung in den Kirchenraum zu zaubern.

Das Publikum einbezogen

Singend zog der Chor in die Kirche ein. Nach der Begrüssung durch Kurt Pech, Ressortverantwortlicher für Musik und Gottesdienst, interpretierte der rund achtzigköpfige Gospelchor den Eröffnungssong «I’ll Do My Fathers Business».

Die schwarze Kleidung frischten die Chormitglieder durch ein buntes Halstuch oder eine Fliege auf. Im dritten Block bezog Rita Sidler das Publikum mit ein, etwa bei den traditionellen Liedern «King of Kings» und «Kumbayah».

«Singen Sie doch einfach kräftig mit», ermunterte Sidler die Zuhörerschaft. Zu Beginn noch etwas zurückhaltend, taute das Publikum nach und nach auf und liess sich durch die besinnlichen und schwungvollen Gesänge von traditionell bis rockig vollends mitreissen. Spätestens beim Lied «Amen – This Little Light» sangen dann die meisten aus voller Kehle mit.

Gospel ist christliche afroamerikanische Musik mit Jazz- und Blues-Einflüssen und bedeutet auf Englisch in etwa «Die gute Nachricht». Im Mittelpunkt stehen vorwiegend christliche Texte und eingängige Mitsing-Melodien.

Während Chor und Soli sich abwechselten, unterstützte die Band mit Denise Wettstein am Piano, Roberto Carrasco am E-Bass, Nicolas Winter an der Gitarre und Urs Habegger am Schlagzeug gekonnt den Gesang.

Ad-hoc-Chor bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich sowohl die Sängerinnen und Sänger sowie die Instrumentalisten speziell für die-ses Konzert spontan zusammengefunden hatten. «Dies ist kein fester Chor», sagte Rita Sidler, «sondern wir trafen uns innerhalb von drei Monaten zu insgesamt zehn Abenden und einem Probesamstag.» Jedes einzelne Chormitglied sei in der Tat mit einem Riesenengagement hinter diesem Gesangs-Projekt gestanden, ergänzte Projektleiterin Sidler.

«In harmonischer Gemeinschaft»

Und so boten der stimmgewaltige Ad-hoc-Chor aus Weiningen und Umgebung, die beiden Solisten Bernhard. W. Tschupp und Daniel Mark sowie die Band ein popiges und mitreissendes Konzert von beinahe anderthalb Stunden.

«Aus meiner Sicht war es erneut ein gelungenes Projekt mit einem eindrücklichen Konzerthöhepunkt zum Schluss», meinte Dirigentin Rita Sidler. Denn: «Wir hatten alle grossen Spass, in einer harmonischen Gemeinschaft ergreifende Lieder zu singen.»