Fussball
Mit Spass zur Sensation: Dietikon will sich in der neuen Liga etablieren

Torjäger Luca Dimita freut sich mit Aufsteiger Dietikon auf die Herausforderung in der 1. Liga. Dabei strebt die Mannschaft ein Platz im Mittelfeld der Tabelle an. Dafür will Dimita mindestens 20 Saisontore beisteuern.

Fabian Sanginés
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Hat keine Angst vor der neuen Herausforderung: Torjäger Luca Dimita (Bild) setzt mit seiner Mannschaft auf das Motto «Angriff ist die beste Verteidigung».

Hat keine Angst vor der neuen Herausforderung: Torjäger Luca Dimita (Bild) setzt mit seiner Mannschaft auf das Motto «Angriff ist die beste Verteidigung».

Otto Lüscher

Obwohl Luca Dimita mit seinen wettbewerbsübergreifenden 26 Toren einen grossen Anteil am Dietiker Aufstieg in die 1. Liga hatte, musste der Vize-Captain seinen Trainer Goran Ivelj zum Essen einladen. «Unsere Wette war, dass ich 30 Saisontore schiesse», sagt Dimita lachend und ergänzt: «Auch wenn ich verloren habe, machen solche Wetten immer viel Spass.»

Nicht nachtragend

Spass ist für den 32-Jährigen das Zauberwort für die anstehende Spielzeit in der neuen Liga. Just jene Liga, von der Dimita Anfang 2012 von YF Juventus auf die Dornau gewechselt hat. Über das verbale Nachtreten seines ehemaligen Trainers Salvatore Andracchio – Dimitas Torquote stimme gemessen an seinen Chancen nicht mehr – macht er sich keine Gedanken mehr: «Das ist schon lange vorbei und vergessen.» Und doch gibt Dietikons offensive Lebensversicherung einen kleinen Einblick in seine damalige Gefühlswelt: «Ich habe zwar auch damals meine 12 bis 13 Saisontore geschossen. Aber ich habe mich nicht mehr so wohlgefühlt.»

Mit Routine und Ruhe

Wie wohl sich Dimita unter seinem jetzigen Trainer Goran Ivelj fühlt, ist augenscheinlich. Nicht nur wegen der jährlichen Wette («Diese Saison muss ich 20 Tore in der Meisterschaft erzielen – schauen wir mal»). Da stören auch seine 32 Jahre niemanden, als letztes Dimita selbst. «Ich bin sehr fit und renne den meisten 20-Jährigen immer noch davon. Ausserdem habe ich mittlerweile eine Routine und Ruhe am Ball, die für einen Stürmer Gold wert sind», so der schweizerisch-italienische Doppelbürger. Diese Fitness ist zurückzuführen auf seine vorbildliche Einstellung zum Sport, ein Hauptgrund wieso der Dornau-Bomber Publikumsliebling und eine angesehener Führungspersönlichkeit beim FC Dietikon ist.

Befreit aufspielen

Als Aufsteiger ist die Ivelj-Truppe in der 1. Liga natürlich kein Aufstiegskandidat. Etwas, das Dimita nicht ungelegen kommt. «In den letzten Jahren hatten wir immer den Druck, weil wir vorne mitgespielt haben. Diese Saison können wir befreit aufspielen, darauf freue ich mich.»

Ohne diesen Druck will Dimita mit seinen Kollegen weiterhin dominanten Fussball zeigen. «Wir sind eine Angriffsmannschaft und können gar nicht anders. Unsere beste Verteidigung ist der Angriff, das wird sich auch in der 1. Liga nicht verändern», erklärt Dimita. Ein konkretes Saisonziel will sich der Torjäger nicht entlocken lassen: «In der 2. Liga inter hatte es drei oder vier gute Mannschaften. Hier sind es nun zehn bis 13.» Und dennoch ergänzt er: «Ein Platz im Mittelfeld denke ich ist realistisch, natürlich wäre es auch schön, nochmals die Aufstiegsspiele zu bestreiten. Aber das werden wir nach den ersten Spielen sehen.»

Was passiert nach der Saison?

Erst in knapp einem Jahr wird sich zeigen, ob diese Dimitas letzte Spielzeit beim FCD war. An der Aufstiegsfeier kündete er an, noch mindestens eine Saison im Limmattal zu bleiben, um dann möglicherweise zu seinem Stammklub FC Bülach zurück zu kehren. «Mit dieser Entscheidung lasse ich mir Zeit. In Dietikon fühle ich mich heimelig. Ausserdem würde mir die 3. Liga momentan keinen Spass machen.» Und Spass braucht Dimita bekanntlich, um erfolgreich zu sein.

Sorgenfalten auf Trainer Iveljs Stirn

Dietikons Trainer Goran Ivelj ist vor dem 1.-Liga-Auftakt am Samstag gegen Mit-Aufsteiger Taverne gefordert. Vier Namen umfasst die Verletztenliste. Der neueste Ausfall betrifft den Zuzug Marco Varga. Der vormalige Schaffhauser (Challenge League) erlitt in einem Testspiel einen Bänderanriss im Knie und fällt bis zu sechs Wochen aus. Weil Ivica Cokolic eine Sperre aus der vergangenen Saison absitzen muss, fehlt das etatmässige Stamm-Innenverteidigerduo komplett. Der Verein hat bereits reagiert und Mario Pandza zurückgeholt. Jener sollte eigentlich in seiner Heimat Kroatien nach Möglichkeiten Ausschau halten. Jetzt braucht es ihn als Nothelfer wieder im Limmattal, denn die Kaderdecke ist gerade im Defensivbereich dünn: Ante Medakovic hat den FCD verlassen, «wegen finanzieller Differenzen mit dem Verein» (Ivelj). Ob Routinier Orhan Cavgin auf der Dornau bleibt, ist noch offen. Wer heute wo aufläuft, will Ivelj kurzfristig entscheiden. Er verlässt sich auf sein Geschick für Improvisation. Im Tor bestreitet Joao Ngongo gegen die Tessiner seine erste und letzte Partie bis im Frühling. Eine bevorstehende Meniskusoperation wird ihn mehrere Monate ausser Gefecht setzen. Sein heutiger Einsatz ist auch damit begründet, dass der jüngst verpflichtete Ersatz Dragan Dunjic noch nicht spielberechtigt ist. Gleiches gilt für Dejan Miljkovic (21). Der Mittelfeldspieler kommt mit der Empfehlung von 18 Challenge-League-Partien aus Wohlen. Zuletzt spielte er für die Reserven (2. Liga inter). Trotz der eingeschränkten Wahlmöglichkeiten: Trainer Ivelj ist zuversichtlich für die Startpartie (Kickoff um 18 Uhr): «Wir werden eine gute Mannschaft stellen und wie gewohnt auf Sieg spielen.» (bier)