Julian Bersnak vom Judo-Sportclub Dietikon hat in seiner Karriere als Judoka schon einige Medaillen gewonnen. Nun ist zu seiner Edelmetallsammlung eine weitere Medaille dazugekommen. Bersnak hat an den Schweizer Einzelmeisterschaften in Neuenburg am vergangenen Wochenende in der Kategorie M21 – bis 55 Kilogramm – den Titel geholt. Es ist das erste Mal, dass er sich Schweizer Meister im Einzel nennen darf. «Realisiert habe ich es schon, dass ich Schweizer Meister geworden bin», sagt der 18-Jährige. «Einzig zum Feiern bin ich noch nicht so sehr gekommen.»

Dritter Rang im Vorjahr

Dass es nach dem dritten Rang an der letztjährigen Schweizer Meisterschaft in diesem Jahr zuoberst aufs Podest gereicht hat, begründet Bersnak mit der guten Vorbereitung. «Ich konnte mein Trainingspensum nochmals steigern», sagt er. «Zusätzlich konnte ich dieses Jahr die intensive Vorbereitung auf die Einzelmeisterschaft verletzungsfrei absolvieren.»

Damit war der Titelgewinn für Bersnak keine grosse Überraschung. Doch er hatte auch noch aus einem anderen Grund mit der Goldmedaille gerechnet. «Dieses Jahr bin ich als Favorit in das Turnier gestartet, da ich das Jahresranking angeführt habe», sagt der 18-Jährige. Allerdings könne im Judo auch sehr schnell ein Kampf verloren gehen. «Darum ist nie sicher, wer gewinnen wird.»

Zwei Strafen als Handicap

Das galt für Bersnak auch im Final, in dem er es mit Loan Celikbilek aus Delémont zu tun bekam. Nachdem der Hedinger früh in Führung gegangen war und diese noch ausbauen konnte, handelte er sich zwei Strafen ein. Bei einer dritten wäre er disqualifiziert worden. «Die erste Strafe war mein Fehler und absolut unnötig», sagt er. Da er aber bereits in Führung lag, habe er nicht zu viel riskieren wollen und kontrollierte den Gegner. «Das führte zur zweiten Strafe – wegen Passivität. Dadurch musste ich wieder mehr Risiken eingehen und mehr angreifen.»

Von den beiden Strafen habe er sich allerdings nicht irritieren lassen: «Während des Kampfes war ich derart darauf fokussiert, die Führung nicht aus der Hand zu geben, dass kein Platz für andere Gedanken blieb.» Bersnaks Coolness in dieser Situation zahlte sich aus. Schliesslich konnte er den Kampf durch eine Würgetechnik vorzeitig für sich entscheiden und durfte am Ende jubeln.

Ende gut, alles gut also. Doch was, wenn Bersnak den Final verloren hätte? Wäre er auch mit dem Vizemeistertitel zufrieden gewesen? «Nein», sagt er. «Mein Ziel war es, den Schweizer-Meister-Titel zu gewinnen.»

Dietiker erfolgreich wie noch nie

Nicht Gold, aber zumindest Silber und Bronze konnten zwei andere Judoka vom Judo Sportclub Dietikon holen: Cyrill Marcarini und Julia Krämer. Marcarini wurde in der Kategorie U18 bis 60 Kilogramm Vizeschweizermeister. Und Julia Krämer ergatterte in der Kategorie U21 bis 70 Kilogramm mit zwei Siegen in vier Kämpfen die Bronzemedaille. Damit gewann die vierköpfige Delegation des Judo Sportclubs Dietikon drei Medaillen und war damit so erfolgreich wie noch nie an einer Schweizer Einzelmeisterschaft. Bersnaks Goldmedaille war gar der erste Titel seit zehn Jahren für die Judoka aus Dietikon.

Für Bersnak gilt der Fokus bereits den nächsten Turnieren. «Das Training geht jetzt normal weiter. In zwei Wochen findet die Jugend- und Junioren-Schweizer-Mannschaftsmeisterschaft statt», sagt er. «Und Mitte Dezember gehen wir mit der Nationalmannschaft an das Sichtungsturnier in Südfrankreich.» Viel Zeit zum Feiern bleibt Bersnak also nicht.