Schlieren
Mit Orgel und Klarinette: Das "Duo Anima" kehrt zu seinen Ursprüngen zurück

Die beiden Schlieremer «Sandkastenfreundinnen» Sandra Lützelschwab-Fehr und Susanne Rathgeb-Ursprung treten als «Duo Anima» erstmals gemeinsam in ihrem Herkunftsort auf. Am Sonntag wollen sie ihre Zuhörer mit dem Zusammenspiel von Orgel und Klarinette überraschen.

Franziska Schädel
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Susanne Rathgeb-Ursprung (links) und Sandra Lützelschwab-Fehr haben in der Musik ihre Berufung gefunden.

Susanne Rathgeb-Ursprung (links) und Sandra Lützelschwab-Fehr haben in der Musik ihre Berufung gefunden.

zvg

Wenn Sandra Lützelschwab-Fehr und Susanne Rathgeb-Ursprung am Sonntag in der reformierten Kirche Schlieren im Zusammenspiel von Klarinette und Orgel das Publikum verzaubern werden, wird dies für beide Musikerinnen eine Premiere sein. Das «Duo Anima» tritt zum ersten Mal in Schlieren auf. Und doch haben die Künstlerinnen ein Heimspiel, schliesslich sind sie beide in der Stadt aufgewachsen. «Wir sind Sandkastenfreundinnen», sagt Lützelschwab lachend.

Nach der Schule verloren sich die beiden aus den Augen und trafen sich erst wieder an der Musikhochschule. Sandra Lützelschwab studierte Klarinette, Susanne Rathgeb Klavier und Orgel. Sie fanden sich zusammen zum gemeinsamen Musizieren und gründeten vor drei Jahren das «Duo Anima». Anima, das ist die Seele, der Atem, erklärt Lützelschwab – und den brauche sowohl die Orgel als auch das Klarinettenspiel.

Vom Musikvirus gepackt

Dass sich die beiden Musikerinnen seit Kindesbeinen kennen, sei wohl auch der Grund für die Vertrautheit beim gemeinsamen Musizieren, sagt Rathgeb. «Wir verstehen uns ohne viele Worte und das ist wichtig beim Zusammenspiel.» Die Orgel war für Rathgeb eine Offenbarung, als sie während der Zeit an der Kantonsschule Urdorf zum ersten Mal Unterricht nahm. Der damalige reformierte Pfarrer und Kantor von Dietikon, Wolfgang Rothfahl, habe sie als Lehrer positiv geprägt und beeinflusst, erinnert sie sich. «Damals hat mich der Musikvirus gepackt und nicht mehr losgelassen. An der Orgel ist mir eine ganz neue Welt aufgegangen.»

Wenn Wolfgang Rothfahl ein Konzert gab, durfte sie die Register ziehen und die Seiten umblättern. «Ich war nervöser, als ich es heute bin, wenn ich selber spiele.» Obwohl ihr Herz für die Klassik schlägt, lässt sich Rathgeb auch gerne auf andere Musikstile ein. «Die Musik spricht immer vom Gleichen. Sie berührt die Seele, egal ob mit Jazz, Klassik, Klezmer oder Pop.»

Stadtjugendmusik weckte Passion

Schon früh entschied sich auch Sandra Lützelschwab für ihr Instrument. «Die Klarinette kann schluchzen, wimmern, jammern und lachen. Sie kommt der menschlichen Stimme am nächsten.» Die Musikerin erinnert sich gerne an ihre Zeit bei der Stadtjugendmusik Dietikon: «Es war eine wunderbare Zeit für mich. Der Zusammenhalt in der Gruppe, gemeinsam ein Ziel zu erreichen, das war mein Einstieg in die Musik.» Beim damaligen Leiter der Stadtjugendmusik, Dalibor Brazda, machte sie ihre ersten musikalischen Gehversuche. Heute gibt sie ihre Passion gerne an die Musikschülerinnen und -schüler der Musikschule Lenzburg weiter und spielt im Ensemble der Camerata Schweiz.

«Wir verstehen uns ohne viele Worte und das ist wichtig beim Zusammenspiel.»

Susanne Rathgeb-Ursprung, Musikerin

Die beiden Musikerinnen haben den Bezug zum Limmattal trotz ihres Wegzugs aus Schlieren nicht verloren. So musizierten sie vor einigen Monaten im Rahmen des Zyklus Feierabendmusik in der Kirche St. Agatha in Dietikon. Rathgeb erinnert sich auch gerne an ihre Zeit, als sie den Frauenchor Schlieren und den reformierten Kirchenchor Dietikon leitete. Heute ist sie Organistin und Kantorin an der reformierten Kirche Bülach, leitet die von ihr gegründete Neue Kantorei Bülach sowie den dortigen Kinderchor und bietet Eltern-Kind-Singkurse an. «Die Freude an der Musik und am Singen weiterzugeben, das bereitet mir grosse Freude», sagt die Organistin.

Ungewöhnliches Zusammenspiel

Das Zusammenspiel von Klarinette und Orgel ist ungewöhnlich. «Gerade dies macht unsere Musik so besonders», erklärt Sandra Lützelschwab. Die Klarinette übernehme manchmal ein Register der Orgel. Dann wieder spiele sie einen Solopart und die Orgel begleite sie. Susanne Rathgeb ergänzt: «Eine Orgel ist eigentlich eine Sammlung verschiedener Instrumentalstimmen. Darum lässt sie sich praktisch mit jedem anderen Instrument kombinieren.»

Am Sonntag werden die beiden Musikerinnen ihre Zuhörer in der reformierten Kirche nicht nur mit dem Zusammenspiel ihrer Instrumente überraschen, sondern auch stilistisch für eine spannende Mischung sorgen. Denn besinnlichere klassische Klänge treffen im Programm auf beschwingten Klezmer mit mitreissenden Rhythmen.

Klassik meets Klezmer
Sonntag, 7. Januar um 17.00 Uhr, Reformierte Kirche Schlieren