Otelfingen
Mit Einzylindermotoren unterwegs auf den Schmalspur-Schienen

Der Verein der Feld- und Werkbahnfreunde setzt sich für den Erhalt eines Stücks Schweizer Wirtschaftsgeschichte ein. Nun lud er zum Tag der offenen Tür. Die Vereinsmitglieder wenden pro Jahr rund 2000 Stunden für ihr Hobby auf.

Lukas bertschi
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Jung und Alt freuen sich über die Fahrt durch das Areal.

Jung und Alt freuen sich über die Fahrt durch das Areal.

Lukas Bertsch

Der Verein der Feld- und Werkbahn Freunde hat sein 25-Jahr-Jubiläum gefeiert. Er setzt sich für die Erhaltung der Bahnen ein, welche früher eine wichtige Rolle in der Industrie spielten.

Areal des Veriens als vermeintlicher Schrottplatz

Parallel zu den breiten Schienen der SBB verlaufen in Otelfingen die viel schmaleren Schienen der Feldbahnen. Am Tag der offenen Tür des Vereins der Feld- und Werkbahn- freunde nutzten viele die Gelegenheit, die bis zu zehn Tonnen schweren Lokomotiven in Aktion zu sehen. «Die Loks verschwanden, weil sie nicht mehr gebraucht wurden», sagt David Kober, Präsident des Vereins der Feld- und Werkbahnfreunde. Die jüngeren Chefs hätten nach dem Generationenwechsel oft gesagt: «Weg mit dem Schrott.» Auch in der Bevölkerung gebe es Leute, die das Areal des Vereins für einen Schrottplatz hielten. Denen, die mehr dahinter sehen, will der Verein die Möglichkeit geben, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

«Um die Gescvhwindigkeit geht es nicht»

«Es ist faszinierend, was die 1920 gebaut haben - und das läuft immer noch», so Kober. Die Motoren lassen sich nicht mit den heutigen vergleichen. Die Lokomotiven haben teilweise nur Einzylindermotoren und ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 10 bis 12 Stundenkilometern. Um Geschwindigkeit geht es aber auch nicht: «Es soll so weit wie möglich alles original erhalten bleiben», sagt Kober. Dies sei schwierig, weil sich kaum Ersatzteile finden lassen.

Lokomotive aus dem Jahr 1914

Seit 1992 mietet der Verein ein 1500 Quadratmeter grosses Areal in Otelfingen. Aus der ehemaligen Wiese ist ein kleiner Bahnhof geworden. Rund 80 Lokomotiven stehen auf den Gleisen. 20 davon sind betriebsfähig. Die älteste Lokomotive stammt aus dem Jahr 1914, die neueste aus dem Jahr 1989. Die zumeist dieselbetriebenen Fahrzeuge wiegen zwischen
1 und 10 Tonnen. «Wir haben die Palette ziemlich gut abgedeckt, darauf sind wir schon ein bisschen stolz», sagt Vereinspräsident Kober.

Ein Museum werden

Angefangen hat alles vor 25 Jahren. Der damals 16-jährige Kober hatte in einer Eisenbahnzeitschrift einen Artikel über ein Feld- und Werkbahn-Museum in Oekoven entdeckt. Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er später den bis heute einzigen Verein in der Schweiz, der sich für die Erhaltung der Technik der Feld- und Werkbahnen einsetzt.

Rund 2000 Stunden pro Jahr

Rund 2000 Stunden arbeiten die 8 bis 10 Aktiven des Vereins jedes Jahr an den Schienen und an den Lokomotiven. Mittelfristig soll das Areal mehr zu einer Art Museum werden. Viele Beschriftungen für die Lokomotiven sind schon fertig, aber noch nicht installiert. Zudem ist eine Fahrstrecke rings um das Gelände geplant