Lautstark begrüssten die Tambouren mit ihrem Leiter Roger Küng an diesem sonnigen Bettag vor dem Kirchenportal die zahlreich erschienene Gästeschar. Drinnen, im Gotteshaus, meinte Pia Sigrist, die Präsidentin der Stadtjugendmusik Dietikon (SJMD): «Es sind diesmal vorwiegend Stücke, bei denen der Klang wichtig ist und die Musikerinnen und Musiker gut aufeinander hören müssen.» Und: «Es sind Werke, welche die Jugendlichen selber nicht gewählt hätten, weil sie eben viel lieber schnelle Pop-, Rock- oder Filmmusik spielen.»

So begann das Konzert in der reformierten Kirche Dietikon mit «Chopins Dream», einem langsamen und gefühlvollen Werk – einem Traum des polnischen Komponisten und Pianisten. «Es ist auch mein Traum», betonte Pia Sigrist, «dass nämlich die SJMD jedes Jahr mehr wächst und noch grösser und stets besser wird.» Und wie sie wächst, die Dietiker Stadtjugendmusik, spielten doch erstmals acht Neue im Hauptkorps mit.

Bergweiden und Täler

Festliche und besinnliche Klänge erfüllten den besonnten Kirchenraum. So richtig herausgefordert waren Dirigent und Korps mit dem äusserst anspruchsvollen Stück «Glacier Express». Die Komposition von Larry Neeck beschreibt musikalisch den Weg des Glacier Express, der St.Moritz mit Zermatt verbindet.

Die Einleitung des Stücks schildert die Grösse der Bergwelt bei der Ausgangsstation. Der Zug setzt sich in Bewegung – die Reise beginnt. Der Allegro-Teil in Moll schildert die abenteuerliche Fahrt während des Winters durch Schneetreiben und Eis. Im langsamen Mittelabschnitt streift der legendäre Zug durch sommerliche Bergweiden und Täler. Der Schluss zeigt noch einmal das majestätische Panorama, während die Bahn ihre Reise beendet.

Bravourös und ohne Entgleisungen haben die jungen Musikerinnen und Musiker diese Fahrt durch die hehre Landschaft gemeistert. Dazu meinte der ehemalige SJMD-Trompeter Dominik Müller: «Mir hat diese Fahrt mit dem ‹Glacier Express› am Besten gefallen.» Für ihn sei es übrigens als Ehemaliger sehr schön gewesen, das Konzert erstmals vom Balkon aus zu geniessen. Dirigent Hanspeter Adank, dem es immer wieder gelingt, die Teenager mit Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen zu guten musikalischen Leistungen anzuspornen, äusserte sich am Schluss des Konzertes sehr zufrieden mit dem Dargebotenen: «Den Klang haben die Jugendlichen bei allen Stücken wirklich fantastisch hingekriegt.»