Limmattal

Mehrstimmig in die Zukunft

Für «Sing Star» werden Jugendliche ab 12 Jahren gesucht, die Lust am Singen haben und gemeinsam an verschiedenen Anlässen auftreten wollen, wie diese Urdofer Oberstufenschüler.  mu/Archiv

Für «Sing Star» werden Jugendliche ab 12 Jahren gesucht, die Lust am Singen haben und gemeinsam an verschiedenen Anlässen auftreten wollen, wie diese Urdofer Oberstufenschüler. mu/Archiv

Workshops für Jugendliche, die gerne singen, dazu fünf Konzerte in vier Gemeinden – die Jugendarbeiter aus Schlieren, Dietikon, Oberengstringen und Urdorf haben ihr erstes gemeinsames Projekt lanciert.

Workshops für Jugendliche, die gerne singen, dazu fünf Konzerte in vier Gemeinden – die Jugendarbeiter aus Schlieren, Dietikon, Oberengstringen und Urdorf haben ihr erstes gemeinsames Projekt lanciert. Unter dem Namen «Sing Star» werden Jugendliche ab 12 Jahren gesucht, die Freude am Singen haben. «Wichtig ist, dass die Jugendlichen gerne singen und Lust haben, zusammen mit Alterskollegen aus anderen Gemeinden ein Programm auf die Beine zu stellen», sagt Sandra Jenny, Jugendarbeiterin in Oberengstringen. Es spiele keine Rolle, ob die Jugendlichen bereits singen können.

Ziel des Projektes ist es, Lieder für Konzerte einzustudieren. Dies geschieht in neun Workshops, die von Nyssina Swerissen geleitet werden. Sie ist Gesangslehrerin an der Gesangsschule «Female Funk Project» in Zürich. Die Teilnehmer werden mit insgesamt fünf Auftritten in den beteiligten Gemeinden belohnt, wobei in Schlieren zwei Konzerte geplant sind – eines davon am Schlierefäscht im September. Vorher, am letzten Augustwochenende, ist ein Auftritt am Oberengstringer Weinfest vorgesehen.

Die Idee zum Projekt hat ihren Ursprung in Schlieren. «Wir versuchen, den Jugendlichen vermehrt kulturelle Veranstaltungen anzubieten. Diese haben sich sehr gut bewährt, weil die Herkunft und das Bildungsniveau bei solchen Anlässen eine untergeordnete Rolle spielt», erklärt Christof Oswald, Jugendarbeiter in Schlieren.

Bei der Suche nach Partnern sei er auf das «Female Funk Project» aufmerksam geworden. Die Idee habe er seinem Kollegen aus Dietikon, Amaha Linsi, vorgestellt. So sei die Sache ins Rollen gekommen. Grosser Vorteil der Zusammenarbeit sei der Umstand, dass man mehr Workshops und mehr Auftrittsmöglichkeiten habe. «Ich finde es sehr wichtig, dass die Jugendlichen bei einem solchen Projekt auch die Erfahrung machen, wie es ist, auf einer Bühne zu stehen», sagt Oswald.

Roadshow in den Gemeinden

Der Startschuss zu dem Projekt fällt am 11.Mai. Dann geht in der 10- Uhr-Pause auf dem Pausenplatz des Schulhauses Kalktarren in Schlieren eine Roadshow über die Bühne, an der Anmeldungen verteilt werden. Das gleiche Prozedere wird anschliessend in Oberengstringen, Urdorf und Dietikon durchgeführt. Start des ersten Workshops ist am 21.Mai in Dietikon. Danach folgen die acht weiteren, der letzte ist am 17.September in Urdorf.

Mit dem gemeinsamen Projekt der Limmattaler Jugendarbeiter geht ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Schon seit geraumer Zeit tauschen sie ihre Erfahrungen an informellen Treffen aus. So fanden bereits Ende der 1990er-Jahre unter dem Namen «Kontaktgruppe der Jugendtreffs im Limmattal» erste Versuche zur Vernetzung der Limmattaler Jugendtreffs statt. Die damaligen verantwortlichen Leiter verschiedener Jugendeinrichtungen aus Schlieren, Urdorf, Dietikon und Oberengstringen trafen sich regelmässig zum Ideenaustausch. Aus verschiedenen Gründen, wie der Neuausrichtung der Jugendpolitik in den verschiedenen Gemeinden und den damit einhergehenden Personalwechseln, ist die Zusammenarbeit jedoch weitgehend auf der informellen Ebene verblieben.

Jugendlich sind immer mobiler

Gleichzeitig hat sich auch das Freizeitverhalten der Jugendlichen stark verändert. Markantes Beispiel ist die hohe Mobilität der jungen Menschen. Immer mehr Jugendliche verbringen ihre Freizeit ausserhalb ihrer Wohngemeinde, meist in unmittelbarer Nachbarschaft. «Wir haben viele Jugendliche aus Schlieren und Urdorf bei uns im Jugendhaus», sagt die Oberengstringer Jugendarbeiterin Sandra Jenny.

Dieser Umstand habe die Jugendarbeiter dazu bewogen, die Zusammenarbeit untereinander vermehrt auf operativer Ebene zu verstärken. Der einfache informelle Austausch reichte nicht mehr aus, um der Entwicklung gerecht zu werden. Erstes Zeichen dieser Zusammenarbeit war die Gründung Jugendarbeit Limmattal (JAL) durch die Jugendarbeiter der Gemeinden Schlieren, Oberengstringen, Urdorf und Dietikon. Ziel ist es, Synergien besser zu nutzen.

«Ein erstes gemeinsames Projekt, eine grosse Disco, wollten wir schon vor eineinhalb Jahren auf die Beine stellen. Allerdings scheiterte es an der Suche nach einer geeigneten Lokalität», hält Jenny fest. Mit dem «Sing Star» habe es nun aber geklappt. Gleichzeitig sei bereits das zweite Projekt in Planung. So werde ein Wettbewerb unter den Jugendlichen für die Gestaltung eines Logos für die JAL durchgeführt. Dieses soll künftig verwendet werden und als sichtbares Zeichen der verstärkten Zusammenarbeit dienen.

Projekte werden ausgewertet

Ziel der neuen Kooperation ist es, einmal pro Jahr einen gemeinsamen grossen Anlass durchzuführen. «Zudem wollen wir einander gegenseitig helfen, wenn beispielsweise Sportanlässe in den Gemeinden durchgeführt werden und es noch Personal braucht», so Jenny. Gleichzeitig wird durch die stärkere Zusammenarbeit auch das Angebot ausgebaut, glaubt Andrea Köbeli Jah, Jugendbeauftragte in Urdorf. «Sind in einer Gemeinde in einem Kurs noch Plätze frei, kann man diese mit Jugendlichen aus anderen Gemeinden auffüllen», so Köbeli Jah. Allerdings gelte es trotz der verstärkten Zusammenarbeit zu beachten, dass der Arbeitsschwerpunkt der einzelnen Jugendarbeiter weiterhin in ihren jeweiligen Gemeinden liege. Dennoch sei auch sie von der Notwendigkeit der Kooperation überzeugt. «Ich hoffe, dass sie erfolgreich ist. Das werden wir Ende Jahr sehen, wenn die beiden Projekte ausgewertet werden.»

Auch der Schlieremer Jugendarbeiter Christof Oswald gewinnt der verstärkten Zusammenarbeit nur positive Seiten ab. «Durch die Kooperation haben die Jugendlichen die Gelegenheit, die anderen Jugendarbeiter kennen zu lernen. Umgekehrt lernen auch wir Jugendbeauftragte neue Jugendliche kennen», so Oswald.

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