«Die kritische Masse an Start-ups ist erreicht und wir sind nun auf der Landkarte für aufstrebende Jungunternehmen angekommen», sagt Andreas Geistlich. Der FDP-Kantonsrat und Präsident des Vereins Start Smart Schlieren begründet so die Lancierung der neuen Plattform «Start-up City». Eine Idee, die er am Donnerstag an der Jahresversammlung den Mitgliedern präsentierte. Die Zeichen stehen damit – wie bis anhin – auf Wachstum.

Aktuell verfügt Start Smart Schlieren über rund 50 Mitglieder-Unternehmen, die gemeinsam rund 200 Arbeitsplätze in der Stadt anbieten. An aktuell vier Standorten vermittelt der Verein Büroflächen. Dies reicht laut Geistlich aber nicht mehr aus: «Wir haben festgestellt, dass das Vermitteln von Immobilien nicht mehr genug ist. Wir wollen den Jungunternehmen noch mehr Rüstzeug mit auf den Weg geben, um für sie attraktiv zu bleiben», sagt er.

Mit «Start-up City» soll ein branchenunabhängiges Ökosystem für Jungunternehmen geschaffen werden. «Durch das Ausrichten von Anlässen und Weiterbildungen sollen alle relevanten Player an einen runden Tisch gebracht werden», erklärt Geistlich. Neben dem Institut für Jungunternehmen (IFJ) mit Sitz in Schlieren, sei beispielsweise auch der Innovationsförderer Zühlke mit an Bord.

Co-Working-Plätze sind ausgebucht

Der Verein Start Smart Schlieren wurde vor fünf Jahren gegründet. Damals stand die Vermittlung von Bürofläche im Zentrum, von der es Ende der Nullerjahre in Schlieren viel zu viel gab. Neben dem Hauptsitz an der Rütistrasse kamen über die Jahre Enklaven in anderen Liegenschaften hinzu. Dabei handelt es sich etwa um Arbeitsplätze im Sony-Gebäude direkt beim Bahnhof. 2016 erweiterte man das Angebot um Büroflächen im Schlatter-Hochhaus an der Brandstrasse und in einem Bürohaus an der Wiesenstrasse. Rund 60 Coworking Spaces spülte der Verein damals auf den Markt. «Heute sind diese – abgesehen von den natürlichen Fluktuationen – stets besetzt», sagt Geistlich. Dasselbe gelte auch für die restlichen Büroflächen.

Das schillernde Aushängeschild des Vereins ist und bleibt Contovista. Das Unternehmen aus dem FinTec-Bereich, bietet Lösungen für das persönliche Geld-Management an und konnte erst Mitte April vermelden, dass neu auch die österreichische Raiffeisen Bank auf die Technologie aus Schlieren setzt. Aber auch das 2010 gegründete Aeon Scientific, das auf dem Gebiet der Operationstechnik forscht, brachte es bereits zu Renommee. 2014 erhielt das Unternehmen aus der Medizinaltechnik für seine Innovation den Swiss Technology Award.

Kein Fokus auf einzelne Branchen

Aus früheren Interviews mit Start-Smart-Vertretern war zu vernehmen, dass man künftig vermehrt Jungunternehmen aus der FinTec- und der MedTec-Branche ansiedeln wolle. «Wir sind heute für sämtliche Branchen offen und streben bislang nicht die Schaffung eines spezialisierten Clusters à la Bio-Technopark an», so Geistlich.

Darüber dass die Anzahl ansässiger Unternehmen im vergangenen Jahr erstmals die 1000er-Marke knackte, freut sich Geistlich. «Dies kann jedoch nur in geringem Masse als Verdienst von Start Smart gesehen werden. Die Entwicklung zeigt aber, dass Schlieren guter Nährboden für alle Unternehmen ist.»