Schlieren

Mehr Raum nach oben: Wirtschaft will weniger Hürden beim Bau von Hochhäusern

Hoch hinaus: In Schlieren sollen Hochhäuser (hier jene des Bio-Technoparks) auf weniger Hürden stossen als bisher.

Vertreter der Schlieremer Wirtschaft haben ihre Anliegen in den kommunalen Richtplan, der derzeit in Revision ist, eingebracht. Neben einem neuen Stadtsaal-Standort erhoffen sie sich auch eine Lockerung beim Hochhausbau.

Wie in Schlieren künftig gebaut wird, zeigt sich im kommunalen Richtplan und in der Bau- und Zonenordnung (BZO). Beide befinden sich derzeit im langwierigen Revisionsprozess. Erst kürzlich übergab der Stadtrat den noch nicht öffentlichen Richtplan einer eigens einberufenen Spezialkommission des Gemeindeparlaments. Eine Nachfrage bei den Wirtschaftsverbänden und beim Hauseigentümerverband (HEV) Schlieren zeigt, dass man sich viel von der revidierten Planungsgrundlage erhofft.

Die Wirtschaftskammer Schlieren deponierte ihre Anliegen in Form einer Stellungnahme anlässlich der öffentlichen Auflage von vergangenem Jahr, wie Vorstandsmitglied Sasa Stajic sagt. Er weiss: «Bei der Erarbeitung des Richtplans wurden diese teilweise berücksichtigt.» Der nun vorliegenden Version steht die Wirtschaftskammer daher positiv gegenüber. «Wir hoffen, dass dadurch bessere Bedingungen für die Weiterentwicklung Schlierens geschaffen werden können.»

Eine dieser Bedingungen ist, die Hürden für den Bau von Hochhäusern zu senken. «Es wird heute vermehrt in die Höhe gebaut, weil der Raum knapp wird. Daher sollten Hochhäuser in Arbeitsgebieten als Zweckbauten und nicht mehr als Sonderbauten definiert werden», sagt Stajic. Um den Bedarf der Wirtschaft nach neuen Räumen für das Gewerbe zu decken, soll der Richtplan zudem zeitnah in Kraft treten, lautet eine weitere Forderung.

Zu diesen neuen Räumen zählt laut Wirtschaftskammer auch ein Stadtsaal. «Schlieren braucht einen neuen Saal. Der Standort dafür soll im neuen Richtplan definiert werden», sagt Stajic.

Detaillisten kritisieren die Erdgeschossnutzung

Auch Vertreter der Detaillistenvereinigung Pro Schlieren brachten sich aktiv in die Erarbeitung des neuen Richtplans ein. Erst vor wenigen Wochen unterrichtete Präsident Philipp Locher die Stadt zudem über die Wünsche der Detaillisten für die BZO-Revision. «Für uns stehen Verbindungsstrassen im Mittelpunkt. Nämlich jene, die zwischen dem Wirtschaftsgebiet Grabenstrasse und der Badenerstrasse verkehrt. Generell wäre es schön, wenn es ein Gebiet gäbe, das für Handwerker vorgesehen ist», sagt Locher. Auch das leidige Thema der Erdgeschossnutzung umtreibt die Detaillisten. «Es ist an der Zeit, andere Nutzungen im Erdgeschoss von Neubauten zu finden als Retail-Betriebe», sagt er. So liessen sich solche Flächen nur schwer vermieten, was dazu führt, dass Ladenlokale über Jahre leer stünden.

Eine andere Knacknuss ist die Anzahl Parkplätze. «Diese darf unter keinen Umständen reduziert werden. Die Erreichbarkeit ist für uns Detaillisten das A und O», sagt Locher.

Erdbeerifeld soll nicht zu Bauland werden

Der Schlieremer Gewerbeverein hält sich in Sachen Richtplan zurück und verzichtet auf eine Stellungnahme. «Dies, weil wir zu breit gefächert sind», sagt Präsident Thomas Landis auf Anfrage.

Neben den Vertretern der Wirtschaft zeigten auch jene der Hausbesitzer Interesse am Richtplan. Der Hauseigentümerverband Schlieren reichte anlässlich der öffentlichen Auflage eine Stellungnahme ein. Darin forderte er die Verantwortlichen dazu auf, auf die Einzonung des Erdbeerifeldes zu verzichten. Das nahe der Engstringerkreuzung gelegene Stück Land, das an die Bernstrasse angrenzt, sollte langfristig zu Bauland umgezont werden. Mit dieser Bauland-Arrondierung beabsichtigt die Stadt, dass die Bernstrasse dereinst zum Stadtboulevard vergleichbar mit der Zürcher Pfingstweidstrasse wird. Die Hauseigentümer sehen dies anders. «Eine qualitativ überzeugende Überbauung ist hier wegen des starken Verkehrs schwer vorstellbar», heisst es.

Viel sinnvoller sei die Einzonung von Gebieten, die bereits heute gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen seien. Als Beispiel erwähnt der Verband das Gebiet unterhalb des Bahnhofs Urdorf.

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