Die meisten gebietsfremden Arten sind zwar unproblematisch, hält die Baudirektion in einer Mitteilung vom Donnerstag fest. Doch einige würden sich mangels natürlicher Konkurrenten rasch ausbreiten. «Die Folgen werden oft unterschätzt», heisst es weiter.

So könnten die sogenannten invasiven Neobiota die Gesundheit von Menschen und Haustieren beeinträchtigen, mit ihren Wurzeln erhebliche Schäden an Brücken und Strassen anrichten und bedrohte einheimische Arten verdrängen.

Mehr Problem-Arten

In zwei Fällen haben Kanton und Gemeinden erfolgreich gewirkt: «Dank der Gegenmassnahmen haben die Bestände von Riesenbärenklau oder Ambrosia mittlerweile deutlich abgenommen», hält die Baudirektion in ihrer Mitteilung fest. Die gesundheitlichen Gefahren hätten weitgehend eliminiert werden können.

Doch die Liste der Problemtiere und -pflanzen sei lang. Und sie werde durch den weltweiten Handel und durch die Reisetätigkeit immer länger, warnt die Baudirektion. Sie zählt unter anderem das Einjährige Berufkraut, den Götterbaum und das Schmalblättrige Greiskraut als problematische invasive Pflanzen auf.

Mit einem gemeinsamen Handeln von betroffenen Privaten, Unternehmen und der öffentlichen Hand könnten Schäden erfolgreich vermieden und die Kosten langfristig gesenkt werden, zeigt sich die Baudirektion überzeugt. Sie hat daher ihren Massnahmenplan gegen invasive gebietsfremde Organismen für die Jahre 2018–2021 aktualisiert. Dabei setzt sie einerseits auf Einzelmassnahmen, die ständig optimiert werden.

Andererseits erprobt sie in der noch jungen Disziplin des Neobiota-Managements zwei neue Ansätze. In der Neobiota-Freihaltezone Pfäffikersee testet der Kanton neue Methoden gegen die Verbreitung von invasiven Fischen, Krebsen, Muscheln und anderen Wasserorganismen. Ziel sei es, den bis anhin kaum betroffenen See weiterhin frei von gebietsfremden Arten zu halten und Erkenntnisse zum Schutz anderer Gewässer zu erhalten.

Im Rahmen des Projekts «Gemeinsam gegen Neophyten» im Reppischtal erprobt der Kanton ein entschlossenes, koordiniertes Vorgehen aller Akteure über mehrere Jahre hinweg. Das Reppischtal ist gemäss Mitteilung als Testgebiet besonders geeignet, weil es als Geländekammer klar vom Umland abgegrenzt ist. (sda)