Umwelt

Massnahmen zeigen Wirkung: Seit drei Jahren gelangen keine fremden Schädlinge mehr in den Pfäffikersee

Das Projekt hat im Pfäffikersee bereits Wirkung gezeigt. Eine Ausweitung auf weitere Seen und Flüsse im Kanton Zürich würde geprüft, schreibt die Baudirektion. (Archivbild)

Im Kampf gegen gebietsfremde Arten helfen Information und Sensibilisierung, wie ein kantonales Pilotprojekt am Pfäffikersee zeigt.

Die Zürcher Baudirektion hat von 2016 bis 2018 das Projekt «Neobiota-Freihaltezone Pfäffikersee» im Zürcher Oberland durchgeführt. Nun liegt die Auswertung vor – und sie zeigt ein erfreuliches Bild. «Während des dreijährigen Versuchs haben sich keine neuen invasiven Wasserorganismen angesiedelt», teilte die Baudirektion am Mittwoch mit. Dies haben Kontrollen durch Taucher und DNS-Analysen des Seewassers ergeben. «Damit ist das Hauptziel des schweizweit einmaligen Pilotprojekts erreicht», heisst es in der Mitteilung.

Die Verantwortlichen haben im wertvollen Ökosystem Pfäffikersee insbesondere auf Information und Sensibilisierung von Fischern, Bootsbesitzern und Wassersportlern gesetzt. Denn diese können unbeabsichtigt gebietsfremde Arten aus anderen Gewässern einschleppen: In den Booten oder Ausrüstungsgegenständen können sie beispielsweise unbemerkt andere Tiere oder Pflanzen mittransportieren.

Vor der Bootsfahrt wird geputzt

«Daher mussten Boote und Ausrüstungen vor dem Einwassern in den Pfäffikersee sorgfältig gereinigt werden», schreibt die Baudirektion. Zudem durften Angler auch keine lebenden Köderfische aus anderen Gewässern einsetzen. Und die Bewilligungen für nautische Veranstaltungen – etwa eine Segelregatta – waren an die Bedingung geknüpft, dass alle eingewasserten Boote sauber sein müssten. Dafür stand die nahe der Einwasserungsstelle in Auslikon gelegene Waschanlage der Landi Wetzikon als offizielle Bootsreinigungs-Anlage zur Verfügung.

Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft der Baudirektion hatte in den vergangenen drei Jahren einerseits vor Ort mit Plakaten über das Problem der gebietsfremden Arten informiert. Andererseits orientierte es die verschiedenen Nutzergruppen direkt mit Schreiben oder an Vereinsveranstaltungen. So erhielten etwa die Fischer mit dem Versand des neuen Patents jeweils einen Flyer zugestellt.

Gemäss den Befragungen erreichten diese gewählten Informationsmassnahmen die Nutzergruppen und fanden auch eine hohe Beachtung. Die empfohlenen oder angeordneten Vorsorgemassnahmen wurden auch grösstenteils angewendet. So gaben etwa die meisten Segler und Fischer, die regelmässig auf anderen Gewässern unterwegs sind, an, ihre Boote und Fischereigeräte immer zu reinigen, wenn sie das Gewässer wechseln.

Auf andere Gewässer ausdehnen

Angesichts der positiven Erfahrungen wird die Informationstätigkeit am Pfäffikersee fortgeführt. Boote und Ausrüstungen müssen weiterhin vor dem Einwassern gründlich gereinigt werden. Die Baudirektion prüft gemäss der Mitteilung auch, «ob und in welcher Form die Massnahmen auf weitere Seen und Flüsse im Kanton Zürich ausgeweitet werden können.» Die Resultate des Pilotprojekts dürften auch «bei anderen Kantonen und beim Bund auf Interesse stossen».

Dass der Kanton den Pfäffikersee als Testgewässer augeswählt hatte, kommt nicht von ungefähr: Er ist bislang kaum von gebietsfremden Arten besiedelt. Im nahe gelegenen Greifensee sowie im Zürich haben sich demgegenüber diese sogenannten invasiven Neobiota bereits ausgebreitet.

Diese eingeschleppten oder eingewanderten Tiere und Pflanzen können Mensch, Tiere, Infrastrukturanlagen und die Umwelt erheblich schädigen, wenn sie sich stark ausbreiten. In den Gewässern verdrängen sie beispielsweise einheimische Arten und gefährden die Artenvielfalt. So haben etwa amerikanische Grosskrebse die einheimischen Edelkrebse durch Übertragung der Krebspest an gewissen Orten bereits zum Aussterben gebracht, hält die Baudirektion fest. Und die Schwarzmeergrundel vertreibt demnach einheimische Fischarten von ihren Laich- und Futterplätzen. Im Rhein bei Basel besteht die Biomasse inzwischen zu 80 Prozent aus Schwarzmeergrundeln.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1