Sexting
Massnahme statt Gefängnis für 23-jährigen Vergewaltiger

Ein Mann hat eine 15-Jährige übers Internet dazu gebracht, ihm Nacktfotos zuzustellen. Bei Treffen hat er sie wiederholt vergewaltigt. Jetzt wurde der Täter in eine Einrichtung eingewiesen.

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Bund kämpft seit längerer Zeit mit einer Sexting-Kampagne gegen den Trend

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Pro Juventute

Seit Donnerstag ist es amtlich: Ein heute 23-jähriger Logistiker aus dem Kanton Baselland kassiert wegen mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfacher Nötigung sowie Pornographie eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren.

Nun wurde die Sanktion zugunsten einer Einweisung in eine Einrichtung für junge Erwachsene aufgeschoben. Zudem wurde der Täter verpflichtet, der zu Beginn der Tatzeit 15-jährigen Geschädigten aus dem Bezirk Horgen ein Schmerzensgeld von 25'000 Franken zu bezahlen. Dieses im letzten Mai gefällte Urteil des Bezirksgerichts Horgen erwuchs am Donnerstag vor dem Zürcher Obergericht in Rechtskraft, wie «20 Minuten online» berichtete.

700 Bilder, 100 Videos

Der Fall gilt als einer der ersten grossen Sexting-Fälle der Schweiz. Der Beschuldigte lernte die damals 15-jährige Sekundar-Schülerin im Internet kennen. Schon bald hatte er sie dazu überredet, ihm ein Foto ihres nackten Oberkörpers zuzustellen. Der Beschuldigte begann das Opfer zu erpressen. Sollte sie nicht noch weitere Nacktfotos schicken, würde er die ersten Bilder veröffentlichen.

Die von den Drohungen eingeschüchterte Geschädigte folgte seinen Anweisungen und schickte ihm rund 700 Nacktbilder sowie 100 Videoaufnahmen zu. Zudem musste sie ihn mit Telefonsex befriedigen. Schliesslich ging das Sexting soweit, dass er sich sogar zwei Mal mit ihr persönlich traf und sie zweimal gegen ihren Willen zum Sex zwang.

Die Übergriffe endeten laut «20 Minuten online» erst, als die Polizei den Täter festnahm. (nch)