Urdorf
Markus Feil löst Martin Ritter als Chef der Stiftung Solvita ab

Die Stiftung Solvita in Urdorf erhält einen neuen Geschäftsführer. Nach 15 Jahren an der Spitze der Institution für Menschen mit Behinderung wird Martin Ritter pensioniert. Nachfolger wird Ritters bisheriger Stellvertreter Markus Feil.

David Egger
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Stiftung Solvita 141217
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Markus Feil arbeitet seit 1995 bei der Stiftung Solvita. Der neue Geschäftsführer kennt das Unternehmen also bestens.
Von links nach rechts: der neue Geschäftsführer Markus Feil, der Stiftungsratspräsident Peter Voser und der bisherige Geschäftsführer Martin Ritter.
Martin Ritter hat die Stiftung Solvita 15 Jahre lang als Geschäftsführer geleitet. Nun lässt er sich mit 61 Jahren frühpensionieren.
In Markus Ritters 15 Jahren wurden 15 Millionen Franken in die Gebäude der Stiftung investiert. Auf diesem Bild aus dem Jahr 2003 ist Ritter (rechts) mit dem damaligen Stiftungsratspräsidenten Karl Geiger zu sehen. 2003 stand die Sanierung und der Umbau des Gebäudekomplexes an der Grubenstrasse 3/5 an (das Gebäude ist im Hintergrund zu sehen).
Das Gebäude (hier der Eingang) trägt unter anderem die Handschrift von Architekt Günter Schröder.

Stiftung Solvita 141217

David Egger

Alle Klienten schauen von ihrer Arbeit auf und drehen sich um, wenn Martin Ritter die Werkstatt der Stiftung Solvita in Urdorf betritt. Lachende Gesichter blicken ihm entgegen, dem Herr über 650 Lohnempfänger, wovon 350 Menschen mit Behinderung sind. Eine Stunde zuvor hat Ritter, der seit 15 Jahren Geschäftsführer ist, der Presse bekanntgegeben, wer sein Nachfolger wird: Es ist Markus Feil, Ritters bisheriger Stellvertreter. Ab 2018 leitet er die Stiftung, die Menschen mit Beeinträchtigungen in den Bezirken Dietikon und Affoltern Wohnraum und Arbeitsplätze bietet und eine grosse Integrationsleistung vollbringt.

Feils neue Visitenkärtchen sind bereits gedruckt. Der 50-Jährige aus dem Bezirk Affoltern ist seit Februar 1995 bei der Stiftung Solvita dabei. Damals begann er als Gruppenleiter im Götschihof im Aeugstertal. 1997 stieg er im Götschihof auf zum Leiter Agogik. Ab 2000 leitete er dann das Wohnheim in Urdorf – zuletzt im 80-Prozent-Pensum. Weitere 20 Prozent waren für seinen Job als Stellvertreter von Geschäftsführer Martin Ritter abgestellt.

«Ich bedaure, dass Martin Ritter geht. Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Markus Feil.» Peter Voser, seit bald acht Jahren Stiftungsratspräsident der Stiftung Solvita

«Ich bedaure, dass Martin Ritter geht. Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Markus Feil.» Peter Voser, seit bald acht Jahren Stiftungsratspräsident der Stiftung Solvita

Limmattaler Zeitung

Feil hat also viel Erfahrung im Unternehmen. Das unterstreicht Stiftungsratspräsident Peter Voser: «So haben wir trotz des Wechsels Kontinuität. Das erleichtert vieles, zum Beispiel im Kontakt mit den Klienten und deren Eltern.»

Peter Voser stellt zudem dem Noch-Geschäftsführer Ritter ein sehr gutes Zeugnis aus. Ein Beispiel: Die Werkstätten der Stiftung Solvita haben stets Arbeit in Hülle und Fülle – so viel, dass sie teils Aufträge an andere Behindertenorganisationen weitergeben. «Ich bedaure, dass Martin Ritter geht», sagt Voser, der seit bald acht Jahren die Stiftung präsidiert, «aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Markus Feil gekommen.»

Der Wechsel zeigt auch, wie die Karriereplanung aufgeht, die die Stiftung mit ihren Angestellten macht: Mehrere Personen rutschen jetzt eine Position nach, sodass in letzter Konsequenz eine Gruppenleiter-Stelle im Götschihof offen ist, die mit einer externen Person besetzt werden muss.

Auch Martin Ritter kam von extern, als er 2002 Geschäftsführer wurde. Nun lässt er sich mit 61 Jahren frühpensionieren – zeitlich passend zur erwarteten Geburt seines dritten Enkelkinds im Januar.

«Wenn ich runter in die Werkstatt ging, gab mir das immer neue Kraft» Martin Ritter, derzeit noch Geschäftsführer der Stiftung Solvita (im Bild mit Klient Arsim Zeciri)

«Wenn ich runter in die Werkstatt ging, gab mir das immer neue Kraft» Martin Ritter, derzeit noch Geschäftsführer der Stiftung Solvita (im Bild mit Klient Arsim Zeciri)

DEG

Zudem will er sich die neue Zeit mit Reisen versüssen. Und sich um sein Fischerpatent kümmern, um wieder mehr auf Fang zu gehen – vor allem am Zugersee und an der Reuss, nahe seines Wohnorts im Aargauer Bezirk Muri. Weiter kann sich Ritter vorstellen, projektbezogene Arbeitseinsätze zu übernehmen. «Das werde ich jeweils völlig frei entscheiden können», sagt er.

15 Millionen Franken in 15 Jahren

In seiner Zeit als Geschäftsführer der 1974 gegründeten Stiftung Solvita, die von total 25 Gemeinden getragen wird, hat er viel erlebt. So wurden in seinen 15 Jahren beispielsweise total 15 Millionen Franken in die Gebäude der Stiftung investiert.

Am schönsten waren für Ritter aber die tausenden Kontakte mit den Betreuten und deren Angehörigen. Diese hätten ihm immer wieder gezeigt, dass er eine sinnvolle Arbeit hat. «Wenn ich runter in die Werkstatt ging, gab mir das immer neue Kraft, um wieder zurück in die Verwaltungsarbeit zu gehen», sagt Ritter. Der Sinn solcher Arbeit hat sich herumgesprochen. So erhält die Stiftung auch viele Bewerbungen von Bankern, wenn eine Stelle in der Verwaltung neu zu besetzen ist.

«Es wird kein ganz neuer Wind wehen, weil den bisherigen Wind durfte ich mitgestalten»

Markus Feil, neuer Geschäftsführer der Stiftung Solvita (ab 1. Januar 2018)

Mit seinem Nachfolger Feil ist Ritter sehr zufrieden. «Da er die Stiftung schon bestens kennt, erleichtert mir das die Übergabe. Ich muss ihm nichts zeigen», sagt er. Und wie Feil sagt, müssen sich auch die Mitarbeiter auf keinen grossen Umbruch einstellen. «Es wird kein ganz neuer Wind wehen, weil den bisherigen Wind durfte ich mitgestalten», sagt er.

In Feils Zeit als Chef wird eine der grossen Herausforderungen sein, dass auch die betreuten Personen – wie die ganze Gesellschaft – immer älter werden, was auch spezielle Bedürfnisse mit sich bringt.