Die Leserinnen und Leser der Limmattaler Zeitung sind begeistert von Hélène Vuille. Die Birmensdorferin, die sich seit 15 Jahren gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und für bedürftige Menschen einsetzt, gewinnt die Wahl zur Limmattalerin des Jahres 2013 mit überwältigender Mehrheit. Es ist bereits der zweite grosse Sieg für Vuille in diesem Jahr: Im September brachte sie die Migros Zürich dazu, abgelaufene aber noch geniessbare Tagesfrischprodukte nach Ladenschluss gratis an Hilfswerke abzugeben.

Gleich ein zweifacher Rekord

Dafür wird sie nun geehrt: Nicht weniger als 446 Stimmen hat Vuille in der jährlich von der Limmattaler Zeitung durchgeführten Abstimmung geholt - das ist ein absoluter Rekord. Im letzten Jahr gewann der Schlieremer Drogist Philipp Locher mit 161 Stimmen, im Jahr zuvor stellte Schwester Elisabeth Müggler mit 250 Stimmen den damaligen Rekord auf. Im Jahr 2010 gewann die Schlieremer Bibliothekarin Heidi Berri, 2009 machte der Knabenschiessen-Schützenkönig Yves Miller aus Weiningen das Rennen.

Insgesamt stimmten dieses Jahr 912 Personen ab - auch das ist ein absoluter Rekord. Davon wählte fast jede zweite Stimme Vuille. Auf dem zweiten Platz folgt mit 282 Stimmen Matthias Brücker aus Bergdietikon. Der Schauspieler mit Down Syndrom hat dieses Jahr mit dem Theater Hora international für Furore gesorgt. Die Bronzemedaille geht an den Dietiker Unternehmer Dietrich Pestalozzi. Nominiert waren zudem «Limmi»-Spitaldirektor Thomas Brack, die Autorin und Musikerin Erica Brühlmann-Jecklin und Pfarrer Ernst Sieber.

Sie alle konnten sich aber nicht gegen Vuille durchsetzen, deren unermüdlichen Kampf für ihr Projekt ganz offensichtlich besonders viele Leute berührt hat. «Ihr Engagement für die Schwächsten unserer Gesellschaft ist grossartig, selbstlos und vorbildlich», schrieb ein Leser, während ein anderer «ihre Beharrlichkeit und ihr grosses Herz» lobte und eine Leserin sich dafür bedankte, dass Vuille die «im Überfluss lebende Gesellschaft» für mehr Bescheidenheit sensibilisiert.

«Ich kann es nicht glauben»

Vuille selber war am Mittwoch überwältigt, als sie von ihrem Sieg erfuhr. «Ich kann es nicht glauben», sagte sie. Es sei eine grosse Ehre, dass sie das Rennen gemacht habe, obwohl so viele tolle Menschen nominiert gewesen sein: «Sie können sich nicht vorstellen, wie ich mich freue.»

Seit ihr Projekt nicht zuletzt durch Artikel in der Limmattaler Zeitung bekannter geworden sei, spüre sie aber auch im Alltag viel positive Resonanz, so Vuille: «Ich werde manchmal von wildfremden Menschen beim Einkaufen darauf angesprochen.» Auch komme es immer wieder vor, dass jemand spontan seine Hilfe anbiete.

Diese kann die Birmensdorferin gut gebrauchen: Für die Belieferung der sozialen Institutionen mit Tagesfrischprodukten fehlen ihr noch freiwillige Fahrer. Sie hoffe, so Vuille, dass die Wahl zur Limmattalerin des Jahres ihrem Projekt weiter Auftrieb gebe.