«Brand an der Hüttikerstrasse 81, drei vermisste Personen»: Daniel Peter, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Geroldswil-Oetwil gibt Befehle. Im zivilen Beruf ist er Lokführer, gestern Abend leitete er die Übung seiner Feuerwehr.

Die Feuerwehr Geroldswil-Oetwil übte gestern auf dem Hüttikerberg den Ernstfall.

Die Feuerwehr Geroldswil-Oetwil übte gestern auf dem Hüttikerberg den Ernstfall.

Dabei musste er kurzfristig umdisponieren. Ursprünglich war geplant, mit der Feuerwehr unteres Furttal zusammen zu üben. Diese musste aber nachmittags zu zwei Bränden in Otelfingen ausrücken. So löschten gestern 45 Limmattaler Feuerwehrleute auf Furttaler Boden fiktive Brände und suchten drei vorgeblich vermisste Personen in der Scheune von Familie Dubach. Zwei Disco-Rauchmaschinen und drei Arbeitskollegen eines Feuerwehroffiziers als Schauspieler sorgten für die ernstfall-gerechte Stimmung. Übungsleiter Peter zeigt sich mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden, sieht aber Verbesserungspotenzial: «Wir haben vier Minuten zu lange gebraucht, bis wir Wasser hatten. Aber ich will deswegen kein Drama machen. Bei der Rettung allerdings haben wir 40 Minuten gebraucht. Das ist einfach zu lang.» Damit die Übung trotz der Verhinderung der Furttaler stattfinden konnte, musste Peter unzählige Telefonate führen: «Kein Problem. Das ist Feuerwehr.»

Ein vorgeblich Verletzter wird aus dem oberen Stock abtransportiert.

Ein vorgeblich Verletzter wird aus dem oberen Stock abtransportiert.

Üben wollte man zusammen, weil seit drei Jahren ein Konzept zur Zusammenarbeit auf dem Hüttikerberg existiert. Dort gibt es laut Übungsleiter Peter verhältnismässig wenig Löschwasser. Wenn den Hüttikern das Wasser ausgeht, bittet der Einsatzleiter die Feuerwehr Geroldswil-Oetwil um Hilfe. Die Limmattaler verlegen dann Schläuche vom Hydranten bei den obersten Oetwiler Gebäuden an der Hüttikerstrasse. Über eine starke Motorpumpe geht das Wasser durch 800 Meter lange Schläuche bis zum Tanklöschfahrzeug.

Gestern schaute sich auch ein junger Fahrweider die Übung an, der eventuell in die Feuerwehr eintreten will. Peter, der auch Ausbildungschef der Feuerwehr ist, sagt zur Rekrutierung neuer Feuerwehrleute: «Grundsätzlich haben alle Vereine, die auf freiwillige Arbeit angewiesen sind, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung.» Sie bräuchten Junge aus der Region, die bei einem Alarm schnell vor Ort sein können. Deshalb stehen in den Gemeinden seit einiger Zeit auch ein paar Plakate der Feuerwehr. «Wir haben momentan Feuerwehrleute, die sind schon 59 Jahre alt. Die wollen nicht bleiben, bis wir sie mit den Füssen voran aus dem Feuerwehrlokal tragen müssen.»