Schöner Schenken
Limmattaler Kunst: So können Sie Ihren Liebsten mit Kultur eine Freude machen

Die Bescherung steht vor der Tür und die Kultur im Limmattal bietet interessante Geschenkideen. Es gibt viele hiesige Künstlerinnen und Künstler, deren Werke ihr Publikum suchen – und finden.

Daniel Diriwächter
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Im Limmattal schwingen viele Malerinnen und Maler den Pinsel und erschaffen schöne Bilder.

Im Limmattal schwingen viele Malerinnen und Maler den Pinsel und erschaffen schöne Bilder.

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Bilder, Bücher oder Musik – Künste, die gerade an Weihnachten sichere Werte sind. Ist man noch auf der Suche nach einem aussergewöhnlichen Geschenk, vielleicht auch eines, das man nach den Feiertagen noch übergeben kann, dann empfehlen sich Werke von hiesigen Künstlerinnen und Künstler.

Denn betreffend der Malerei muss es nicht die Mona Lisa in Paris sein; als Skulptur nicht der David aus Florenz. In der Region gibt es unentdeckte Talente wie angesehene Meister, deren Werke zu begeistern wissen.

Und da ist auch die Musik, von der es verschiedene Richtungen im Limmattal gibt. Sicher, der herkömmliche Tonträger hat bald ausgedient. Doch bevor es soweit ist, machen sich die Hits aus der Nachbarschaft perfekt unter dem Tannenbaum.

Ebenso bietet das Limmattal vieles zu lesen – und deswegen auch viele tolle Bücher zu verschenken. Auch hier gibt es einen Exodus an Buchstaben in die digitalen Medien, doch was gibt es Schöneres als ein Buch in den Händen zu halten?

Es lohnt sich durchaus – und nicht nur an Weihnachten – die hiesige Kultur zu unterstützen. Die Vielfalt des kulturellen Schaffens im Limmattal kann dieser Artikel unmöglich in seiner Gesamtheit darlegen, aber wir haben einige Ideen und Tipps gesammelt.

Sehenswert

Ein grosses Angebot an Malereien, Fotografien oder Grafiken bietet die Online-Plattform «Artiazza». Diese gibt Newcomern der Kunstszene die Chance, ihre Werke unter die Leute zu bringen – ganz einfach per Mausklick. «Artiazza» machte seine ersten Schritte im Start-up-Space in Schlieren und hat dank des dort ansässigen Instituts für Jungunternehmer (IJF), das die Plattform unterstützt, noch starke Bande zum Limmattal. Auf der Webseite findet man Hunderte von Objekten aller Art und zu einem Preis, welche die Kunstschaffenden aus der Schweiz und darüber hinaus selbst bestimmt haben.

Unter den angemeldeten Künstlern auf «Artiazza» ist auch Jean-Pierre Domenge aus Dietikon zu finden, der sich selbst als Autodidakt und seine Stilrichtung als «figurativ-abstrakt» bezeichnet. Obwohl er laut eigenen Angaben ein Bild in einem «Ur-Chaos» zu malen beginnt, überzeugen die Resultate, vorwiegend auf Acryl-Basis und Mischtechnik auf Leinen-Malkarton, durch einen eleganten Schwung.

Ebenso wie Domenge war auch Marc Y. Huwiler ein Autodidakt, der sich ganz der Malerei verschrieb. Mittlerweile ist der Künstler aus der Fahrweid in der Szene etabliert. Seine Werke, die er mit unterschiedlichen Materialien wie Dispersion- und Acrylfarben, aber auch mit Autolack oder Kunstharz macht, bestechen durch ihre Frische und ihre Farben. Möchte man sich seine Bilder ansehen, dann lohnt sich der Besuch auf seiner Webseite und der entsprechende Kontakt.

 Seiden-Expression von Brigitte Post.

Seiden-Expression von Brigitte Post.

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Ein grosser Name ist der Dietiker René Gubelmann. Ende September feierte er mit einer dreitägigen Ausstellung im Dietiker Stadthaus seinen 70. Geburtstag und stellte dabei seine Kunst in den Mittelpunkt. Gubelmann vermag es mit seinen Bildern und Plastiken den Takt einer Melodie sichtbar in geometrischen Formen darzustellen. Sein Atelier und seine Werke sind in Dietikon zu bestaunen.

Viele kennen die Birmensdorferin Brigitte Post als engagierte Tierschützerin. Sie ist aber auch eine Künstlerin, deren bevorzugtes Material die Seide ist. Jüngste Beispiele sind ihre dreidimensionalen Seiden-Expressionen. Objekte aus der Natur wie ein Stachel eines Stachelschweins oder Raku, das archaisch im Feuer gebrannte Tonwerk, werden auf die bemalte Seide gebracht. Es entstehen plastische Bilder mit hypnotischer Wirkung. Derzeit hat sie keine Ausstellung, aber auf ihrer Webseite sowie auf Anfrage in ihrem Atelier in Brugg sind die Werke anzuschauen und zu erwerben.

Hörenswert

Sag es mit Musik – und wenn man nicht selbst musizieren oder gar singen will, lässt sich ein Musik-Album unkompliziert verschenken – oder per digitalem Gutschein versenden. Im Frühling brachte die Band «Victors Wanderley», deren Kopf der Dietiker Saxofonist Victor Wanderley ist, das Debüt-Album «Avegno» auf den Markt. Wanderley und seine Mitstreiter bieten Jazz mit der Verständlichkeit von Pop-Musik an. Der Wohlfühlcharakter ist garantiert, der Sound regt aber auch zum Nachdenken an.

Bei der Tanzkapelle von Ueli Mooser geht es urchiger, aber nicht weniger anspruchsvoll zur Sache. Der Birmensdorfer Mooser, einer der ganz Grossen der Volksmusik-Szene, brachte mit seiner Kapelle schon vor einem Jahr die CD «Tanz-Klamotten – Melodien auf Reisen» auf den Markt. Die Musik ist zeitlos und bietet Tanzmusik, wie sie früher gespielt wurde.

 Album-Cover von «The Moonling».  

Album-Cover von «The Moonling».  

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Experimentelles bietet dagegen «The Moonling» aus Aesch, die bereits zwei Alben («iMask» und «Of Toys and their Master’s Voice») am Start haben und deren Sänger in Deutsch wie in Englisch durch die freakigen, aber eingängigen Songs führt.

Engagiert gibt sich die Dietiker Sängerin Diamá auf ihrem ersten Album «We’re not done», das zwar schon zwei Jährchen auf dem Buckel hat, aber nichts an seiner Gültigkeit verlor. Diamá zelebriert darauf die Weiblichkeit, spart aber auch nicht mit musikalischer Kritik an der Gesellschaft – allesamt sind es Ohrwürmer.

Lesenswert

Eintauchen in eine andere Welt und in eine andere Geschichte, das bieten uns Bücher von hiesigen Autoren ebenfalls an. Die Genres sind verschieden: Erika Brühlmann-Jecklin aus Schlieren überzeugt mit ihrem Roman «Sofia – Eine Frau aus dem Prättigau». Es ist eine Reise in eine dunkle Vergangenheit: Die Geschichte einer mutigen Frau zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, die ihren Ehemann verlässt, fesselt vom ersten Augenblick an. Ein Werk, das es auch als Hörbuch zu kaufen gibt. Der in Schlieren lebende Peter Kner, bekannt als Sprecher beim «Kassensturz», gibt Sofia eine Stimme.

 «Sofia» von Erika Brühlmann-Jecklin ist als Buch und als Hörbuch erhältlich.  

«Sofia» von Erika Brühlmann-Jecklin ist als Buch und als Hörbuch erhältlich.  

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Statt eines Dramas kann es auch ein Krimi sein: Erwin Bühler aus Geroldswil pflastert das Limmattal mit Leichen zu. Sei es in «Die Tote im Wartesaal» oder in «Tödliches Kellerfest» – der Oetwiler FDP-Präsident Bühler lässt seine Hauptfigur Kommissar Peter Huber in seinen Limmattaler-Krimis im Eigenverlag ermitteln – Spannung ist garantiert.

Ein ideales Weihnachtsgeschenk sind ausserdem die «Drei Weihnachtsgeschichten aus dem Alten Zürich» von Heinz Lüthi, Autor und ehemaliges Mitglied des «Cabaret Rotstift». Besonders lesenswert ist die «Weininger Weihnachtsgeschichte», der ein historisches Ereignis – der Bildersturm von 1523 – zugrunde liegt.

Es gibt also einiges zu entdecken in der Limmattaler-Kultur. Und die erwähnten Tipps sind nur die Spitze des Eisbergs.

Serie (4/4)

Schöner Schenken

In der diesjährigen Festtagsserie stellte die «Schweiz am Wochenende» in vier Teilen Geschenkideen aus dem Limmattal vor. Wo finden Sie Überraschendes in der Region, wie können Sie Zeit oder Unterstützung schenken, was freut die Kleinen? Wir haben es Ihnen verraten.

Heute (letzter Teil): So schenken Sie Kultur.