Curling
Limmattaler Curler starten so richtig weltmeisterlich in ihre Saison

Der CC Limmattal startete am vergangenen Sonntag mit einem «Brunch-up»-Kurs in die neue Saison, den drei Koryphäen leiteten.

Ruedi Burkart
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Alina Pätz (links) beobachtet zwei Mitglieder des CC Limmattal beim Wischen. Ihre Tipps waren beim Kurs willkommen.

Alina Pätz (links) beobachtet zwei Mitglieder des CC Limmattal beim Wischen. Ihre Tipps waren beim Kurs willkommen.

Ruedi Burkart

Punkt halb zehn Uhr am Sonntagmorgen war es soweit, in der Urdorfer Curlinghalle wurden die ersten Steine der neuen Saison gespielt. «Vorher durfte niemand drauf, da haben wir aufgepasst», meinte Mario Freiberger schmunzelnd. Der Klubpräsident des CC Limmattal, der die Leitung im Sommer 2017 von Langzeit-Boss Philipp Locher übernommen hatte, freute sich, dass die curlinglose Zeit im Limmattal nun zu Ende ist. «Gut, dass es losgeht», so Freiberger. Seit er die Leitung des 226 Mitglieder starken Klubs übernommen hat, stehe er zwar weniger oft auf dem Eis als auch schon. «Aber diesen tollen Verein in die Zukunft zu führen, das gibt mir und meinen Mitstreitern Befriedigung genug.»

Es ist eine lieb gewordene Tradition, dass am ersten Curling-Tag der neuen Saison ein sogenannter Brush-up-Kurs für Mitglieder stattfindet. Freiberger: «Da stehen alle wieder das erste Mal seit Monaten auf unserem Urdorfer Eis. Man trifft sich, es wird gefachsimpelt und ausprobiert. Alle haben einfach ein paar gute Stunden zusammen und stimmen sich so richtig auf die neue Saison ein.»

Weil heuer nicht nur gespielt, sondern zum dritten Mal nach 2018 und 2017 auch köstlich getafelt wurde, benannten die Verantwortlichen den Brush-up-Kurs kurzerhand um in «Brunch-up»-Kurs. Der Clou: Die Curling-Veteranen richteten für die 25 Sportlerinnen und Sportler sowie andere Gäste ein Brunch-Buffet her, welches zwischen den beiden Trainingsblöcken förmlich gestürmt wurde. «Das haben die älteren Herren also wirklich perfekt gemacht», meinte ein Zmorge-Gast zwischen zwei Bissen frischen Brotes, reckte einen Daumen in die Höhe und sagte: «Ich gratuliere.»

Dreifach-Weltmeisterin Alina Pätz erinnert sich

Vor und nach dem üppigen Zmorge wurde unten in der kalten Halle trainiert, zweimal 90 Minuten. Quasi ein Heimspiel war es für Alina Pätz. Die dreifache Weltmeisterin stammt aus Urdorf und machte seinerzeit ihre ersten Curling-Gehversuche in dieser Halle. «Ja, hier habe ich meine ersten Steine gespielt. Ich erinnere mich gerne zurück an die Zeiten damals bei den CherryRockern», sagte sie.

Infiziert mit dem Curling-Virus wurde die 29-Jährige vor über zwei Jahrzehnten von ihrem Vater Hubert. «Er hat mich und meinen Bruder Claudio damals mitgenommen und ich war sofort fasziniert vom Spiel», erinnerte sie sich. Apropos: Ihr Vater Hubert war als Spieler und Trainer bereits im früheren CC Urdorf aktiv, welcher im Jahr 2000 mit dem CC Schlieren zum CC Limmattal fusionierte. Pätz senior, der immer noch beim CCL curlt, wirbelte am vergangenen Sonntag mit den Veteranen im Hintergrund und trug das Seine zum Gelingen des Anlasses bei.

Am kommenden Wochenende werden die CCL-Mitglieder voraussichtlich wenig Zeit zum Spielen haben. Denn traditionellerweise sind die Curler zusammen mit dem Eislauf-Club Urdorf an der Urdorfer Chilbi mit einem Grillstand präsent.

«Ich erlebe immer wieder Überraschungen»

Das gibt es wohl nur im Curling: Zwei aktuelle Weltmeisterinnen mit total fünf WM-Titeln im Palmarès unterrichten in einer Drei-Rink-Halle 25 Freizeitsportler. So geschehen am «Brunch-up»-Kurs des CC Limmattal. Alina Pätz (29) und Silvana Tirinzoni (40) vom CC Aarau kümmerten sich zusammen mit dem 2018 zurückgetretenen Olympiamedaillengewinner Claudio Pätz (32) um die Teilnehmenden. Völlig unverkrampft und ohne Starallüren. Es wurde nicht nur in lockerem Rahmen über die richtige Technik und Taktik gesprochen, anhand von Spielszenen erläuterten die Pätz-Geschwister und Tirinzoni auch, wohin ein Stein gespielt werden sollte, damit diese oder jene Situation entstünde. «Es macht mir Spass, mein Wissen weiter zu geben», sagte Tirinzoni. «Ich erlebe in solchen Kursen immer wieder Überraschungen und lerne selber Neues. Früher profitierte ich von den Tipps der anderen, jetzt versuche ich, anderen etwas mitzugeben.»

Gestern Mittwoch traf sich das Quartett des CC Aarau zum wöchentlichen Teamtraining, am kommenden Wochenende geht es bereits wieder auf grosse Reise an ein Turnier nach Korea. Wie beurteilt Tirinzoni die Ausgangslage vor der Europameisterschaft im November in Schweden? Klappt es diesmal mit dem Titel, nachdem letztes Jahr der Final gegen Schweden verloren ging? «Halt, halt», so der Skip des CC Aarau, «wir sind ja noch nicht einmal qualifiziert. Erst müssen wir genügend Punkte an den kommenden Turnieren sammeln.» Wer die Schweiz an der Europameisterschaft vertreten wird, steht am 21. Oktober definitiv fest.

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