Zwischen der Limmattalbahn und den SBB bestehen Schnittstellen, die «nicht immer unproblematisch sind». Das sagte Philipp Mader von der Abteilung Netzentwicklung bei SBB Infrastruktur. Er sprach gestern Nachmittag anlässlich der Delegiertenversammlung Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) im Dietiker Gemeinderatssaal über die Netzentwicklung im Kanton Zürich und speziell auch im Limmattal.

Zum Problem wird die Trassierung der Limmattalbahn zwischen dem Bahnhof Glanzenberg und Dietikon, die räumlich im Konflikt steht mit den Plänen für die SBB-Linie auf dieser Strecke. Denn hier ist zurzeit noch der Ausbau der SBB auf sechs Gleise vorgesehen, wie Mader sagte. Dieser ist denn auch im kantonalen Richtplan eingetragen. Zum Platzproblem kommt erschwerend dazu, dass sowohl SBB als auch Limmattalbahn AG von der anderen Organisation Land kaufen müsste, um die eigenen Pläne zu verwirklichen.

Aus Sicht der SBB gibt es jedoch eine Lösung für das Problem, wie Mader sagte: «Zum Glück gibt es den Honeret-Tunnel.» Der Tunnel, der je nach dem von Altstetten oder Schlieren bis nach Mellingen führt, soll einst das S-Bahn-Netz im Limmattal vom Fernverkehr entlasten. Doch der Tunnel ist noch nicht rechtsgültig im kantonalen Richtplan eingetragen, obwohl sich der Regierungsrat kürzlich dafür ausgesprochen hat.

Für Mader ist klar: «Wenn der Tunnel im Richtplan aufgenommen wird, kann aus unserer Sicht der Richtplaneintrag für den Sechsspurausbau hier fallen gelassen werden.» Er hoffe doch sehr, dass für dieses Problem «ein pragmatischer Lösungsweg» gefunden werden könne, sagte Mader.

S-Bahn-Station Silbern «nicht ideal»

Der SBB-Planer äusserte sich gestern auch zur von der Stadt Dietikon gewünschten S-Bahn-Station Silbern. «Wir erachten sie nicht als ideal», sagte er. In einem so hoch belasteten Korridor wie dem Limmattal reduziere jede weitere Haltestelle die allgemeine Kapazität. Zudem lasse der Fahrplan nicht viel Spielraum, so Mader: «Eine halbstündliche Bedienung ist gemäss heutigem Fahrplan erst nach 2030 möglich.» Falls man auf die Variante mit einem Wendegleis setzen würde, so könnte der Bahnhof Silbern einmal in der Stunde bedient werden.