Die Debatte um flankierende Massnahmen zur geplanten Limmattalbahn ist eröffnet. Gestern reichten die drei SVP-Kantonsräte Willy Haderer (Unterengstringen), Pierre Dalcher (Schlieren) und Rochus
Burtscher (Dietikon) eine entsprechende Anfrage an den Zürcher Regierungsrat ein. Demnächst sollen weitere Vorstösse folgen, wie Haderer sagte.

Wohnen, Arbeiten und Erholung

Thema der gestern eingereichten Anfrage sind vor allem flankierende Massnahmen für den motorisierten Individualverkehr (MIV). Ohne diese könnten die Ziele der städtebaulichen Zentrumsentwicklung für den kombinierten Verkehr – gemeint ist eine Kombination aus öffentlichem Verkehr, MIV, Velo- und Fussverkehr – nicht funktionsfähig erreicht werden. Öffentlicher Verkehr und MIV seien so aufeinander abzustimmen, dass für das sich stark entwickelnde Limmattal die Voraussetzungen für hochwertiges Wohnen, Arbeiten und Erholung erfüllt werden können, heisst es weiter in der Anfrage.

«Um die Zentren von Schlieren und Dietikon vom Durchgangsverkehr zu entlasten, sind Massnahmen auf der Überlandstrasse/Bernstrasse nötig», halten Haderer, Dalcher und Burtscher fest. Sie wollen vom Regierungsrat wissen, ob er bereit sei, dies zu gewährleisten. Konkret haben sie die Engstringerkreuzung in Schlieren, die Umlegung der Niederholzstrasse, der Limmat- und der SBB-Querung in Dietikon im Visier. Weiter fragen sie, ob der Regierungsrat bereit sei, den Autobahnzu- und -wegbringerverkehr statt über die Wohngebiete von Schlieren und Unterengstringen neu über die Bernstrasse/Überlandstrasse auf der neuen Niederholzstrasse und der Umfahrung Weiningen zur Aus- und Einfahrt beim Südportal des Gubrists zu führen. Dies wäre mit Signalisationen zu lösen.

Zudem wollen die drei SVP-Kantonsräte wissen, wie der Regierungsrat eine
gesamtverkehrstaugliche Lösung im Bereich der Herwegkreuzung bei der Autobahnein- und -ausfahrt Urdorf Nord sieht. Zu prüfen sei hier auch eine vertikale Entflechtung von Limmattalbahn und MIV.

Weiter fragen sie, ob sich der Regierungsrat beim Bund für eine durchgehende sechsspurige Führung der Autobahn zwischen Ein- und Ausfahrt Urdorf Nord und dem Limmattaler Kreuz einsetzen werde.

Gubristausbau vor Deckelentscheid?

Zu den drängenden Fragen zählt auch jene, ob die Kantonsregierung bereit sei, sich beim Bund für eine rasche Realisierung des Nordringausbaus mit Gubristtunnel einzusetzen. Ausdrücklich gemeint ist eine Inangriffnahme der Tunnelbohrung vor dem endgültigen Entscheid über die Portalüberdeckung in Weiningen. Die drei SVP-Kantonsräte fänden eine Verschuldung von Bund und/oder Kanton dafür bei den heutigen tiefen Zinsen «angebracht».

Weiter wollen sie wissen, wie der Regierungsrat das Buskonzept fürs Limmattal «im Sinne eines urbanen öV-Netzes für das gesamte Limmattal und als Ergänzung und Zubringer zur Limmattalbahn» auszugestalten gedenkt. Und ob er bereit sei, an der Mutschellenstrasse «die nötigen Massnahmen so zu erstellen, dass Autobahnzu- und -wegfahrt gewährleistet sind».